Perfekt präpariert fürs Winterquartier

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Oldtimer im Winterquartier: Richtig einmotten

— 07.10.2014

So motten Sie Oldtimer sauber ein

Den Winter sollte ein Klassiker trocken eingemottet verbringen, denn Streusalz, Feuchtigkeit, Schmutz und Frost verkürzen das Oldtimerleben. Hier Tipps zum professionellen Einlagern von Liebhaberautos.

Im Herbst kommt der Abschied auf Zeit vom Old- und Youngtimer, denn nur wenige Liebhaber von alten Autos tun ihrem Klassiker an, die kalte Jahreszeit mit Frost, Schmutz und Salz im Freien zu verbringen. Doch das Winterquartier allein, ein im Idealfall beheiztes, ist nicht genug. Ohne richtige Vorsorge dreht sich die Lebensuhr des Oldie im Zeitraffer. Wer sein Auto selbst auf den Winterschlaf vorbereiten möchte, braucht vor allem Zeit. Denn diese Tipps klappen nur, wenn sie mit Liebe und Gefühl umgesetzt werden. Hier die wichtigsten Tipps zum Einmotten von Old- und Youngtimern:

Schritt 1: Winterquartier suchen

Die wichtigste Entscheidung: Im Winter sollte der Oldie trocken stehen. Deshalb: einmotten. Der erste Schritt führt in eine geeignete Garage. Bestens durchlüftet und trocken sollte sie sein. Das Suchen ist nicht immer leicht, gerade für Städter. Zur Not ist eine luftige Scheune aber allemal besser als das Parken unter freiem Himmel. Oder Sie wenden Sich an spezialisierte Profibetriebe, der Ihr Fahrzeug einlagert. Wichtig: Halten Sie schriftlich fest, welche Arbeiten gemacht werden müssen, und lassen Sie sich den Abstellplatz zeigen. Macht er einen gepflegten Eindruck? Das schützt vor Überraschungen.

Schritt 2: Waschen

Vor dem Einmotten wird das Fahrzeug gründlich gewaschen – am besten mit der Hand.

Die letzte Fahrt des Jahres führt zur Waschanlage oder auf einen Platz, der für die Handwäsche geeignet ist (mit Wasserabscheideanlage. Auf der Straße waschen ist verboten!). Das Auto wird gründlich gewaschen, natürlich mit Unterbodenwäsche und Reinigung der Tür- und Haubenkanten, der Radläufe und Radkästen. Alle Ecken, Fugen und Wasserabläufe sollten penibel gereinigt werden. Warum? Jedes bisschen Dreck unter einer Abdeckhaube wirkt wie Schmirgelpapier

Schritt 3: Volltanken

Volltanken verhindert Rost im Tank. Wer sichergehen will, füllt in der Garage noch mit einem Kanister nach.

Autos mit mechanischer Benzineinspritzung wie beispielsweise einer Bosch K-Jetronic sollten vollgetankt werden. Dazu gehört ein Benzin-Stabilisator aus dem Kfz-Zubehörhandel in den Tank. Dieses Additiv verhindert Kondenswasserbildung in der Einspritzanlage (Steuerkolben im Mengenteiler) und schützt somit vor Korrosion. Fahrzeuge mit Blechtanks sollten ebenfalls vollgetankt werden. Im Tank kann sich Kondenswasser bilden, und der Tank beginnt von innen zu rosten.

Tipp: eine selbst gebaute Trockengarage

Schritt 4: Motor warmfahren

Bei der letzten Ausfahrt bei trockenem Wetter ruhig beherzt aufs Gaspedal treten. So kommt der Motor noch einmal richtig auf Betriebstemperatur und Kondenswasser verdampft aus dem Auspuff. Wer ganz sicher gehen will, gönnt seinem Liebling vor der Standzeit frisches Motoröl. Auch wenn ein Wechsel nach Kilometerintervall noch gar nicht ansteht. Grund: Verbrennungsrückstände wie zum Beispiel aggressive Säuren greifen Metallteile und Dichtungen an, frisches Öl schützt den Motor hingegen optimal.

Schritt 5: Reifendruck erhöhen oder aufbocken

Erhöhung des Reifendrucks um etwa ein Bar wirkt dem Standplatten entgegen.

Bevor der Wagen endgültig in sein Winterlager rollt, noch ein letztes Mal nachtanken. Dann den Luftdruck der Reifen auf rund vier Bar erhöhen. Da ein stehendes Autorad durchs Gewicht des Wagens immer ein wenig abgeplattet wird, droht sonst beim langen Stehen ein Standplatten. Dann behält der Reifen die Form, in der er zuletzt stand. Alternative: Das Auto aufbocken zur Entlastung der Räder!

Schritt 6: Abdecken

Sie haben noch keine Abdeckplane? Die gibt's passend für jeden Autotyp im Zubehörhandel. Sie sollte Luft und Wasser durchlassen und innen eine weiche, nicht kratzende Schicht haben. Gleichzeitig sollte die Plane ausreichend stark sein, um vor Staub zu schützen, möglichst aber kein Wasser aufnehmen. So geschützt, kann der Winter werden, wie er will – das Auto bleibt das alte. 

Alle Tipps in der Checkliste

Vorarbeiten Gründliche Vor-Reinigung mit Dampfstrahler, Reinigung aller Ecken, Kanten und des Unterbodens • Vorsicht bei der Motorwäsche: den Dampfstrahler nicht zu nah an Lichtmaschine und Steuergeräte halten, Mindestabstand 50 Zentimeter • gründliche Fahrzeugoberwäsche, am besten von Hand • Verdeck reinigen • Innenraum reinigen, Ascher leeren • Wagen auf längerer Strecke bei schönem Wetter richtig trockenfahren.

Tankstelle Bei Fahrzeugen mit Blechtank volltanken (Schutz vor Kondenswasserbildung) • Empfehlung für Fahrzeuge mit mechanischer Benzineinspritzung: Benzin-Stabilisator in den Tank füllen (Schutz vor Korrosion im Mengenteiler) • Reifenfülldruck auf vier Bar erhöhen.

Motor Frostschutz im Kühlwasserkreislauf prüfen und ergänzen • Ölstand prüfen, im Idealfall Motoröl und Filter wechseln • Wasserbehälter der Scheibenwaschanlage mit Frostschutz auffüllen • Batterie abklemmen und an einen Erhaltungslader anschließen bzw. regelmäßig laden • Motor-Innenkonservierer in den Vergaser sprühen • Ölgetränkten Lappen in den Luftfiltereingang drücken • Motor-Innenkonservierer oder Motoröl durch Zündkerzenbohrungen in Zylinder sprühen • Öllappen in das Endrohr des Auspuffs • Bremsflüssigkeitsbehälter schließen • Motor mit Schutzwachs konservieren.

Pflege Unterbodenschutz kontrollieren und ausbessern • Felgen reinigen, konservieren • Kunststoffpfleger auf Tür-, Hauben- und Fenstergummi • Hartwachsschutzschicht des Lacks auffrischen • Chrom konservieren • Schlösser in Türen und Haube pflegen • Blechfalze und Hohlräume mit Schutzwachs konservieren • Cabrios: Kunststoffscheibe bei leichten Kratzern behandeln • Dach imprägnieren • Verdeckgestänge schmieren.

Zum Schluss Scheibenwischer abheben • Mausefalle aufstellen • Türen, Hauben und Verdeck – wenn möglich – nicht ganz schließen, für ausreichende Belüftung des Innenraums sorgen • Luftentfeuchter im Innenraum platzieren • Verdeck auf keinen Fall ganz schließen, sonst bilden sich Falten im Verdeck und Feuchtigkeit im Verdeckkasten • Wagen zur Entlastung leicht anheben • Mit luftdurchlässiger Plane oder Decke abdecken • Falls das Fahrzeug nicht aufgebockt ist: von Zeit zu Zeit von Hand bewegen, um Standplatten zu vermeiden.

Ratgeber: Oldtimer einmotten fürs Winterquartier

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