Der Boss von ACM zählt drei Referenzfahrzeuge für seinen City One auf: den VW e-Up wegen seiner Verkehrsfläche, den Dacia Spring aufgrund des Preis-Leistungs-Verhältnisses und den Honda Element wegen seines Designs. Keine Frage: Paul Leibold setzt seine Messlatten nicht gerade niedrig an.
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Hauptmarkt für den City One wird Asien sein

München, Frankfurter Ring, auf dem Hof von Serienentwickler Magna: Da steht der ACM City One, der eben noch auf der IAA Mobility die Blicke auf sich zog. Blechkiste, lästerten die einen; cleveres Konzept, urteilten andere. ACM (Adaptive City Mobility) wurde einst als Leuchtturmprojekt vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert. Jetzt geht es so langsam Richtung Serienreife. Ab 2023 soll der City One in Asien gebaut werden, wo auch die Haupt-Zielmärkte liegen. Dort soll der elektrische Kleinwagen als Taxi oder Ride-Hailing-Fahrzeug für umgerechnet rund 10.000 Euro verkauft werden. In Europa eher für 15.000 Euro.

Das Serienmodell wird noch deutlich wachsen

ACM City One
Gebaut für und in Asien: Der City One soll dort rund 10.000 Euro kosten. In Europa werden es eher 15.000 Euro.
Jetzt also erste Runden in der Vorserie. Produktionschef Rainer Kühlwein weist darauf hin, dass unterm dünnen Blech noch ein 20-PS-Motor aus dem Renault Twizy steckt. In der Serie soll der City One dann mit 34 PS angetrieben werden. Die Motor-Getriebe-Einheit könnte von Schaeffler zugeliefert werden. Ein Stadtflitzer wird daraus aber auch dann nicht.

ACM City One
Etwas schmalbrüstig: Gegenüber der Serienversion ist der Prototyp 15 cm schmaler und 10 cm kürzer.
Bevor es also langsam losgeht, erst mal umgucken. Leibold hat einen e-Up für einen Vergleich mitgebracht, denn "das Raumkonzept ist uns sehr wichtig". Ähnliche Abmessungen also, aber beim City One ist die B-Säule weiter hinten, der Innenraum besser ausgenutzt; es ist halt eine E-Plattform und kein Umbau. Noch steht der City One etwas schmalbrüstig neben dem Up, aber das wird sich ändern. "In der Serie wird der Wagen 15 Zentimeter breiter und 10 Zentimeter länger", so Leibold.
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Er zeigt in der Tiefgarage ein Modell mit diesen Abmessungen. Der City One sieht da in der Tat deutlich erwachsener aus. Und auch die digitale Werbetafel am Heck wird dann noch größer. Aber auch in der Vorserienversion ist genug Platz für Passagiere und Pakete. Bei umgelegter Rückbank fasst der City One 1450 Liter.

Im ACM City One speichern vier Wechselakkus zehn kWh Strom

ACM City One
Der Clou im Kofferraumboden: vier herausnehmbare Akkus mit je 2,5 kWh Kapazität.
Unterm Kofferraumboden befindet sich der Clou: vier zum schnellen Wechseln herausnehmbare Akkus à 2,5 kWh in Kofferform. Zusammen mit dem festen 16-kWh-Akku soll bei einem Verbrauch von unter 10 kWh auf 100 km eine Reichweite von an die 360 Kilometer erreicht werden. Geladen wird per Schukostecker (acht Stunden) oder in 2,5 Stunden dreiphasig mit bis zu 11 kW. Hört sich alles minimalistisch an, aber: Viel mehr braucht die Stadt eigentlich nicht. Auf der kurzen Fahrt im Vorserien-Prototyp verrät der City One dann bereits spätere Stärken und Schwächen: Leistung und Drehmoment dürften auch mit Serienantrieb nicht der Trumpf sein, Komfort und Haptik ebenso wenig.

Innenraum und Bedienung gehen in Ordnung

ACM City One
Das passt zum Konzept: In Sachen Haptik und Bedienung gibt es am ACM City One wenig auszusetzen.
Aber Wendigkeit, Raumgefühl und die Einfachheit der Bedienung sind durchaus in Ordnung. Bis zu 110 km/h soll das Auto schnell sein können, im "Eco"-Modus nur 80 km/h. "Und das", glaubt Leibold, "wird die Hauptanwendung sein." Man sollte vielleicht mit anderen Maßstäben messen – und sich in die Rolle eines Taxifahrers in Mumbai versetzen. Bis zu 300.000 unverbindliche Reservierungen sollen bis Ende 2021 eingegangen sein, gut 200.000 sind es bereits. Paul Leibold und sein Team haben gerade einen Dacia Spring aus der ähnlichen Preisklasse auseinandergebaut und mit ihrem City One verglichen. Leibolds Fazit: "Wir können den schlagen."
Technische Daten ACM City One:Motor: Elektromotor • Leistung: 25 kW (34 PS) • Länge/Breite/Höhe: 3600/1650/1670 mm • Akku: 16 kWh + 4 x 2,5 kWh • Reichweite: bis zu 360 km • Ladezeit: 2,5 bis 8 Std. • Leergewicht: 950 kg • Zuladung: bis 430 kg • Kofferraum: 400-1450 l • Vmax: 110 km/h • Verbrauch: ca. 10 kWh/100 km • Preis: ab 15.000 Euro (in Asien umgerechnet ab 10.000 Euro)

Fazit

Viel grüner wird's nicht. Der City One ist eine Lösung für den Taxi-Einsatz in bestimmten Metropolen. Weniger in Berlin, mehr in Kairo. Ob Privatkunden zuschlagen? Da bin ich skeptisch – genau wie beim Akku-Tausch.