Aktuelle Preise für Benzin und Diesel in Deutschland: Das kostet Sprit
Benzin und Diesel sind günstig, wie kommt das?

Bild: Micha Korb
Inhaltsverzeichnis
- Was kostet Benzin in Deutschland aktuell?
- Was kostet Diesel in Deutschland aktuell?
- Was kostet HVO100 an Tankstellen in Deutschland?
- Wie stark schwankt der Spritpreis im Tagesverlauf?
- Wie teuer waren Benzin und Diesel im Mai?
- Wie teuer war Tanken 2024 im Vergleich?
- Ist Sprit an Autobahntankstellen viel teurer?
- Was kosten Benzin und Diesel aktuell in Europa?
- Wie setzt sich der Spritpreis zusammen?
- Wie hoch ist der CO2-Preis für Benzin und Diesel?
- Zu welcher Tageszeit tankt man günstig?
- Fazit
Für den Liter Diesel zahlen Autofahrer im Schnitt 1,550 Euro, damit liegt der Dieselpreis mit 0,8 Cent minimal über dem Preis der Vorwoche. Diesel kostet aktuell knapp 12 Cent weniger als Benzin, sein Steuervorteil liegt nominell allerdings bei 18 Cent pro Liter.
Die Spritpreise trotzen dem deutlich ansteigenden Rohölpreis: Das Barrel (159 Liter) notiert aktuell knapp unter 70 US-Dollar für die Nordseesorte Brent. Im Euroraum wirkt der sehr schwache US-Dollar positiv, der bei 1,159 Dollar pro Euro steht. Das vergünstigt das in Dollar notierte Öl.
Der alternative Dieselkraftstoff HVO100 wurde im Wochenvergleich etwas teurer, eine Stichprobe erbrachte einen Preis zwischen 1,58 und 1,60 Euro pro Liter. Der energieintensiv produzierte Kraftstoff ist grundsätzlich teurer als fossiler Diesel, obwohl er von der CO2-Abgabe befreit ist. (Überblick: Hier finden Sie HVO-Tankstellen!)

Der Ölpreis zieht scharf an. Zeitgleich wertete auch der Euro auf, und das hält die Spritpreise niedrig: Zuletzt nahm das Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Kurs auf 70 US-Dollar. Benzin und Diesel bleiben günstig: Im Schnitt wurde ein Literpreis von 1,668 Euro für Benzin (Super E10) und 1,550 Euro für Diesel aufgerufen.
Bild: ADAC
In einer aktuellen Untersuchung hat das Benzinportal "Benzinpreis.de" die nach eigener Berechnung im Tagesverlauf stark schwankenden Spritpreise an deutschen Tankstellen bemängelt. Beim Auswerten der Preise, die die deutschen Tankstellen der Markttransparenzstelle beim Bundeskartellamt melden müssen, ergab: Viele der Preise für Benzin und Diesel galten nicht einmal 15 Minuten lang. An 3851 Tankstellen ergaben sich Spritpreise, die weniger als fünf Minuten lang gültig waren.
Das Portal wirft der Mineralölindustrie vor, die Verbraucher hinters Licht zu führen, indem Autofahrer durch günstige Spritpreise an die Tankstellen gelockt werden, ohne dass diese verfügbar sind. Die Untersuchung fand zwischen dem 12. und 18. Mai 2025 statt.
Das Bundeskartellamt hatte zuletzt starke Preisschwankungen am Kraftstoffmarkt, an Raffinerien und im Großhandel registriert. Bis zu 18 Mal würden Benzin- und Dieselpreis im Tagesverlauf an den Tankstellen schwanken. Unmöglich für Autofahrer, sich vorab zu informieren und gezielt zum Tanken zu fahren. Noch vor zehn Jahren registrierte das Kartellamt nur vier bis fünf Änderungen am Tag.
Im Mai sanken die Spritpreise den dritten Monat in Folge, der Benzinpreis rutschte ab auf ein Fünfmonatstief. Benzin Super E10 lag im Monatsvergleich einen Cent günstiger als im Mai, notierte im Mittel bei 1,6711 Euro pro Liter. Im Vergleich zum Mai 2024 konnte man auf vier Tankfüllungen von je 60 Litern berechnet 32,62 Euro sparen.
Noch günstiger wurde der Liter Diesel im Monats- und Jahresvergleich: Der Selbstzündersprit kostete im Mai 2025 durchschnittlich 1,5531 Euro, das waren 3 Cent weniger als im April. Gegenüber Mai 2024 stand Diesel rund 10 Cent günstiger. Die Ersparnis auf vier Tankfüllungen von je 60 Litern entspricht 24,98 Euro. Steffen Bock, Gründer und Geschäftsführer vom Verbraucherportal Clever Tanken (gehört zur BILD-Gruppe), stellt fest, dass sich die Preisschere zwischen Benzin und Diesel weiter öffnet, und zwar um einen Cent.
Laut Auswertung war das abgelaufene Jahr 2024 das drittteuerste Tankjahr seit 2012, nur 2022 und 2023 war Sprit noch teurer. Im Schnitt kostete Diesel pro Liter 1,649 Euro. Super E10 war im Jahresmittel fast zehn Cent teurer, der Kraftstoff notierte durchschnittlich bei 1,739 Euro. Der teuerste Tank-Tag für Super E10 war 2024 der 17. April, als ein Liter 1,867 Euro kostete. Für Dieselfahrer war der Liter Selbstzündersprit mit 1,767 Euro am 13. Februar am teuersten.
Wie sich die steigende CO2-Abgabe auf den Spritpreis auswirkt
Jahr | CO2-Preis/Tonne | Preisaufschlag/Liter Benzin | Preisaufschlag/Liter Diesel |
|---|---|---|---|
2021 | 25 Euro | ca. 7 Cent | ca. 8 Cent |
2022 | 30 Euro | ca. 8,4 Cent | ca. 9,5 Cent |
2023 | bleibt bei 30 Euro | ca. 8,4 Cent | ca. 9,5 Cent |
2024 | 45 Euro | ca. 12,7 Cent | ca. 14,2 Cent |
2025 | 55 Euro | ca. 15,7 Cent | ca. 17,2 Cent |
2026 | 55 bis 65 Euro | ca. 15,7-18,6 Cent | ca. 17,3-20,5 Cent |
2027 | 55 bis 65 Euro | ca. 15,7-18,6 Cent | ca. 17,3-20,5 Cent |
2028 | freie Preisbildung im Emissionshandel, erster Preis an der Terminbörse 73 Euro | ca. 20,84 Cent | ca. 22,83 Cent |
20XX | theoretisch 200 Euro | ca. 57 Cent | ca. 62,5 Cent |
Wer im Auto auf Langstrecken unterwegs ist, könnte sich für die Spritpreise an deutschen Autobahnraststätten interessieren. Eine Analyse des ADAC ergab, dass dort der Kraftstoff im Verhältnis zu umliegenden Tankstellen teils massiv überteuert ist. Der Autoclub registrierte Preisunterschiede von bis zu 69,9 Cent pro Liter! Der beste Tipp für Autofahrer lautet: für den Tankstopp die Autobahn verlassen und die nächstgelegene Tankstelle im Umland ansteuern! Bei der Bestpreissuche helfen Apps wie die von Clever Tanken. (Tipps zum richtigen Zeitpunkt fürs Tanken!)

An der Autobahntankstelle ist Kraftstoff teils 70 Cent pro Liter teurer als im Umland.
Bild: Sven Krieger
Auf Grundlage der Erhebungen an 40 deutschen Autobahntankstellen rechnet der ADAC vor: Pro 50-Liter-Tankfüllung sparen Autofahrer, die statt an der Raststätte im Umland tanken, im Schnitt 20,86 Liter im Benziner. Im Diesel ist die Ersparnis mit 17,96 Euro kaum niedriger. Fazit des ADAC: "Tanken neben der Autobahn lohnt sich im Grunde immer."
Wer nahe der deutschen Grenze wohnt oder eine Urlaubsreise mit dem Auto plant, den dürften die Spritpreise im europäischen Ausland interessieren.
So teuer ist Sprit im europäischen Ausland
Land | Literpreis Super | Literpreis Diesel |
|---|---|---|
Belgien | 1,61 Euro | 1,74 Euro |
Dänemark | 2,04 Euro | 1,85 Euro |
Deutschland* | 1,74 Euro | 1,68 Euro |
Frankreich | 1,82 Euro | 1,73 Euro |
Griechenland | 1,85 Euro | 1,64 Euro |
Italien | 1,83 Euro | 1,74 Euro |
Kroatien | 1,56 Euro | 1,59 Euro |
Luxemburg | 1,55 Euro | 1,53 Euro |
Niederlande | 1,97 Euro | 1,77 Euro |
Österreich | 1,59 Euro | 1,62 Euro |
Polen | 1,49 Euro | 1,53 Euro |
Portugal | 1,77 Euro | 1,67 Euro |
Schweden | 1,47 Euro | 1,58 Euro |
Schweiz** | 1,84 Euro | 1,94 Euro |
Slowakei | 1,61 Euro | 1,57 Euro |
Slowenien | 1,53 Euro | 1,60 Euro |
Spanien | 1,58 Euro | 1,51 Euro |
Tschechien | 1,47 Euro | 1,45 Euro |
Ungarn | 1,56 Euro | 1,60 Euro |
Aktuell lohnt sich Tanktourismus vor allem mit Blick auf die Alpenregion und zu unseren östlichen Nachbarn: In Polen ist Sprit deutlich günstiger, in Kroatien, der Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn ebenfalls.

Tanken in Italien: Diesel kostet rund 1,83 Euro pro Liter, der Liter Superbenzin 1,74 Euro (Preise vom Januar 2025).
Bild: Michael Bihlmayer
In Richtung Norden (Dänemark) oder Westen (Frankreich) wird es teils deutlich teurer werden, mit Ausnahme von Belgien oder Schweden, wo man wieder deutlich günstiger tankt als hierzulande. Aber auch nach Luxemburg zum Tanken zu fahren, lohnt sich. In Österreich ist Benzin deutlich günstiger, Diesel fast gleich teuer.
Die Preise sind nicht 1:1 mit Deutschland vergleichbar und werden auch nicht jede Woche aktualisiert. Zudem können auch im Ausland zum Teil starke regionale Unterschiede herrschen.
Ein großer Teil des Spritpreises in Deutschland sind Steuern und Abgaben. Die Energie- bzw. Mineralölsteuer macht bei Superbenzin rund 80 Cent pro Liter aus, bei Diesel sind es etwa 70 Cent. Theoretisch müsste Diesel also stets mindestens zehn Cent günstiger sein. Durch schwankende Preise im Großhandel, andere Nachfrage und Sonderfälle wie den Ukraine-Krieg sieht es in der Realität an der Tankstelle aber oft anders aus.
Hinzu kommt seit Jahresbeginn 2021 der CO2-Preis. Der Rest teilt sich auf in den Preis für Rohöl und Kosten für die Weiterverarbeitung, Transport, Tankstellen sowie den Gewinn der Mineralölwirtschaft. Und obendrauf kommt dann noch die Mehrwertsteuer von 19 Prozent.
Mit Beginn der CO2-Bepreisung seit Januar 2021 mit 25 Euro je Tonne CO2 stieg der Benzinpreis beständig an. Nach dem vierten Anstieg zum 1. Januar 2025 liegt der Aufschlag bei 55 Euro pro Tonne ausgestoßenem Kohlendioxid. Das wird umgelegt auf Benzin wie Diesel. Insgesamt macht die CO2-Steuer einen Anteil von rund 15,7 Cent pro Liter Benzin E10 bzw. 17,2 Cent pro Liter Diesel aus. Ausblick: So geht es weiter mit dem CO2-Preis!
Clever-Tanken-Gründer Steffen Bock rät, vor der Fahrt zur Tankstelle auf den richtigen Zeitpunkt zum Tanken zu achten: "Gravierender als die Schwankungen an einzelnen Tagen sind die Preissprünge, die wir an Tankstellen über den Tag verteilt beobachten." Diese könnten an derselben Tankstelle schon mal bis zu 15 Cent, in einer Stadt sogar bis zu 22 Cent pro Liter betragen.
Überhaupt ist das Tanken am Abend zu empfehlen. Laut einer ADAC-Auswertung sind die Spritpreise zwischen 19 und 20 Uhr sowie zwischen 21 und 22 Uhr am niedrigsten. Aber auch der Zeitraum zwischen 18 und 19 Uhr ist bereits relativ günstig. Teuerster Tankzeitpunkt ist kurz nach 7 Uhr morgens. Dann verlangen die Tankstellen im Mittel 6,4 Cent pro Liter mehr, für Diesel sind es 7,3 Cent. Zwischen 5 und 11 Uhr schwanken die Preise recht stark und liegen fast immer über dem Niveau des restlichen Tages. Wer also zur richtigen Zeit tankt, kann bei einer Tankfüllung von 50 Litern satte 6 Euro sparen, dies gilt für Super E10 wie für Diesel. Und wer anstelle von Super E5 das stärker mit Bio-Ethanol versetzte E10 tankt, spart weitere 6 Cent pro Liter. (So viel Sprit darf man bunkern!)
Blick in die Tank-App hilft beim Sparen
Der Blick in die Tank-App (beispielsweise von Clever Tanken) hilft auch beim Preisvergleich. Insbesondere die Autobahntankstellen in Deutschland sollte man tunlichst meisten, so der ADAC. Hier kann der Spritpreis sowohl bei Diesel als auch bei Benzin bis zu 40 Cent pro Liter mehr kosten als an einer benachbarten Überland-Tankstelle. Klug ist auch, schon am Vorabend der Abfahrt zu tanken.
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