Aptera E-Auto: 1600 km Reichweite, Akku, Tesla, kW, kWh
Dieses E-Auto soll doppelt so weit kommen wie ein Model S
Das US-Start-up Aptera bringt ein E-Auto auf den Markt, das mit einer Akkuladung doppelt so weit kommen soll wie ein Tesla Model S. AUTO BILD hat alle Infos!
Elektroautos müssen an einer passenden Steckdose geladen werden – das liegt in der Natur der Sache. Auf das neue E-Auto des kalifornischen Start-ups Aptera trifft das allerdings nicht zu: Das futuristisch anmutende Gefährt soll sich im Alltag dank Solarzellen selbstständig aufladen und somit alltägliche Strecken ohne zusätzliches externes Laden bewältigen können. Wer das Auto aber dennoch an die Steckdose hängt, der wird mit einer Reichweite von bis zu 1600 Kilometern belohnt. Ab 2021 soll das E-Auto auf den Markt kommen. AUTO BILD erklärt, wie die enorme Reichweite des Aptera zustande kommt!Als wirkliches Auto darf man das Gefährt des Start-ups nun wirklich nicht bezeichnen. Dafür fehlt dem Aptera nämlich ein Rad an der Hinterachse. Die Dreirad-Konfiguration ist zwar im Grunde nichts Neues – sie verhilft dem Aptera aber zu einer besonderen Form, die Teil des aerodynamischen Gesamtkonzepts ist. Zu dem gehören auch die verkleideten Reifen an der Vordachse sowie die tropfenförmige Fahrgastzelle.
E-Dreirad mit besonderer Aerodynamik
Mit nur drei Rädern ist das E-Auto ein Exot auf der Straße.
Bild: Aptera Motors
Alles in allem soll die effiziente Luftführung dem Aptera zu einem cw-Wert von gerade mal 0,13 verhelfen. Zum Vergleich: Auch die Mercedes A-Klasse Limousine wird als sehr aerodynamisches Auto gehandelt und erreicht "nur" einen cw-Wert von 0,22. Das Dach des Aptera ist mit Solarzellen bedeckt – ähnlich wie beim Sion des Münchner Start-ups Sono Motors. Allerdings integrieren die Amerikaner die Zellen deutlich eleganter in die Fahrzeugoberfläche. Im Innenraum finden zwei Personen und etwas Gepäck Platz. Das Cockpit ist aufs Wesentliche reduziert, in Tesla-Manier gibt es einen großen 15-Zoll-Zentralmonitor auf der Mittelkonsole. Die Spiegel werden durch Kameras ersetzt, die ihre Bilder auf zwei Bildschirme im Fahrzeug übertragen.
Bis zu 1600 km Reichweite
Der Innenraum des Aptera ist aufgeräumt und puristisch. Die Sitze sehen sportlich aus.
Bild: Aptera Motors
Ebenfalls an Tesla erinnert die Kapazität des Akkupacks. Bis zu 100 kWh verpasst das Start-up seinem Topmodell, damit ist der Akku genauso groß wie der Stromspeicher im Tesla Model S Long Range. Der Unterschied: Der Aptera soll mit bis zu 1600 Kilometern beinahe doppelt so weit fahren können wie der Tesla. Allerdings wird hier im amerikanischen EPA-Zyklus gemessen, nach WLTP dürfte die Reichweite etwas niedriger liegen. Wer die volle Reichweite nicht braucht, der bekommt auch kleinere Akkus mit 60, 40 oder 25 kWh. Selbst mit dem kleinen Akku sollen noch über 400 km Reichweite möglich sein. Antrieben wird der Aptera entweder von einem 100-kW-Motor an der Vorderachse oder per Allrad und einer Gesamtleistung von 150 kW.
Die enormen Reichweiten auf dem Papier kommen durch die Fokussierung auf Leichtbau, einen effizienten Antrieb und die Aerodynamik zustande. Das E-Gefährt von Aptera wiegt je nach Akku-Größe zwischen 800 und knapp unter 1000 Kilogramm. Trotzdem muss die Praxis hier zeigen, wie sich Umwelteinflüsse und der Wechsel der Jahreszeiten auf den Aktionsradius auswirken.
Im Alltag unabhängig von der Steckdose
Nicht nur am Tag auffällig: Die spezielle Lichtsignatur macht Eindruck.
Bild: Aptera Motors
Im Alltag soll das E-Auto fast vollständig auf das Laden an einer Wallbox oder einer Ladesäule verzichten können. Die Solarzellen auf der Oberseite des Aptera sollen es möglich machen. Über eine Fläche von ca. drei Quadratmetern sind die Kacheln verteilt, die bis zu 700 Watt liefern sollen. Bleibt das Auto einen Tag in der Sonne stehen, soll das laut Aptera für rund 65 weitere Solar-Kilometer reichen, genug für den Alltag der meisten Kunden. Das futuristische E-Auto ist bereits jetzt gegen eine Gebühr von 100 US-Dollar bestellbar. Die Preise liegen je nach Ausführung zwischen 25.000 und 46.900 Dollar. Damit ist das Dreirad bei Weitem kein Schnäppchen, weshalb es wohl ein Fahrzeug für gut betuchte Individualisten bleiben wird. Der Marktstart ist für 2021 geplant. Dass das Gefährt auch nach Deutschland kommt, ist aller Voraussicht nach unwahrscheinlich.