Nein, wir wollen an dieser Stelle nicht schon wieder darauf herumleiern, dass im Hause Winterkorn alles durch die große Einheitsmangel gedreht wird. Passat, Golf, Touran – alles stammt im Prinzip aus der gleichen Schublade, fächert sich je nach Segment unterschiedlich auf, kleidet sich je nach Marke etwas anders und differenziert sich – so zumindest die spitzen Zungen – nur in der Art, wie man es elektronisch kredenzt. Ganz ehrlich? Wäre die Fahrzeugrezeptur tatsächlich so monoton, dann könnten wir auf diesen Seiten auch drei Tütensuppen mit unterschiedlichen Labels vergleichen.

Mehr als reine Formsache?

Denn letzten Endes wird der vermeintliche Einheitsbrei eben doch wieder ganz eigen serviert. Skoda Octavia RS, Golf GTI Performance, Audi TT 2.0 TFSI – sie alle fußen auf der gleichen Plattform, sie alle ziehen dasselbe Motorenregister, sie alle spannen ähnliche Fahrwerkskörper unters Blech – und fahren sich dennoch vollkommen unterschiedlich. Lassen Sie uns also einmal die Probe aufs Exempel machen und herauszeiten, wie nahe sich die Technikbrüder tatsächlich kommen.
Audi TT
Audi TT: Modisch war er ja schon immer, wirklich chic ist er nun wieder geworden.
Bild: Bernd Hanselmann
Audi TT 2.0 TFSI quattro Rein optisch bewohnen sie schon einmal drei verschiedene Welten. Vor allem der neue TT zelebriert mal wieder Designarchitektur vom Allerfeinsten. Neu erfunden hat er sich freilich nicht, neu interpretiert jedoch allemal. Die Front streckt sich flacher nach vorn, baut kraftvoller zur Seite, während rund um sein Hexagonal-Antlitz gegen Aufpreis (2140 Euro) Matrix-LEDs hervorfunkeln, die neben all dem Gehampel um innovatives Lichtdesign auch eine extrem zielgerichtete Ausleuchtung der Fahrbahn und damit echten Mehrwert zu bieten haben. Auch das Heck zeigt nun wieder mehr Kontur.
VW Golf VII GTI
Der GTI gehört sicher nicht zu den hartgesottenen Rundstrecken-Beißern seiner Klasse.

Bild: Bernd Hanselmann
VW Golf GTI Performance Prinzipiell nutzen GTI und TT den gleichen Motor, tatsächlich drückt der Audi dank eigener Software jedoch 20 Newtonmeter mehr heraus. Der Golf steht auf 225er-Reifen rundum, egal ob man ihn 17-, 18- oder 19-zöllig besohlt; der Audi macht es sich auf optionalem 245er-Schuhwerk bequem, das man ganz nebenbei auch im 20-Zoll-Großformat ordern kann. Ein Sechsgang-DSG haben beide zu bieten, etwas schneller schaltet jedoch das aus Ingolstadt. Und zu guter Letzt bietet Audi noch die hauseigene Traktionsversicherung namens quattro an, während dem Performance-Golf lediglich seine elektromechanisch gesperrte Vorderachse bleibt.
Skoda Octavia III Combi
Octavia: Sie suchen in dieser Klasse nach einem noch besseren Preis-Leistungs-Verhältnis? Viel Glück.
Bild: Bernd Hanselmann
Skoda Octavia Combi RS Doch was soll da erst der Octavia sagen? Er, der die vielleicht wesentlich vielseitigere Alternative zum GTI markiert, schon allein deshalb aber nicht vollends an ihn heranreichen darf. Im Gegensatz zum Golf, der sich entweder als 220 PS starker Standardsportler oder wie in unserem Fall als 230-PS-Performance-Modell ordern lässt, bekommt man den Skoda nur in der milden Leistungsstufe serviert, die ohne die mechanische Sperre auskommen muss. Immerhin kann der Tscheche die große Bremse ins Feld führen, die im Hause VW nur das teurere Modell einbremst. Und ja: Eigentlich wäre es nur konsequent gewesen, den Skoda ebenfalls mit optionalem Doppelkupplungsgetriebe antreten zu lassen. Doch leider konnte Skoda zum Testzeitpunkt mit solch einem Modell nicht dienen. In der Längsdynamik muss sich der Skoda also einige Zehntel unter Wert verkaufen, emotional darf er allerdings umso handfester auffahren.

Fazit

von Manuel Iglisch
Ginge es um die Summe aller Eigenschaften, der Octavia würde seine Kollegen nach allen Regeln der Gunst verladen. Die sportliche Brille sieht dagegen den TT ganz vorn, der als Auto fast noch besser als schneller geworden ist. Und der Golf? Nun, was käme wohl dabei heraus, wenn man TT und Octavia kreuzte?