Belron, der Weltmarktführer im Autoglas-Service, unterstützt Forschungseinrichtungen wie das Automotive Glass Research Centre und arbeitet seit 30 Jahren eng mit der Universität im walisischen Swansea zusammen. Im Fokus stehen gemeinsame Projekte rund um Autoglas – insbesondere Windschutzscheiben sowie deren Sicherheit und Materialverhalten. Mitarbeiter des Unternehmens sind zudem in die Lehre eingebunden, etwa als Professor of Practice.
Dr. Chris Davies, Technikchef von Belron (Muttergesellschaft von Carglass), lehrt als Honorarprofessor an der Universität Swansea und erklärt Steinschläge aus wissenschaftlicher Sicht.
Bild: Belron
Die Wurzeln liegen in einem 1896 in Kapstadt gegründeten Unternehmen für Glasveredelung. Durch Zusammenschlüsse und Expansion entstand in Südafrika später die Marke Shatterprufe als wichtiger Anbieter. In den 1980er-Jahren trieb Ronnie Lubner die Internationalisierung voran und formte daraus die globale Dachmarke Belron. Der Name soll sich laut Überlieferung aus Ronnie und dem Namen seiner Mutter Bella ableiten. Zum Konzern gehört unter anderem auch Carglass, einer der führenden Anbieter für Autoglasreparatur und Scheibentausch in Deutschland.
Bei unserem Besuch vor Ort stand der Steinschlag im Fokus: seine Entstehung, mögliche Folgen bei ausbleibender Reparatur und die Frage, welchen Belastungen Autoglas im Alltag tatsächlich ausgesetzt ist. Neben klimatischen und umweltbedingten Einflüssen können auch chemische und mechanische Belastungen durch Scheibenreiniger, Glaspolituren und Eiskratzer die Materialstruktur und Festigkeit der Windschutzscheibe irreversibel beeinträchtigen. Hinzu kommen fahrdynamische Einflüsse wie Tempo, schlechte Straßen, Schlaglöcher und Bodenwellen, die zusätzliche Spannungen erzeugen und Vorschäden verstärken können. Entscheidend ist, was der Windschutzscheibe wirklich schadet – und wann aus kleinen Spuren ein ernsthaftes Problem wird.
Das Lernen am Objekt ist, zusammen mit modernen Computer-Simulationen, die Grundlage der Forschung: Kein Steinschlag gleicht dem anderen.
Bild: Belron
Autoscheiben haben sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verändert: Sie sind seit 1980 um rund 37 Prozent gewachsen und zugleich in der Stärke von etwa fünf Millimeter auf rund vier Millimeter geschrumpft. Was einst ein einfaches Bauteil für freie Sicht war, ist heute ein hochkomplexes System. Moderne Scheiben integrieren Sensoren, Kameras und Projektionsflächen, sind Teil von Assistenzsystemen, beeinflussen die Aerodynamik und übernehmen zentrale Aufgaben für Sicherheit und Komfort.
Moderne Technologien erhöhen die Anforderungen weiter. Head-up-Displays benötigen eine verzerrungsfreie Oberfläche, Smart Glass integriert zusätzliche Funktionen direkt in die Scheibe, und Leichtglas reduziert zwar das Gewicht, ist aber auch empfindlicher. Die Sicherheitswirkung spielt seit jeher eine zentrale Rolle. Technisch basiert die Windschutzscheibe nach wie vor auf Verbundglas: Zwei Glasschichten sind über eine Kunststofffolie verbunden, die Stabilität schafft und ein Splittern verhindert.
Die Frontscheibe besteht aus Verbundglas – zwei Glasschichten, dauerhaft verbunden durch eine zäh-elastische PVB-Zwischenschicht.
Bild: Belron
Ergänzt wird der Aufbau durch Beschichtungen gegen UV-Strahlung und Hitze sowie durch integrierte Funktionen wie Heizdrähte oder Kamerahalterungen. Aktuell tragen Scheiben mit bis zu 30 Prozent zur Karosseriesteifigkeit bei und sind sogar relevant für die Funktion des Beifahrerairbags – diese Sicherheit ist aber nur garantiert, wenn die Scheibe unbeschädigt ist. Die meisten Schäden an Fahrzeugscheiben entstehen durch Steinschläge, ihre Ursachen sind jedoch komplexer. Neben Form und Aufprallenergie des Steins spielen Mikrodefekte in der Glasoberfläche sowie Temperaturunterschiede zwischen Innen- und Außenbereich eine entscheidende Rolle.
Selbstversuch in der ballistischen Testeinrichtung: Wir bekamen die Gelegenheit, unter kontrollierten Bedingungen in einer temperierten Zielkammer Gesteine unterschiedlicher Form und Herkunft auf Frontscheiben zu schießen.
Bild: Belron
Feine Vorschäden durch falsche Reinigung oder mechanische Belastung kommen hinzu. Diese oft unsichtbaren Mikrokratzer schwächen das Material lokal und erhöhen das Risiko für Rissbildung deutlich. Auch chemische Einflüsse werden häufig unterschätzt: Scheibenreiniger können bei falscher Anwendung Beschichtungen angreifen, Glaspolituren zusätzliche Mikrokratzer erzeugen. Im Winter hinterlassen Eiskratzer feine Schäden – besonders bei hohem Druck oder verschmutzten Kanten. Eisschaber mit geringer Abtragsleistung erfordern oft mehr Kraft und können eine bereits – wenn auch unsichtbar – vorgeschädigte Scheibe im Extremfall zum Reißen bringen.
Kaum sichtbar: Kleine Schäden, etwa durch mangelhafte Eiskratzer, bleiben oft unentdeckt – bis es zum "catastrophic failure", also zum Scheibenriss, kommt.
Bild: AUTO BILD / Sven Krieger
In der Praxis entscheidet sich dann schnell, ob eine Reparatur möglich ist oder ein Austausch erforderlich wird. Bei der Steinschlagreparatur wird ein spezielles Harz eingebracht, das unter UV-Licht aushärtet und die Stabilität wiederherstellt. Grenzen setzen Größe, Position und Tiefe des Schadens. Nach einem Austausch ist bei modernen Fahrzeugen häufig eine Kalibrierung der Assistenzsysteme notwendig.
Showeffekt: Live-Reparatur einer Frontscheibe mit dem mobilen Repair-System "Glass Medic" von Belron.
Bild: Belron
Entscheidend ist das Zusammenspiel dieser Belastungen. Mikrokratzer erleichtern das Eindringen von Schmutz und Feuchtigkeit, chemische Einflüsse schwächen die Oberfläche zusätzlich. In Kombination mit Steinschlägen sinkt die Reparaturfähigkeit deutlich. Pflege und Umgang mit der Scheibe haben damit direkten Einfluss auf Sicherheit, Lebensdauer und Kosten.
Damit Sie Ihre Scheibe bestmöglich erhalten können, stellen wir Ihnen hier die besten Produkte rund um Autoscheiben vor, die in unseren Produkttests als Testsieger abgeschnitten haben.

Im Gespräch mit den Fachleuten hinterfragten wir die mechanischen und chemischen Einflüsse auf den Reparaturbereich.
Bild: Belron

Der beste Eiskratzer des AUTO BILD-Tests

Mit diesem hochwertig verarbeiteten Heyner Eiskratzer und der präzisen Klinge lässt sich die Windschutzscheibe mühelos und vor allem kratzerfrei von Eis befreien. Losen Schnee können Sie einfach mit dem integrierten Besen wegfegen. Der lange Griff verhindert kalte, schneenasse Finger und garantiert bestes Handling!

Test-Empfehlung

Heyner

995100

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  • Pro Iconhochwertige Verarbeitung
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  • Pro Icongutes Handling
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    Das beste Scheibenenteiser-Spray des AUTO BILD-Tests

    Noch müheloser und schonender für Scheibe und Nerven lässt sich die zugefrorene Scheibe mit einem speziellen Scheiben-Enteiser behandeln. In unserem Test hat sich das Mittel von Liqui Moly als besonders wirksam, ergiebig und materialschonend erwiesen – die beste Wahl für alle Autofahrer, wenn es schnell gehen muss.

    Test-Empfehlung

    LIQUI MOLY

    Enteiser 6902

    1,3
    sehr gut
    • Pro Iconsehr wirksam
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    • Contra Iconleicht alkoholischer Geruch
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    Der beste Winter-Scheibenreiniger des AUTO BILD-Tests

    Der Sonax AntiFrost+KlarSicht überzeugte als Test- und Preis-Leistungs-Sieger. Die Fertigmischung bietet starke Reinigungsleistung, gute Sicht und greift die Windschutzscheibe nicht an – klare Empfehlung für den Winter.

    Test-Empfehlung

    Sonax

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    1,4
    sehr gut
    • Pro Iconüberragende Reinigungsleistung
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      Die Windschutzscheibe ist ein zentrales Sicherheitsbauteil und zugleich Hightech-Träger. Viele Schwächen entstehen im Alltag – oft unsichtbar. Entscheidend ist daher die richtige Pflege: schonend enteisen, aggressive Reiniger vermeiden. Denn der Zustand der Scheibe bestimmt, wie anfällig sie für Steinschläge und Risse ist.
      Nach zwei Tagen im Forschungszentrum der Uni Swansea wird klar: Scheibenpflege ist sicherheitsrelevant, fast jeder Steinschlag reparierbar – und jeder Riss hat seinen Ursprung in einem solchen Einschlag. Mit aufwendigen Tests und Simulationen arbeiten die Experten daran, Schäden besser zu verstehen und Reparaturen zu optimieren.