Das Szenario "Blackout" ist gefürchtet: Ein Defekt in der Stromversorgung legt das öffentliche Leitungsnetz lahm, und ganze Regionen stehen im Dunkeln. Bisher ist solch ein überregionaler Blackout in Deutschland nicht passiert – doch seit am 28. April in Spanien und Portugal die Hälfte des Stromnetzes zusammenbrach (und das für mehrere Stunden), rückt die Gefahr schmerzlich ins Bewusstsein.
Ob durch Überlastung oder Ausfall von Trafostationen oder Sabotage – mögliche Ursachen gibt es viele. Wenn auch das öffentliche Ladenetz ausfällt, bleiben Elektroautos stehen. Zu Fuß gehen ist keine Option – also was tun? Während sich Benzin oder Diesel in kleineren Mengen zu Hause lagern lassen, ist das mit Strom kaum möglich. Es sei denn, man benutzt eineNotstromaggregat.

Die besten Notstromaggregate

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Diese Standmotoren für den Heimwerker- und Campingbedarf treiben mit Benzin- oder Dieselantrieb eine fest verbundene Lichtmaschine an. Der erzeugte Strom wird auf 230 Volt Haushaltsspannung transformiert und kann direkt über eine oder mehrere Schuko-Steckdosen am Gerät abgenommen werden.
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Ein Notstromaggregat ist als Mini-Kraftwerk fürs Elektroauto geeignet, wenn es mal zum Stromausfall kommt – verbraucht aber viel Kraftstoff.
Bild: Sven Krieger

Wie teuer ist die mobile E-Auto-Energie

Doch funktioniert das Laden eines E-Autos per Notstromaggregat überhaupt? "Prinzipiell ist das möglich", sagt Ralf Petri vom Verband der Elektrotechnik (VDE). Allerdings sei zu beachten, dass so ein Gerät – je nach dazugehörigem Stromgenerator – nur geringe Mengen produziert. "Mehr als 3,6 Kilowatt Leistung sind wegen der angeschlossenen Schukosteckdose nicht möglich", so Petri gegenüber AUTO BILD. Für mehr genügen der Leitungsdurchschnitt und die Absicherung nicht. "Damit ist – unter Berücksichtigung eines Puffers – eine Dauerleistung von etwa zwei kW möglich."
Beim derzeit größten Elektroauto-Akku auf dem Markt, dem 118 kW großen Stromspeicher im Mercedes EQS, würde so eine Ladeaktion rein rechnerisch 59 Stunden dauern. Mit Vor- und Nachlauf zur Schonung des leeren und final fast vollen Akkus sind es noch einige Stunden mehr. Macht gut zweieinhalb Tage. Hinzu kommt der immense Energieverbrauch: Je nach Gerät benötigt so ein Mini-Kraftwerk für 1 kWh Strom rund 1,5 Liter Benzin. Mittelgroße Elektroautos verbrauchen im Schnitt 20 kWh auf 100 km. Legt man diesen Durchschnittsverbrauch zugrunde, kosten 100 km aus dem Notstromaggregat 30 Euro – extrem teure Mobilität. Und dazu noch schmutzig, denn einen Katalysator hat ein Notstromaggregat der günstigen Preisklasse natürlich nicht.

Die besten E-Autos bis 48.000 Euro

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Wie groß ist die Power mobiler Ladedienste?

Aber es geht ja um einen Notfall, der nur die Mobilität sicherstellen soll. Und da ist es denkbar, dass man die Maschine fünf Stunden laufen lässt, um anschließend 50 Kilometer Reichweite im Akku zu haben. Das ist sogar ein Geschäftsmodell, sagt Petri: "In Amerika gibt es bereits mobile Ladedienste, die liegen gebliebenen E-Autos auf Anruf Pannenhilfe bringen."
Dort werde allerdings aufgrund der begrenzten Zeit mit höherer Ladeleistung gearbeitet. An Bord sei zumeist ein größeres Aggregat mit elf und mehr kW Ladeleistung, also auf Niveau einer AC-Ladesäule oder Wallbox – so hat man in einer halben Stunde genügend Strom im Akku, um zur nächstgelegenen Ladesäule zu fahren.

Gibt es mobile Range Extender?

Wäre es auch denkbar, den Notstromaggregat dauerhaft mitzunehmen – als mobilen Range Extender? "In Foren habe ich schon gelesen, dass manche so etwas tun", sagt Petri. Doch der Nutzen sei fraglich, schließlich wiegt ein Notstromaggregat schnell 50 Kilogramm und mehr, hinzu kommt der Spritvorrat. Und: Die Gefahr, mit dem Elektroauto liegenzubleiben, sei in Zeiten stetig wachsender Ladenetze äußerst gering. Petri, der seit Jahren ein E-Auto besitzt, ist es noch nie passiert.