Moin! Ja, dir auch guten Tag, du alter Fellknödel. Ich darf das so salopp sagen, wir sind nämlich ganz dicke, das Murmeltier und ich. Täglich grüßt es – gefühlt zumindest. Denn ein Vergleichstest der feinen Mittelklassekombis gehört bei AUTO BILD zu den regelmäßig wiederkehrenden Ritualen wie Zähne putzen oder Super tanken. Kein Wunder: Die Kategorie ist extrem beliebt (davon träumt der Dienstwagen-Fahrer!), das Prestige hoch, das Ergebnis sowieso spannend. Diesmal tummeln sich im Murmeltiergehege: der 190 PS starke BMW 320d Touring, das Mercedes C 250 d T-Modell (mit 204 PS) und der 190 PS starke VW Passat 2.0 TDI Variant.
An der Kasse heißt es bei der C-Klasse tapfer sein
Preislich ein typischer Mercedes: Das C 250 d T-Modell kostet in Testwagen-Ausstattung satte 54.403 Euro.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Auslöser der heutigen Grüß-Runde: BMW hat seinen Bestseller überarbeitet, der Kombi will mit neuem Fahrwerk und 6 PS mehr Bums (bislang hatte der 20d "nur" 184 PS) die Artgenossen von Mercedes und VW erschrecken. Soll der 3er doch seinen Pelz aufplustern, wie er lustig ist – wir gehen da streng nach Punkteschema ran. Also alles wie immer am Murmeltiertag – es wird mal wieder lustig und interessant. Der neue 320d Touring ist für 38.950 Euro zu haben. Die Ausstattung fällt dabei mager aus. Ein schnödes Radio ist an Bord, Leder bedeckt immerhin Lenkrad und Schaltknauf, die Klimatisierung erfolgt automatisch. Dann wird's dünn. Navi? E-Sitze? Einparkhilfe? Nix da. Nicht einmal eine Dachreling setzt BMW dem Touring serienmäßig auf. Am Ende kostet ein brauchbar ausgestatteter 320d mit Automatik 48.150 Euro. Heftig, zumal der Allrounder im 3er erst in dieser Preislage voll zur Geltung kommt. Doch dazu später mehr. Bei Mercedes sieht die Sache ähnlich aus. Der Grundpreis liegt mit 45.845 Euro deutlich höher, dafür sind das Automatikgetriebe, die teilelektrische Verstellung der Sitze und ein Temporegler ohne Aufpreis an Bord. Für Einparksensoren oder beheizte Sitze zum Beispiel verlangt das hohe Haus jedoch zusätzliches Geld. Nach unserem Bewertungsschema sind für einen C 250 BlueTec mit Automatik 54.403 Euro erforderlich.
Der Passat hat viel Raum für Passagiere und Gepäck
Wolfsburger Raumriese: Dank quer eingebautem Motor bietet der VW Passat am meisten Platz.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
VW zeigt, wie so etwas günstiger geht. Zu den 38.500 Euro für einen Variant 2.0 TDI DSG (also Doppelkupplungs-Getriebe mit sechs Gängen) summieren sich beispielsweise allein 3845 Euro für eine Dämpferverstellung, das große Navi sowie die Progressivlenkung. Eine teilelektrische Sitzverstellung oder auch Einparksensoren stehen immerhin serienmäßig zur Verfügung. Genug Finanztheorie, jetzt treten wir den Kombis, Pardon, in den Hintern. Ein Fußtritt in den Bereich unterhalb der Heckschürze der drei Kandidaten reicht nämlich, um gegen Aufpreis die Kofferraumklappe elektrisch betrieben aufzuschwingen. Dahinter: reichlich Platz (bei VW mit bis zu 1780 Liter Ladevolumen am meisten), eine äußerst elegante Sitzbank-Falttechnik (zumindest bei Mercedes – hier klappt das elektrisch) und eine Menge zusätzlicher Stauraum in versteckten Fächern. Dennoch: Vorteil für VW, dank dem quer eingebauten Motor bietet der Passat ein Kingsize-Volumen. Hinten wie vorne steht ungleich mehr Platz für Fahrer und Passagiere zur Verfügung als bei Mercedes und BMW – speziell die C-Klasse geizt im Fond mit den nötigen Reserven neben den Ellenbogen und über dem Scheitel. Im BMW fällt das Einsteigen über den ausgeprägten Radhausbogen hinweg schwerer als bei Mercedes. In den luftigen Passat fällt man – auch dank der größeren Türen – quasi von allein hinein.
Alle drin? Dann los! Der vermeintlich gemütliche Passat spielt den tänzelnden Athleten. Nicht, weil er besonders knackig oder hart abgestimmt wurde. Das liegt an seiner leichtgängigen und direkten Lenkung. Kurze Drehung am Lenkrad, schon kommt Schwung in die Karosserie. Wirklich sportlich ist er allerdings nicht. Tatsächlich ist der VW eher so etwas wie ein Langstreckenexperte. Ordentlich gedämmt und weich gefedert rollt er unter Teillast dezent summend dahin, nimmt beim Gasgeben nachdrücklich Fahrt auf, liegt verbindlich auf der Straße.
Die Lenkung des BMW irritiert mit Unentschlossenheit
Misslungene 3er-Lenkung: wenig Rückmeldung, in engen Baustellen haarsträubend unentschlossen.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Auf rutschiger Oberfläche scharren die Vorderräder etwas ungebührlich, beim Bremsen fehlen zum Benz ungefähr eineinhalb Meter, die Sicherheitsausstattung dürfte gerne umfangreicher ausfallen – sonst hapert es nirgends. Der BMW dagegen liegt häufiger mal daneben. Zum Beispiel behelligt er seine Passagiere mit rüttelndem Aufbau, sobald die Straßenbelag schlechter wird. Speziell bei langsamer Fahrt mag die Federung nicht so fein ansprechen, wie die neuen Dämpfer glauben lassen, das wirkt störrischer als beim VW. Außerdem lässt der Touring Spurtreue vermissen und irritiert mit seiner unentschlossenen wie künstlichen Elektro-Servolenkung. Deren Abstimmung finden wir misslungen. Wenig Rückmeldung, in engen Baustellen haarsträubend unentschlossen um die Mittellage herum – das ging mal besser. Auch der Motor ist kein Leisetreter, unter Last dieselt’s mächtig. Überhaupt die Geräuschkulisse: Jedes Stößchen aus der Fahrbahndecke ist auch hörbar, gefühlt machen sich sogar Unterschiede der Asphaltfarbe akustisch bemerkbar. Gut: Der 3er lässt sich sportlich dirigieren, bremst anständig und scheut auch Lastwechsel in Kurven nicht.
Dem Mercedes ist – abgesehen vom vergleichsweise mäßigen Platzangebot – überhaupt nichts vorzuwerfen. Der Motor klingt ebenfalls kernig, dafür hat der 2.2er Druck wie ein ganz Großer. Satte 500 Newtonmeter Kraft ab 1600 Touren sind selbst in dieser Liga amtlich. Die Durchzugswerte belegen dann auch: Den Überholspurt von Tempo 80 auf 120 hakt der Benz ab, da haben die Konkurrenten noch nicht einmal heruntergeschaltet. Die Lenkung der C-Klasse arbeitet mitteilsam und ausreichend zielgenau, am tadellosen Geradeauslauf der C-Klasse sollten sich die Münchner mal eine dicke Scheibe abschneiden. Die Luftfederung des Mercedes bügelt auch da noch derbe Wellen glatt, wo der BMW seine Fondpassagiere ordentlich zusammenstaucht. Kurz: Der Benz ist ein souveräner und edler Reiseexperte – allerdings für exklusive Fünf-Sterne-Touren. Ist halt etwas teurer, so ein edles Murmeltier zu hegen.
Platz gewinnt! Deshalb liegt der VW Passat 2.0 TDI als günstiger Allrounder vorn. Der Benz? Ausgeglichen, kommod – verdienter Zweiter. BMW fährt hinterher. Merkt man ihm sein Alter an? Nicht unbedingt. Eher baut er in wichtigen Punkten wie Lenkung ab. Und auch in unserem ersten Test, bei den Limousinen, musste sich der 3er geschlagen geben. Er ist zwar gerade modellgepflegt, aber wir erwarten den Neuen.
Drei Kombis im Vergleich
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Drei Lieblinge deutscher Dienstwagen-Fahrer: VW Passat Variant, Mercedes C-Klasse T-Modell und BMW 3er Touring sind dank dickem Diesel und Automatik souveräne Mittelklasse-Kombis. Welcher ist am Ende die beste Wahl?
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BMW hat seinen Bestseller überarbeitet, der Kombi will mit neuem Fahrwerk und 6 PS mehr Bums (bislang hatte der 20d "nur" 184 PS) die Artgenossen von Mercedes und VW erschrecken.
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Soll der 3er doch seinen Pelz aufplustern, wie er lustig ist – wir gehen da streng nach Punkteschema ran. Der neue 320d Touring ist für 38.950 Euro zu haben, ...
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... die Ausstattung fällt dabei mager aus. Ein schnödes Radio ist an Bord, Leder bedeckt immerhin Lenkrad und Schaltknauf, die Klimatisierung erfolgt automatisch.
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Dann wird's dünn. Navi? E-Sitze? Einparkhilfe? Nix da, ...
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... nicht einmal eine Dachreling setzt BMW dem Touring serienmäßig auf. Am Ende kostet ein brauchbar ausgestatteter 320d mit Automatik 48.150 Euro. Heftig, zumal der Allrounder im 3er erst in dieser Preislage voll zur Geltung kommt.
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Bei Mercedes sieht die Sache ähnlich aus. Der Grundpreis liegt mit 45.845 Euro deutlich höher, ...
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... dafür sind das Automatikgetriebe, ...
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... die teilelektrische Verstellung der Sitze und ein Temporegler ohne Aufpreis an Bord. Für Einparksensoren oder beheizte Sitze zum Beispiel verlangt das hohe Haus jedoch zusätzliches Geld.
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Nach unserem Bewertungsschema sind für einen C 250 BlueTec mit Automatik 54.403 Euro erforderlich.
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VW zeigt, wie so etwas günstiger geht. Zu den 38.500 Euro für einen Variant 2.0 TDI DSG (also Doppelkupplungs-Getriebe mit sechs Gängen) ...
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... summieren sich beispielsweise allein 3845 Euro für eine Dämpferverstellung, ...
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... das große Navi sowie die Progressivlenkung.
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Eine teilelektrische Sitzverstellung oder auch Einparksensoren stehen immerhin serienmäßig zur Verfügung, ...
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... der Testwagenpreis beläuft sich inklusive aller relevanten Extras am Ende auf 43.925 Euro.
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Hinter den Heckklappen der drei Kombis ist reichlich Platz. VW setzt mit 650 bis zu 1780 Liter Ladevolumen hier die Bestmarke.
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Mercedes überzeugt mit einer äußerst eleganten Sitzbank-Falttechnik und einer Menge zusätzlichem Stauraum in versteckten Fächern. Mit 490 bis 1510 Litern Fassungsvermögen ist das Gepäckabteil des Benz ...
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... fast identisch mit dem des BMW, der zwischen 495 und 1500 Liter verpackt.
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Dank des quer eingebauten Motors bietet der Passat ein Kingsize-Volumen. Hinten wie vorne steht ungleich mehr Platz für Fahrer und Passagiere zur Verfügung ...
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... als bei Mercedes und BMW – speziell die C-Klasse geizt im Fond mit den nötigen Reserven neben den Ellenbogen und über dem Scheitel.
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Im BMW fällt das Einsteigen über den ausgeprägten Radhausbogen hinweg schwerer als bei Mercedes. In den luftigen Passat fällt man – auch dank der größeren Türen – quasi von allein hinein.
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Alle drin? Dann los! Der vermeintlich gemütliche Passat spielt den tänzelnden Athleten. Nicht, weil er besonders knackig oder hart abgestimmt wurde. Das liegt an seiner leichtgängigen und direkten Lenkung.
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Kurze Drehung am Lenkrad, schon kommt Schwung in die Karosserie. Wirklich sportlich ist er allerdings nicht. Tatsächlich ist der VW eher so etwas wie ein Langstreckenexperte. Ordentlich gedämmt und weich gefedert rollt er unter Teillast dezent summend dahin, ...
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... nimmt beim Gasgeben nachdrücklich Fahrt auf, liegt verbindlich auf der Straße. Auf rutschiger Oberfläche scharren die Vorderräder etwas ungebührlich, ...
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... beim Bremsen fehlen zum Benz ungefähr eineinhalb Meter, die Sicherheitsausstattung dürfte gerne umfangreicher ausfallen – sonst hapert es nirgends.
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Der BMW dagegen liegt häufiger mal daneben. Zum Beispiel behelligt er seine Passagiere mit rüttelndem Aufbau, sobald die Straßenbelag schlechter wird. Speziell bei langsamer Fahrt mag die Federung nicht so fein ansprechen, wie die neuen Dämpfer glauben lassen, das wirkt störrischer als beim VW.
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Außerdem lässt der Touring Spurtreue vermissen und irritiert mit seiner unentschlossenen wie künstlichen Elektro-Servolenkung. Deren Abstimmung finden wir misslungen. Wenig Rückmeldung, in engen Baustellen haarsträubend unentschlossen um die Mittellage herum – das ging mal besser.
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Auch der Motor ist kein Leisetreter, unter Last dieselt's mächtig. Mit 190 PS und 400 Nm Drehmoment ist der BMW exakt so stark wie der VW.
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Überhaupt die Geräuschkulisse: Jedes Stößchen aus der Fahrbahndecke ist auch hörbar, gefühlt machen sich sogar Unterschiede der Asphaltfarbe akustisch bemerkbar. Gut: Der 3er lässt sich sportlich dirigieren, bremst anständig und scheut auch Lastwechsel in Kurven nicht.
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Dem Mercedes ist – abgesehen vom vergleichsweise mäßigen Platzangebot – überhaupt nichts vorzuwerfen. Der Motor klingt ebenfalls kernig, ...
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... dafür hat der 2.2er Druck wie ein ganz Großer. Satte 500 Newtonmeter Kraft ab 1600 Touren sind selbst in dieser Liga amtlich.
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Die Durchzugswerte belegen dann auch: Den Überholspurt von Tempo 80 auf 120 hakt der Benz ab, da haben die Konkurrenten noch nicht einmal heruntergeschaltet.
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Die Lenkung der C-Klasse arbeitet mitteilsam und ausreichend zielgenau, am tadellosen Geradeauslauf der C-Klasse sollten sich die Münchner mal eine dicke Scheibe abschneiden.
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Die Luftfederung des Mercedes bügelt auch da noch derbe Wellen glatt, wo der BMW seine Fondpassagiere ordentlich zusammenstaucht. Kurz: Der Benz ist ein souveräner und edler Reiseexperte.
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Platz drei mt 567 von 750 Punkten: BMW 320d Touring – kleine Patzer bei Lenkung und Federung.
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Platz zwei mit 572 von 750 Punkten: Mercedes C 250 d T-Modell – bärenstarker Reisespezialist, günstig sieht anders aus.
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Platz eins mit 592 von 750 Punkten: VW Passat Variant 2.0 TDI – groß, kultiviert, sparsam und nicht zu teuer.
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Das Fazit von Jan Horn: "Platz gewinnt! Deshalb liegt der VW Passat 2.0 TDI als günstiger Allrounder vorn. Der Benz? Ausgeglichen, kommod – verdienter Zweiter. BMW fährt hinterher. Merkt man ihm sein Alter an? Nicht unbedingt, ...
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... eher baut er in wichtigen Punkten wie Lenkung ab. Und auch in unserem ersten Test, bei den Limousinen, musste sich der 3er geschlagen geben. Er ist zwar gerade modellgepflegt, aber wir erwarten den Neuen."