2019 kündigte BMW eine Wasserstoff-Version des X5 an, 2022 soll der "BMW i Hydrogen Next" nun Wirklichkeit werden. Der von der Brennstoffzelle mit Strom versorgte Antrieb soll eine Systemleistung von bis zu 275 kW (374 PS) besitzen und stammt aus dem E-SUV iX3. Im Wasserstoff-BMW wird dabei alleine die Brennstoffzelle eine elektrische Leistung von 125 kW (170 PS) aufbringen können. Der zur Stromerzeugung benötigte Wasserstoff soll in zwei 700-Bar-CFK-Hochdrucktanks gasförmig gespeichert werden. Zusammen fassen die Tanks laut BMW bis zu sechs Kilogramm Wasserstoff. Damit auch für kurze Zwischenspurts immer genug Energie zur Verfügung steht, puffert der BMW Strom in einen Akku, der unterhalb des Kofferraums sitzt.
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BMW i Hydrogen Next
Einer der beiden Wasserstofftanks nutzt den Kardantunnel des X5.

2022 in Kleinserie geplant

Eine Massenproduktion stünde bislang noch nicht auf der Agenda, so das Unternehmen. "Aus unserer Sicht muss Wasserstoff als Energieträger zunächst in hinreichenden Mengen, mit grünem Strom und zu wettbewerbsfähigen Preisen produziert werden.", so der frühere BMW Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich 2019 zu den Voraussetzungen für eine zeitnahe Fertigung. Außerdem fehle es in den Augen von BMW auch 2021 noch immer an der passenden Infrastruktur bei den Tankstellen. So lange die Rahmenbedingungen noch nicht stimmen, möchten die Münchner ihren Kunden also noch kein Wasserstofffahrzeug zum Kauf anbieten.
Viele der Komponenten für den Wasserstoffantrieb des X5 werden künftig im BMW-Werk in Landshut produziert.

BMW X5 mit optischen Anpassungen

Der Hydrogen Next ist schon auf den ersten Blick als BMW X5 erkennbar. Die Modifikationen an der Optik halten sich in Grenzen. Allerdings bekommt der BMW viele blaue Akzente, die ihn als BMW i-Modell auszeichnen sollen. So erhält die Motorhaube spezielle Muster in Blau, die Lufteinlässe in der Schürze tragen ebenfalls blaue Elemente und fallen sehr groß aus. Seitlich fallen die akzentuierten Alu-Felgen ins Auge. Und am Heck erhält der Hydrogen Next einen Diffusor und kleine Winglets.

Wasserstoff bei BMW schon lange ein Thema

Die Brennstoffzellentechnik für die geplante Kleinserie stammt aus einer Kooperation von BMW und Toyota. Seit 2013 arbeiten die beiden Autobauer zusammen, seit Sommer 2015 testet BMW mit einer Wasserstoff-5er-GT-Flotte die Praxistauglichkeit des gemeinsam entwickelten Antriebsstrangs. Dabei arbeitet BMW schon seit Jahren an Wasserstoff-Fahrzeugen, bislang aber ohne signifikante Erfolge zu verzeichnen. Zwar wurden 2002 100 Stück des BMW Hydrogen 7 auf Basis des E66 7ers produziert, in den Verkauf gingen sie aber nie.
BMW Hydrogen7
Vom BMW Hydrogen 7 auf Basis des E66 wurden nur 100 Exemplare gebaut.

Prominente und Politiker, darunter Münchens damaliger Oberbürgermeister Christian Ude, erhielten die Fahrzeuge auf Leasingbasis. Besonders beim Hydrogen 7: Der Wasserstoff wird nicht für den Betrieb einer Brennstoffzelle genutzt, sondern in einen Kolbenmotor eingeblasen. Als Antrieb dient ein leicht angepasster 760i-Motor. Allerdings leistet er als Wasserstoffmotor deutlich weniger. Benzinbetrieben sind es 445 PS und 600 Nm, im Hydrogen 7 lediglich 260 PS und 390 Nm.