Kein ganz leichtes Erbe, das BMW der zweiten Auflage des Elektro-SUV iX3 in die Wiege legt. Die zugrunde liegende 800-Volt-Architektur nennen die Bayern Neue Klasse. So wie die vor 64 Jahren zwischen dem BMW 700 und dem Barockengel 502 positionierte Mittelklasse, die letztlich zum Retter der kriselnden Marke wurde.
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iX3 50 xDrive

BMW iX3 50 xDrive

Optik ist Geschmacksache

Heute stellt sich die Situation nicht ganz so dramatisch dar, aber auch die aktuelle Neue Klasse ist zum Erfolg verpflichtet. Als erster Vertreter dieser Modellfamilie stellt sich der iX3 50 xDrive dieser Verantwortung und dem AUTO BILD-Test.
BMW iX3 50 xDrive
Eigenständig: Die Front des iX3 kommt mit den klassischen, senkrechten Nieren. Das gefällt nicht jedem, wirkt aber stimmig.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Auf den ersten Blick fallen die senkrecht ausgerichteten, klassisch schmalen Nieren auf. Ein sehr eigenständiger Look, der sicher nicht jedem gefällt, aber stimmig wirkt. Die auf 2,90 Meter auseinandergerückten Achsen und die gegenüber dem Vorgänger um zwölf Zentimeter gewachsene Außenlänge (jetzt 4,78 m) bringen großzügige Platzverhältnisse.

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Motor Bauart 
Asynchron-/Synchronmotor 
Einbaulage 
je ein Motor vorn und hinten 
Spitzenleistung 
345 kW (469 PS) 
Dauerleistung 
170 kW (231 PS) 
maximales Drehmoment 
645 Nm 
Vmax
210 km/h 
Getriebe 
Einganggetriebe 
Antrieb 
Allradantrieb 
Bremsscheiben vorn/hinten 
330/345 mm 
Testwagenbereifung 
255/40–275/40 R 21 Y 
Reifentyp 
Michelin Pilot Sport EV 
Radgröße vorn/hinten 
9,0–9,5 x 21" 
Reichweite* 
693 km 
Verbrauch* 
17,5 kWh/100 km 
Batteriekapazität brutto/netto 
108,7 kWh 
Ladeleistung AC/DC 
11/400 kW 
Ladezeit (10-80 %, DC-Ladung) 
21 Minuten 
Ladeanschluss 
hinten rechts 
Fach unter Frontklappe 
Serie/58 l 
Vorbeifahrgeräusch 
65 dB(A) 
Anhängelast gebr./ungebr. 
2000/750 kg 
Stützlast 
80 kg 
Kofferraumvolumen 
520–1750 l 
Länge/Breite/Höhe 
4782/1895–2093**/1635 mm 
Radstand 
2897 mm 
Grundpreis
70.900 Euro
Testwagenpreis (wird gewertet)
79.660 Euro
Hinten gibt es um Kopf und Knie ebenfalls viel Luft, erlauben 35 Zentimeter Beinhöhe und eine neigungsverstellbare Lehne eine entspannte Sitzposition. Der Kofferraum bietet klassenübliches Volumen, der Teppich zeigt zwischen Boden und Seitenteilen aber leichte Farbunterschiede und fällt für diese Preisliga recht einfach aus. Die Ladekante liegt wegen des Akkus stolze 78 Zentimeter hoch, die Heckklappe öffnet zum Trost aber auf freundliche 1,95 Meter.

Breites Display unter der Windschutzscheibe

Den Arbeitsplatz gestaltet BMW komplett neu. Statt Fahrerdisplay werden Informationen über die gesamte Fahrzeugbreite auf ein schwarzes Band unten an der Windschutzscheibe projiziert. Der Blick darauf über das Lenkrad, das mit seinem Vierspeichen-Design und den recht kleinen Tasten in der rechten Insel etwas irritiert, funktioniert gut. Der Fahrer kann die Inhalte unter "Personal" anpassen, von Akkutemperatur bis Lenkwinkel vieles einblenden. Und ein 3D-Head-up-Display steht optional auch zur Verfügung (1900 Euro im Paket).
BMW iX3 50 xDrive
Neue Klasse, neuer Look: breites Anzeigenband, Lenkrad mit Extra-Speiche oben. Das Zweispeichen-M-Lenkrad kostet 300 Euro.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Die Bedienung läuft über den großen, knackscharfen Touchmonitor, wo sich Tempowarner und Spurhalter direkt deaktivieren lassen, der aber auch für Sitzmemory und Verstellung der elektrischen Lüfterdüsen zuständig ist – wer denkt sich das aus? Radio, Navi, Klima, Fenster und mehr beherrscht auch die sehr aufmerksame Sprachassistenz, die dank KI auch einfach mal "plaudern" mag.
Und natürlich ist der iX3 zeitgemäß vernetzt. Over-the-Air-Updates gehen ebenso wie kabellose Handyspiegelung/-ladung oder die komplette Lade-Unterstützung (Vorkonditionierung, Routenplanung, bei wem, wann und wie viel soll geladen werden). Alles super-modern – ob die praktischen Haltegriffe am Dach da einfach vergessen wurden?

Hohes Gewicht kaum spürbar

Trotz fast 2,3 Tonnen Leergewicht fährt der iX3 enorm handlich und leichtfüßig. Die leichtgängige, aber exakte Lenkung vermittelt viel Gefühl, die Bremse arbeitet vor allem warm hervorragend, das eher straffe Stahlfederfahrwerk ohne Verstelldämpfer reduziert Aufbaubewegungen gekonnt.
BMW iX3 50 xDrive
Leichtfüßig: Der iX3 50 xDrive fährt dank der guten Lenkung und wenig Aufbaubewegungen enorm handlich – trotz 2,3 Tonnen Gewicht.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Auch der Komfort ist angesichts der 21-Zoll-Räder mit wenig Gummi (40er-Querschnitt) richtig gut, auf miesen Strecken aber spürbar schlechter als in luftgefederten, adaptiv gedämpften Mitstreitern. Vor allem im Fond kommt da schon mal Unruhe auf.

Messwerte

Messwerte
Beschleunigung
0–50 km/h
2,2 s 
0–100 km/h 
4,8 s 
0–130 km/h 
7,1 s 
0–160 km/h 
10,2 s 
0–200 km/h 
16,0 s 
Zwischenspurt
60–100 km/h
2,1 s 
80–120 km/h 
2,6 s 
Leergewicht/Zuladung 
2340/485 kg 
Gewichtsverteilung v./h. 
48/52 % 
Wendekreis links/rechts 
11,9/11,9 m 
Sitzhöhe 
685 mm 
Bremsweg
aus 100 km/h kalt
36,1 m 
aus 100 km/h warm 
33,6 m 
Innengeräusch
bei 50 km/h
56 dB(A) 
bei 100 km/h 
62 dB(A) 
bei 130/160 km/h 
67/71 dB(A) 
Verbrauch
Sparverbrauch 
16,5 kWh/100 km 
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde
(Abweichung zur WLTP-Angabe)
24,0 kWh/100 km
(+37 %)
Sportverbrauch 
30,0 kWh/100 km 
CO2 (lokal) 
0 g/km 
Reichweite 
507 km 
Der 469 PS starke Antrieb erfreut in allen Lagen mit Kraft und Kultur, beherrscht sowohl das rabiate Loszischen (auch aus engen Kurven ohne Traktionsprobleme) perfekt als auch das lautlose Cruisen.

Großer Akku für viel Reichweite

Besonders beeindruckend: die perfekte Elektronik-Abstimmung. Das ESP hat immer alles im Griff, belästigt den Fahrer nie und lässt das Heck dennoch dezent um die Kurve "mitlenken". Einmalig: Die mehrfach verstellbare Rekuperation hält im One-Pedal-Modus so gefühlvoll an, dass Profi-Chauffeure spontan umschulen wollen.
BMW iX3 50 xDrive
Im Testdurchschnitt verbrauchte der iX3 50 xDrive 24 kWh auf 100 Kilometer. Dank des 108,7 kWh großen Akkus kommt er mit einer vollen Ladung trotzdem 507 Kilometer weit.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Im Test verbrauchte der iX3 exakt 24 kWh, was keine Begeisterungsstürme auslöst, ihm angesichts des 108,7 kWh großen Akkus aber 507 Kilometer Testreichweite beschert. Der iX3 lädt mit bis zu 400 kW Gleichstrom vorbildlich fix. An Wechselstrom schaffte unser Testwagen 11 kW, eine 22-kW-Option ist künftig verfügbar.

Wertung BMW iX3 50 xDrive

Wertung BMW iX3 50 xDrive
Karosserie
Gutes Raumangebot, hohe Anhängelast (2,0 t), aber mäßige Zuladung (485 kg). Nicht ganz knisterfrei.
4 / 5
Antrieb
Stets druckvoll und sehr leise, dank XXL-Akku gute Reichweite, hohe Ladeleistung (400 kW).
4,5 / 5
Fahrdynamik
Trotz 2,3 Tonnen sehr agil, Elektronik regelt perfekt, Lenkung präzise, Wendekreis groß (11,9 m).
4 / 5
Connected Car
Schnelle, aufmerksame Sprachassistenz, Vernetzung umfangreich, viele Naviansichten, viele Apps.
5 / 5
Umwelt
Maße für Mittelklasse-SUV üblich, aber recht hohes Gewicht. Technisch auf der Höhe der Zeit.
3,5 / 5
Komfort
Bedienung einfach, Komfort gut, aber etwas herb auf kurzen Stößen, Sitzflächen vorn recht klein.
4 / 5
Kosten
Preis hoch, aber klassenüblich, recht wertstabil, drei Jahre Garantie, teure Vollkaskoeinstufung.
2,5 / 5
AUTO BILD-Testnote
1,5

Ein teures Elektro-Vergnügen

Den Einstieg bei 70.900 Euro macht auch ein Elektrobonus (bis 6000 Euro) kaum leichter. Wärmepumpe, Klimaautomatik, etliche Assistenten und mehr sind immerhin Serie.
BMW iX3 50 xDrive
Für den iX3 50 xDrive verlangt BMW mindestens 70.900 Euro. Unser Testexemplar mit allen relevanten Extras kostete 79.660 Euro.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Und ein Mercedes GLC 400 4Matic (489 PS) kostet ab 71.281 Euro. Leasing? Wenn, dann nicht über BMW. Ohne Anzahlung werden monatlich über 1000 Euro fällig (3 Jahre, 10.000 km/Jahr).

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BMW iX3 50 xDrive im ersten Test

Fazit

von AUTO BILD
Der iX3 ist ein verdammt gutes Elektro-SUV, das technisch aus dem Vollen schöpft. Es fährt fantastisch, ist geräumig, bietet innovative Bedienung und hohe Reichweite. Verbrauch und Preis dürften allerdings gern niedriger liegen. AUTO BILD-Testnote: 1,5