"Bei nächster Gelegenheit", soll Ferdinand Karl Piëch gesagt haben. Mit leuchtenden Augen öffnet Bugatti-Chefdesigner Frank Heyl den Vorhang: "Das hier ist die nächste Gelegenheit!" Vor mir steht ein Bugatti Veyron. Das Auto, das vor 20 Jahren die Grenzen des Machbaren im Autobau neu definiert hat. Das Auto, das die Ära der Hypercars einläutete.
Aber Moment, irgendetwas stimmt hier nicht. Was im ersten Moment aussieht wie ein 20 Jahre alter Bugatti Veyron, entpuppt sich auf den zweiten Blick als ein völlig neues Auto. Es ist der Bugatti Veyron FKP Hommage – oder auch Bugatti Veyron 2.0.

Bugatti Veyron FKP Hommage: eine automobile Huldigung

Ich stehe vor dem zweiten Projekt des Solitaire-Programms – jenem Programm, das Bugatti 2025 ins Leben gerufen hat, um die automobilen Träume auserwählter Kunden Wirklichkeit werden zu lassen. Nach dem Erstlingswerk Brouillard beweist das Designteam um Frank Heyl, wie vielschichtig das Solitaire-Programm ist. Der Veyron FKP Hommage ist nicht nur eine Reminiszenz an das legendäre Original, er ist eine automobile Huldigung des Mannes, der mit seiner Vision das Segment der Hypercars gegründet hat. Die Rede ist von Ferdinand Karl Piëch.
Bugatti Veyron FKP Hommage SF ??!!! Sperrfrist 22. Januar 2026 !!!
Die Neuauflage ist rund vier Zentimeter breiter als das Original. Der dreidimensionale Kühlergrill und die modernen Scheinwerfer sorgen für ein neues und doch bekanntes Gesicht.
Bild: Bugatti Automobiles
Kurze Geschichtsstunde: Als VW 1998 die Markenrechte an Bugatti erwarb, war klar, dass die Marke mit einem Paukenschlag zurückkehren sollte. Noch im selben Jahr wurde mit dem viersitzigen EB118 ein erster Ausblick gezeigt. Schnell wurde jedoch entschieden, dass das erste Modell ein Supersportwagen sein musste. Es folgten weitere Studien, ehe auf der Tokyo Motor Show erstmals der Bugatti Veyron (damals noch als EB 18.4) gezeigt wurde. Das war 1999. Im Jahr 2001 bekam der nach dem französischen Rennfahrer Pierre Veyron benannte Supersportwagen grünes Licht.

Bildergalerie

Bugatti Veyron FKP Hommage SF ??!!! Sperrfrist 22. Januar 2026 !!!
Bugatti Brouillard !!! SPERRFRIST 07.08.2025, 15 Uhr !!!
Bugatti Veyron FKP Hommage SF ??!!! Sperrfrist 22. Januar 2026 !!!
Galerie "Bugatti Veyron FKP Hommage" mit 10 Bildern öffnen
Bugatti Veyron FKP Hommage
Piëchs Vorgaben an die Entwickler waren unmissverständlich: Das Auto sollte 1000 PS haben, 400 km/h schaffen und auch für die abendliche Fahrt zur Oper geeignet sein. Die Idee zum passenden Motorenkonzept hatte der Visionär, der Maschinenbau studiert hatte und an der Entwicklung des Porsche 917 beteiligt war, passenderweise bereits 1997 auf der Rückseite eines Briefumschlags skizziert: ein 18-Zylinder-Motor, auf dessen Grundlage der 8,0-Liter-W16 entstand.

2005 war der Bugatti Veyron fertig

2005 war der Bugatti Veyron 16.4 fertig – und er erfüllte alle Vorgaben. Leistung? 1001 PS! Topspeed? 407 km/h! Beschleunigung? Von 0 auf 100 km/h in 2,5 Sekunden, bis 300 km/h in 16,7 Sekunden. Der Bugatti Veyron definierte die Grenzen des Machbaren neu und war dabei so einfach zu fahren wie ein Golf. Genau wie es sich Ferdinand Karl Piëch gewünscht hatte. Es folgten die Veyron-Varianten "Grand Sport", "Super Sport", "Grand Sport Vitesse" und unzählige Sondermodelle, ehe das Kapitel mit dem "La Finale" im Jahr 2015 geschlossen wurde.
Pünktlich zum 20. Jubiläum im Jahr 2026 (das erste Kundenfahrzeug wurde 2006 ausgeliefert) zollt Bugatti diesem Meilenstein der Automobilgeschichte nun Tribut. Das Einzelstück Veyron FKP Hommage basiert auf einem Chiron Super Sport – es sei aber praktisch das Facelift vom Veyron, das es nie gab, erklärt Frank Heyl.
Bugatti Veyron FKP Hommage SF ??!!! Sperrfrist 22. Januar 2026 !!!
Diffusor und Endrohr fallen deutlich größer aus als beim Veyron, die Rückleuchten sind modern interpretiert.
Bild: Bugatti Automobiles
Heyl kam 2008 zu Bugatti, sein erstes Projekt war der 1200 PS starke Veyron Super Sport, der einer geplanten Veyron-Überarbeitung zuvorkam. Viele Ideen, die damals für den Veyron vorlagen, konnte Heyl 20 Jahre später beim Einzelstück FKP Hommage umsetzen. Länge und Höhe der Neuinterpretation sind mehr oder weniger identisch zum Original, gleichzeitig ist die Hommage jedoch pro Seite rund zwei Zentimeter breiter als ein Veyron. Zusammen mit dem verlängerten Splitter, dem dreidimensionalen Kühlergrill und den modernen Scheinwerfern mit charakteristischer Lichtsignatur in L-Form ergibt sich ein vertrautes und doch neues Bild.

Größere Räder als beim Original

Ein Effekt, der auch auf die Räder zutrifft: Im ersten Augenblick wirken sie wie eine exakte Kopie der Veyron-Felgen. Aber ein Blick auf die Dimensionen (285/30 ZR 20 und 355/25 ZR 21) verdeutlicht, dass die Räder deutlich größer sind als beim Original, das seinerzeit auf spezielle Zwischengrößen (265/680 R 500 99 und 365/710 R 540 108) setzte. Der Vorteil: Das Einzelstück benötigt nicht die sündhaften teuren PAX-Reifen des Veyron, die mit der Felge verklebt werden, sondern kann mit "gewöhnlichen" Michelin Pilot Sport Cup 2 gefahren werden.
Bugatti Veyron FKP Hommage SF ??!!! Sperrfrist 22. Januar 2026 !!!
Der Kunde, der das zweite Solitaire-Projekt in Auftrag gegeben hat, besitzt einen originalen Veyron in der gleichen Farbkombination.
Bild: Bugatti Automobiles
Im Profil ähneln sich Neuauflage und Original am stärksten. Beide besitzen die gleiche runde Form. Frank Heyl spricht von einer "nach hinten gelehnten Silhouette" – im Gegensatz zu vielen modernen Supersportwagen, die aggressiv nach vorne geneigt sind. Auch die charakteristische Zweifarblackierung wurde übernommen, wobei sich die Künstler bei Bugatti einiges haben einfallen lassen: Dem edlen Rot liegt ein Alubeam-Lack in einem Silberton zugrunde, der mit rot eingefärbtem Klarlack überzogen wurde, was eine besondere Tiefe schaffen soll. Die schwarzen Elemente sind nicht einfach schwarz lackiert, sondern besonders dunkel gefärbtes Carbon. Normal kann schließlich jeder. Der europäische Käufer des Veyron FKP Hommage besitzt einen originalen Veyron in exakt der gleichen Farbkombination. Versteht sich.

Dezente Unterschiede

Tatsächlich sehen sich Original und Neuauflage so ähnlich, dass nur Details den FKP Hommage entlarven. Da wäre zum Beispiel das dezente Logo auf dem vorderen Kotflügel, das – wie die markanten Lufthutzen auf dem Dach – aus dem Vollen gefräst ist. Die Außenspiegel sind neu und anders positioniert. Aber das sind Details.
Ganz genau müssen selbst Profis bei den neu geformten Seitenschwellern hinschauen. Der Clou: Die schwarzen Elemente öffnen jetzt mit der Tür, was den Einstieg erleichtern soll. Ein Punkt, den ich nur allzu gerne überprüft hätte – aber trotz mehrfacher Nachfrage durfte ich mich nicht in das deutlich über zehn Millionen Euro wertvolle Einzelstück setzen. All meine Überredungskunst hat nichts geholfen.

2027 soll das Auto fertig sein

Der Grund dafür ist, dass es sich bei dem Auto aktuell noch um ein frühes, nicht fahrbereites Modell handelt. Das fertige Kundenauto soll 2027 und somit nicht mehr ganz pünktlich zum Jubiläum des Veyron ausgeliefert werden. Sei's drum.
Bugatti Veyron FKP Hommage SF ??!!! Sperrfrist 22. Januar 2026 !!!
"Zeitlos" trifft es am besten: Das Einzelstück verzichtet auf große Bildschirme, stattdessen wurde viel Wert auf die Materialauswahl gelegt.
Bild: Bugatti Automobiles
Immerhin durfte ich die Tür öffnen, was für sich genommen schon ein Erlebnis ist, denn der Bügelgriff aus Aluminium ist ein wahrer Handschmeichler. Im Innenraum führt Bugatti den Spagat aus Klassik und Moderne fort. Die Aluminium-Mittelkonsole mitsamt der Unterschrift von Pierre Veyron auf beiden Seiten ist eine gelungene Reminiszenz an den Veyron, die vier Drehregler verraten die Chiron-Basis. Das runde Dreispeichen-Lenkrad hingegen ist wieder dem des Veyron nachempfunden. Ansonsten trifft reichlich braunes Leder auf exklusiv in Paris gewebten Stoff mit EB-Monogrammen. "Custom Car Couture" sagt Bugatti dazu.

Auf dem Armaturenbrett thront eine Audemars Piguet

Doch das Highlight thront ganz oben auf der Mittelkonsole: Auf Kundenwunsch wurde eine Audemars Piguet Royal Oak Tourbillon in 41 Millimeter mit farblich passendem Zifferblatt angefertigt, die fest im Veyron FKP Hommage verbaut ist. Mittels eines ausgeklügelten Mechanismus, bei dem sich die Uhr mehrmals pro Stunde um die eigene Achse dreht, wird der mechanische Aufzug betätigt, auch wenn das Auto geparkt ist. Kostenpunkt für die in dieser Form einzigartige AP? Geheim, aber ganz sicher kostet die Uhr mehr als viele Supersportwagen!
Audemars Piguet Royal Oak Tourbillon im Bugatti Veyron FKP Hommage SF
Perfekte Symbiose: Ganz oben auf dem Armaturenbrett thront eine Audemars Piguet Royal Oak Tourbillon.
Bild: Bugatti
Preise sind in diesem Segment ohnehin zweitrangig – ebenso wie die Leistungswerte. Deshalb nur der Vollständigkeit halber: Im Veyron FKP Hommage kommt die stärkste Ausbaustufe des mittlerweile eingestellten 8,0-Liter-W16 mit vier Turboladern zum Einsatz. In Zahlen bedeutet das 1600 PS und 1600 Nm Drehmoment – und somit noch mal 599 PS und 350 Nm mehr als beim Original. Piëch wäre stolz.

Gut Ding will Weile haben

Noch stolzer aber wäre FKP vermutlich auf den Fakt, dass der Bugatti Veyron auch 20 Jahre nach seinem Debüt noch immer zu den schnellsten und exklusivsten Autos aller Zeiten gehört. Und dass ein ganz besonderer Kunde seine Vision, sein Vermächtnis fortführt – in Form des nur ein Mal gebauten Veyron FKP Hommage. Auch wenn die nächste Gelegenheit manchmal 20 Jahre auf sich warten lässt.

Fazit

Ein Mann, ein Auto, eine Vision: Der Bugatti Veyron ist und bleibt eines der bedeutendsten Autos der Neuzeit. Dem Meisterwerk und seinem Schöpfer Ferdinand Piëch Tribut zu zollen, erfordert Mut, ist jedoch gelungen. Idee und Umsetzung: 10 von 10!