Es ist schon etwas her, da hieß es: Skoda, der Billigheimer aus dem Osten. Felicia, Favorit und Co. Erinnern Sie sich? Längst ist diese Einordnung Geschichte, die VW-Tochtermarke ist so was von etabliert. Das aktuelle E-SUV Elroq ist das meistverkaufte E-Mobil der Tschechen, hat in Tests super abgeschnitten und Vergleiche bei AUTO BILD gewonnen.

Zwei kompakte Elektro-SUV im Test

Gehen wir ein paar Breitengrade weiter in Richtung Sonnenaufgang. So manch einer ist der Meinung, China-Autos wären die aktuellen Mindermodelle der deutschen Autolandschaft, sieht unfertige Typen mit Verarbeitungsschwächen darin, allenfalls über den Preis verkaufbar.

Überblick: Welcher passt zu wem?

  • BYD Atto 3: Spricht vor allem Käufer an, die viel Ausstattung und schnelle Ladetechnik zu einem attraktiven Preis suchen.
  • Skoda Elroq: Passt besonders zu Fahrern, die Wert auf ein ausgewogenes, alltagstaugliches und ausgereiftes Elektro-SUV legen.

Elektro-SUV im Kompakt-Format

Ernsthaft haltbar dürfte diese Einschätzung nicht mehr sein. Aktuelles Beispiel: BYD Atto 3 Evo. Im Format ein Typ wie der Skoda Elroq, im leisen wie starken E-Wesen ebenfalls, laut erstem Fahrbericht manierlich konstruiert, augenscheinlich gut gefertigt. Die Batterietechnik verspricht ebenfalls ordentliche E-Qualitäten, die Marke einen hohen Ausstattungsstandard.
Skoda Elroq 85BYD Atto 3 Evo
Auf Augenhöhe? Skoda und BYD mit ihren elektrischen Kompakt-SUV Elroq (links) und Atto 3 (rechts) im ersten Vergleich. Hier im Rennen: Varianten mit 2WD und kleinerem Akkupaket.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Für uns summiert sich das zu folgendem Signal: Wir vergleichen die beiden Elektromobile – im ersten Vergleichstest nach dem AUTO BILD-Notensystem. Den Atto 3 hat BYD jüngst ordentlich aufgefrischt, nennt ihn Evo. Dahinter steckt im Falle des Testwagens Atto 3 Design ein Modell mit einer 380 Newtonmeter starken Synchronmaschine in Verbindung mit einem Einganggetriebe, Hinterradantrieb und 313 PS Leistung.

An der Kasse liegt der Atto 3 vorne

Das 286 PS starke Gegenstück heißt bei Skoda Elroq 85 Selection. Auch hier treibt ein Synchronmotor (mit mächtigen 545 Newtonmeter Drehmoment) die Hinterräder an. Den Elroq gibt es ab 46.890 Euro. Dazu kommen 1100 Euro für eine ratsame Wärmepumpe.
BYD Atto 3 Evo Skoda Elroq 85
Beim Preis fährt der Skoda hinterher: Einen Elroq 85 gibt es ab 46.890 Euro, der Atto 3 Evo kostet ab 44.990 Euro – und wird von BYD stark rabttiert angeboten.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Die mindestens 44.990 Euro für den BYD muss man (zumindest aktuell) nicht zwingend bezahlen. Denn seit Frühjahr 2026 rabattiert der chinesische Hersteller das Modell – mit stolzen 9000 Euro. Wir gehen in diesem Vergleich jedoch nach Listenpreis. Heißt: leichter Vorsprung für China.

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Motor Bauart
Synchronelektromotor
Synchronelektromotor
Einbaulage
hinten
hinten
Spitzenleistung
230 kW (313 PS)
210 kW (286 PS)
Dauerleistung
70 kW (95 PS)
89 kW (121 PS)
maximales Drehmoment
380 Nm
545 Nm
Vmax
180 km/h
180 km/h
Getriebe
Einganggetriebe
Einganggetriebe
Antrieb
Hinterradantrieb
Hinterradantrieb
Bremsen vorn/hinten
Scheiben/Scheiben
Scheiben/Trommel
Testwagenbereifung
235/50 R 18 V
235/55–255/50 R 21 V
Reifentyp
Continental EcoContact 7 EV
Hankook Ventus S1 Evo 3 EV
Radgröße
7 x 18"
8,5–9 x 21"
Reichweite*
510 km
538 km
Verbrauch*
16,4 kWh/100 km
16,6 kWh/100 km
Batterieart
Lithium-Eisenphosphat (LFP)
Lithium-Ionen
Batteriekapazität
74,8 kWh
77 kWh
Ladeleistung AC/DC
11/220 kW
11/165 kW
Ladezeit (10-80 %, DC-Ladung)
25 Minuten
29 Minuten
Fach unter Frontklappe
Serie
Serie
Vorbeifahrgeräusch
66 dB(A)
66 dB(A)
Anhängelast gebr./ungebr.
1500/750 kg
1800/750 kg
Stützlast
150 kg
75 kg
Kofferraumvolumen
490–1360 l + 95 l vorn
470–1580 l + 21 l vorn
Länge/Breite/Höhe
4455/1875–2060**/1615 mm
4488/1884–2148**/1625 mm
Radstand
2720 mm
2765 mm
Grundpreis
44.990 Euro
46.890 Euro
Testwagenpreis (wird gewertet)
44.990 Euro
49.460 Euro
Zumal auch das Ausstattungsniveau des Atto 3 höher liegt als beim Skoda. So ist der Atto dank einer großen Kartendarstellung im Fahrerdisplay etwas digitaler aufgestellt, auch eine gut auflösende Rundumkameratechnik fährt serienmäßig in der Ausführung Design mit.

Mehr Fahrassistenz steckt im Skoda

Doch nicht alles schmälert beim Elroq das Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Tschechen haben das Auto nämlich umfangreicher mit Fahrassistenz bestückt. Zum Beispiel bietet der Elroq eine hilfreiche Staufolgefunktion im Rahmen der aktiven Temporegelung. Außerdem kann der Skoda auf die praktische ferngelenkte Einparkhilfe zurückgreifen. Insgesamt bewerten wir das Assistenzpaket des Skoda besser – die Regelungen und Eingriffe passieren subjektiv sanfter, kontrollierter und zuverlässiger als im BYD.
Skoda Elroq 85
Mehr drin: In Sachen Fahrassistenz ist der Elroq in diesem Vergleich besser bestückt – unter anderem mit einer Staufolgefunktion und einer ferngelenkten Einparkhilfe.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Noch ein Aspekt zum Thema Kosten: Mehr Wertverlust, ungünstigere Einstufung bei den Versicherern und zusätzlicher Wartungsaufwand läppern sich. Unter dem Strich ist der beim Kauf so viel günstigere Atto tatsächlich das teurere Auto.

BYD mit der besseren Beschleunigung

Auch das bessere? Nur in Sachen Tempo, in minimaler Dosierung. Er setzt sich zackiger in Bewegung, beschleunigt einen Wimpernschlag schneller. Gleichfalls zieht der BYD – trotz über 200 Kilogramm mehr Leergewicht – besser durch, kommt auf eine höhere Spitzengeschwindigkeit.
BYD Atto 3 Evo
Längsdynamisch vorne: Für den Sprint auf 100 km/h braucht der Atto 3 mit 5,5 Sekunden fast eine ganze Sekunde weniger als der Elroq.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Dazu kommt ein bei E-Autos enorm wichtiger Punkt: Der BYD lädt seine Akkus zügiger. Sein 500-Volt-Elektrosystem erlaubt Gleichstrom-Ladungen mit 220 kW Leistung (bei Skoda nur 165 kW), das befüllt den etwas kleineren Batteriesatz vier Minuten schneller.
Diesen Techniknachteil an der Ladesäule macht Skoda aber wieder wett – auf der Straße. Seine Speicherzellen werden dank des geringeren Verbrauchs weniger belastet – was am Ende zu einem minimal höheren Aktionsradius führt (447 Kilometer zu 434 Kilometer des BYD). In der Note spielen die paar Kilometerchen Unterschied bei der Praxis-Reichweite natürlich keine große Rolle.

Atto 3 fährt etwas ungeschliffen

Viel wichtiger: Wie fühlt sich das beim Fahren an? Im Falle des BYD insgesamt ungeschliffener. Das beginnt bei einer so einfachen Übung wie "Gas geben". Das Fahrpedal nimmt Befehle unpräzise wahr, speziell einen verzögerten Übergang von Volllast in den Schiebebetrieb haben wir als verspätet, anfangs erschreckend und somit störend empfunden.
BYD Atto 3 Evo
Unharmonisch: Das Fahrpedal des Atto 3 nimmt Befehle unpräzise wahr, der Übergang von Volllast in den Schiebebetrieb geschieht verzögert.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Auch dem Lenksystem wollen wir keine so fehlerfreie Funktion attestieren wie beim Skoda. Zu schwammig ist der Geradeauslauf geraten, zu schwach ist die Zentrierung der Lenkung bei hoher Geschwindigkeit. Hier kommt eine weitere kleine Schwäche zum Vorschein: Bei 200 km/h pfeift es ungebührlich um die Rahmen der Seitenfenster.

Messwerte

Messwerte
Beschleunigung
0–50 km/h
2,5 s
2,8 s
0–100 km/h
5,5 s
6,4 s
0–130 km/h
8,6 s
9,8 s
0–160 km/h
13,2 s
15,0 s
Zwischenspurt
60–100 km/h
2,5 s
3,0 s
80–120 km/h
3,4 s
3,9 s
Leergewicht/Zuladung
1876/534 kg
2106/544 kg
Gewichtsverteilung v./h.
47/53 %
49/51 %
Wendekreis links/rechts
11,2/11,1 m
10,0/10,0 m
Sitzhöhe
675 mm
630 mm
Bremsweg
aus 100 km/h kalt
36,4 m
35,3 m
aus 100 km/h warm
37,7 m
34,2 m
Innengeräusch
bei 50 km/h
56 dB(A)
56 dB(A)
bei 100 km/h
63 dB(A)
65 dB(A)
bei 130 km/h
67 dB(A)
68 dB(A)
Verbrauch
Sparverbrauch
13,9 kWh/100 km
14,7 kWh/100 km
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde
(Abweichung zur WLTP-Angabe)
19,4 kWh/100 km 
(+18 %)
18,4 kWh/100 km 
(+11 %)
Sportverbrauch
23,4 kWh/100 km
23,8 kWh/100 km
CO2 (lokal)
0 g/km
0 g/km
Reichweite
434 km
447 km
Die größte Unzulänglichkeit des Atto steckt jedoch in seinem Bremssystem. Wir haben fast 38 Meter (warm, bei stetig leicht nachlassender Stabilität) für den Stopp aus Tempo 100 ermittelt – das ist eine Kleinwagenlänge mehr als beim Elroq (34,2 Meter). Bemerkenswerter Effekt: Die vordere Bremsanlage des Atto 3 qualmt nach mehreren Stopps aus 100 km/h bereits sichtbar.

Elroq mit dem souveräneren Fahreindruck

Der Skoda komplettiert den souveräneren Fahreindruck noch mit anderen Eigenschaften. Er federt – bis auf unnachgiebige Reaktionen über die 21 Zoll großen Räder – feiner und sensibler, lässt sich präziser führen, sein ESP arbeitet wacher.
Skoda Elroq 85
Obwohl er 230 Kilogramm schwerer als sein Konkurrent ist, fühlt sich der Skoda Elroq viel aktiver an.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Stärkere Lastwechselreaktionen beim Ausweichen – so wie es der BYD andeutet – kennt der Elroq ebenfalls nicht. Gleichzeitig fühlt sich der – schwerere – Elroq viel aktiver an, weniger kopflastig und handlicher, lässt sich auf kleineren Radien wenden.

Platzierung

Platzierung
Punkte*
616
578
Platz
1
2
Testnote
1,4
1,9
Fazit
Gutes Fahrverhalten, kommod und unter dem Strich sogar die günstigere Wahl. Somit deutlicher Sieger.
In Teilen besser vernetzt und ausgestattet, im Fahrbetrieb jedoch nicht so geschliffen wie der Skoda.
Das bringt uns zu den funktionalen Fähigkeiten. Hier hat Skoda ebenfalls den Bogen besser raus. Denn der Elroq bietet im Gepäckabteil eine praktische Durchreiche, bei umgeklappter Rückbanklehne entsteht zudem ein ebener Ladeboden. Der Fahrer genießt eine bessere Übersicht, sitzt bequemer, besser von der Rückenlehne geführt.
Skoda Elroq 85BYD Atto 3 Evo
Vorteil Skoda: Der Elroq-Kofferraum (links) bietet eine praktische Durchreiche. Beim Volumen kann der Atto 3 (rechts) punkten – er kann mit 490 Litern 20 Liter mehr verpacken.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Für den BYD (mit 534 Kilogramm Zuladung, Skoda 544 Kilo, beides ordentlich) sprechen der voluminösere Kofferraum (490 Liter zu 470 beim Skoda) und die objektiv leisere Geräuschentwicklung. Doch diese vereinzelten Vorteile reißen den Atto 3 Evo nicht aus dem Hintertreffen. Am Ende geht der Sieg nach Osten. Europas Osten.

Die wichtigsten Fragen zu BYD Atto 3 und Skoda Elroq

Wer bietet das bessere Gesamtpaket?

Der Skoda Elroq erzielt im Vergleich die bessere Gesamtwertung. Er überzeugt mit ausgewogenem Fahrverhalten, stärkeren Assistenzsystemen, besserer Bremsleistung, höherer Alltagstauglichkeit und geringeren Gesamtkosten über die Nutzungsdauer.

Wer ist die bessere Wahl für Familien?

Der Skoda Elroq. Er bietet praktische Details wie eine Durchreiche zum Kofferraum, einen ebenen Ladeboden bei umgeklappter Rückbank, eine bessere Übersichtlichkeit und einen höheren Fahrkomfort auf langen Strecken.

Wer lädt schneller?

Der BYD Atto 3 Evo hat beim Schnellladen die Nase vorn. Sein 500-Volt-System ermöglicht DC-Ladevorgänge mit bis zu 220 kW, während der Skoda Elroq maximal 165 kW erreicht. Dadurch fällt der Ladestopp beim BYD etwas kürzer aus.

Wer ist langfristig wirtschaftlicher?

Trotz des höheren Kaufpreises ist der Skoda Elroq die wirtschaftlichere Wahl. Gründe sind der geringere Wertverlust, günstigere Unterhaltskosten, der niedrigere Verbrauch und die etwas höhere Reichweite im Testbetrieb.

Bildergalerie

BYD Atto 3 Evo Skoda Elroq 85
Skoda Elroq 85
BYD Atto 3 Evo
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Zwei kompakte Elektro-SUV im Test

Fazit

von AUTO BILD
Beide SUV geben funktionale, modern bestückte und mit passabler Reichweite versehene Alleskönner ab. Der Skoda wirkt sorgfältiger konstruiert, bietet einfach mehr Auto fürs Geld als der BYD. Und ist insgesamt – trotz des höheren Kaufpreises – eben nicht teurer.