Regelmäßige Leser könnten jetzt irritiert sein: BYD Seal, ist das nicht diese weiße Elektro-Limousine aus dem AUTO BILD-Dauertest? Stimmt, ein solcher Stromer ist Teil unseres Fuhrparks, wir haben schon diverse Zwischenbilanzen veröffentlicht.
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BYD

Seal 6 DM-i Touring

BYD Seal 6 Touring
Der Kombi Seal 6 DM-i (DM = Dual Mode) in diesem Test ist trotz der Beinahe-Namensgleichheit nicht etwa die Kombiversion der Seal-Limousine. Der Seal 6 ist ein völlig anderes Auto, ein Plug-in-Hybrid ohne erkennbare Gleichteile mit dem Stromer.
BYD Seal 6 DM-i Touring
Eigenständiger Kombi: Auch wenn sich die Namen gleichen, hat der Hybrid-Touring keine erkennbaren Gleichteile mit der Seal-Limousine.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Einzig die Menüführung deutet auf die Verwandtschaft hin, wir kennen sie teils aus der Limousine. Auf Spezialitäten wie die per Tastendruck von quer auf hoch änderbare Bildschirmausrichtung wurde beim Kombi verzichtet, zudem ist der Zentralbildschirm kleiner.

Bedienung weitestgehend über Touch-Monitor

Ersteindruck vom Seal 6: ordentlich verarbeitet, Sitze mit ein paar Schwächen (keine Lordosenstütze, vorn sitzt man sehr hoch und hinten zu nah am Boden), ein paar feste Tasten und Drehregler mehr als China-üblich (Fahrmodi, EV-Modus, Audiolautstärke) und ein DAB-Radio, das oft minutenlang nach dem Sender sucht.
BYD Seal 6 DM-i Touring
Schöne neue Autowelt: Der BYD Seal 6 DM-i Touring ist klar und schnörkellos eingerichtet, es gibt nur wenige echte Schalter und Tasten.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Ansonsten ist das hier ganz die schöne neue Auto-Welt: keine Schalter für Licht oder Sitzheizung, beides nur via Zentralschirm. Die auch im BYD oft lästige Fahrerüberwachung und die Spureingriffe lassen sich vor Fahrtantritt über ein fünfstufiges (!) Menü ausschalten. Obendrein findet sich die Abschaltung im Kapitel "Kabinen-Wahrnehmung", wo sie kein Mensch vermutet.

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Leistung Verbrennungsmotor
72 kW (98 PS)
Hubraum
1498 cm³
Einbaulage
vorn quer
Leistung Elektromotor
145 kW (197 PS)
Systemleistung
156 kW (212 PS)
max. Drehmoment (Verbrenner/E)
122/300 Nm
Vmax
180 km/h
Getriebe
stufenlose Automatik
Antrieb
Vorderradantrieb
Bremsen vorn/hinten
Scheiben/Scheiben
Testwagenbereifung
225/50 R 18 V
Reifentyp
Continental EcoContact 6
Radgröße
7 x 18"
Abgas CO2*
38 g/km
Verbrauch*
1,7 l S + 17,1 kWh/100 km
Tankinhalt/Batteriekapazität/-art
65 l/19,0 kWh/LFP
Ladeleistung/–zeit (AC/DC)
6,6/26 kW/2:42 Std./23 Min.**
Kraftstoffsorte
Super/elektrischer Strom
Vorbeifahrgeräusch
68 dB(A)
Anhängelast gebr./ungebr.
750/750 kg
Stützlast
75 kg
Kofferraumvolumen
500–1535 l
Länge/Breite/Höhe
4840/1875–2102***/1505 mm
Radstand
2790 mm
Grundpreis
42.990 Euro
Testwagenpreis (wird gewertet)
49.990 Euro
Das Arbeitsprinzip des Plug-in-Antriebs erinnert ein wenig an e:PHEV-Modelle von Honda. Es gibt mehrere Fahrzustände, und der Elektroteil des Antriebs (197 PS) ist weit stärker als der Verbrenner (1,5-Liter-Saugbenziner, 98 PS). Der Kombi fährt stets elektrisch an, beschleunigt stufenlos (E-CVT) und ausreichend flott hoch, hält das elektrische Fahren im Test bis etwa 135 km/h durch.

Rein elektrisch schafft er fast 100 Kilometer

Danach gibt der Verbrenner erst einmal nur den Generator, um bei höherem Tempo gemeinsam mit dem E-Motor die Räder direkt anzutreiben. Zentraler Unterschied zum Honda: Der BYD ist schnellladefähig, was die Ladezeit des 19-kWh-Akkus in der Praxis auf um die 45 Minuten (von 27 auf 100 Prozent bei unserem Selbstversuch) verkürzt – und leider auch teuer ist, je nach Vertrag.
BYD Seal 6 DM-i Touring
Ordentlich: Im Test schaffte der BYD Seal 6 Touring 97 Kilometer rein elektrisch – nur drei Kilometer weniger als vom Hersteller versprochen.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Schnellladefähige Plug-in-Hybride bieten etwa auch Mercedes, Mitsubishi, Seat, Skoda und VW an. Der Seal 6 lässt den Akkustand nie unter 17 Prozent sinken, zweigt dann Benzinmotor-Leistung zur Stromerzeugung ab; rein elektrischer Betrieb ist erst ab 25 Prozent Akkustand möglich.

Messwerte

Messwerte
Beschleunigung
0–50 km/h
3,8 s
0–100 km/h
9,3 s
0–130 km/h
14,6 s
0–160 km/h
23,1 s
Zwischenspurt
60–100 km/h
4,4 s
80–120 km/h
5,7 s
Leergewicht/Zuladung
1848/392 kg
Gewichtsverteilung v./h.
1,32558139534884 %
Wendekreis links/rechts
11,2/11,3 m
Sitzhöhe
560 mm
Bremsweg
aus 100 km/h kalt
37,7 m
aus 100 km/h warm
37,1 m
Innengeräusch
bei 50 km/h
58 dB(A)
bei 100 km/h
65 dB(A)
bei 130 km/h
68 dB(A)
Verbrauch
Stromverbrauch
19,6 kWh/100 km
Testverbrauch (60 % Hybrid-; 40 % E-Anteil)
3,7 l S + 7,8 kWh/100 km
Verbrauch mit entladener Batterie
6,1 l S/100 km
CO2 (Testverbrauch)
88 g/km
Reichweite (Testverbrauch)
1065 km + 97 km elektrisch
Die vom Hersteller versprochene Elektro-Reichweite von 100 Kilometern schafft er im Test fast, wir kamen auf 97 Kilometer – gut und auf ähnlichem Level wie VW oder Mercedes. Der Benziner schaltet sich danach gedämmt, aber hörbar zu. Leider wird der kalte Benziner gleich in Drehzahlregionen hochgejubelt, die nicht gesund sein können – ein generelles PHEV-Problem.

Fahrwerk mit aufwendiger Hinterachse

Das Rumoren des Vierzylinders stört nur deshalb kaum, weil die Windgeräusche ihn bereits bei 120 km/h übertönen. Man merkt, dass dieses Auto für den Weltmarkt entwickelt wurde – und der ist fast flächendeckend tempolimitiert.
BYD Seal 6 DM-i Touring
Nur auf kurze Anregungen reagiert der BYD mit seinen 18-Zöllern etwas schroff, ansonsten zeigt sich das Fahrwerk gut abgestimmt.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Die 18-Zoll-Räder sprechen auf kurze Anregungen wie Kanaldeckel schroff an. Lange Bodenwellen verarbeitet das durchaus aufwendige Fahrwerk (Mehrlenkerachse hinten) hingegen talentiert.
Der Tempomat verfügt über eine Verkehrszeichenübernahme mit manueller Bestätigung per Taste, leider sind entsprechende Tempo-Anzeigen im Fahrerdisplay winzig und schlecht ablesbar. Die "Geschwindigkeitsanpassung in Kurven" (eine von vielen holprigen Übersetzungen in den Menüs) erweist sich als übervorsichtig, bremst selbst in harmlosen Ausfahrten mit großem Kurvenradius unnötig stark ab.

Wertung BYD Seal 6 DM-i Touring

Wertung BYD Seal 6 DM-i Touring
Karosserie
Angenehmes Raumgefühl vorn, guter Qualitätseindruck. Zuladung unzureichend, nicht sehr variabel.
3,5 / 5
Antrieb
Sparsam, viel Reichweite. Spurtet flott, Leistungsabgabe aber nicht linear. Bei Autobahntempo dröhnig.
4 / 5
Fahrdynamik
Untersteuernd ausgelegt, fahrsicher, aber Lenkgefühl teigig-gefühllos. Bremse wird zu warm.
3 / 5
Connected Car
Gut: Telefon, Audio, Onlinefunktionen. Navi eher einfach. Touchscreen flott, aber kleine Icons.
3,5 / 5
Umwelt
Plug-in-Hybrid. Geringer CO2-Ausstoß im Test, aber hohes Leergewicht. Format etwas sperrig.
3 / 5
Komfort
Alles recht durchschnittlich: Einstieg, Sitzpositionen, Sitze. Federung auf kurzen Wellen unwillig.
3,5 / 5
Kosten
Anschaffung (aktionsbedingt) preiswert. Teuer: Versicherungsklassen, kurzes Wartungsintervall.
3 / 5
AUTO BILD-Testnote
2,3
Die Testreichweite von 1162 Kilometern klingt wie der Traum eines jeden Außendienstlers, ist aber nicht zuletzt dem 65-Liter-Tank geschuldet. Knapp bemessen dagegen: die Zuladung von nur 392 kg.

BYD-Bonus bis Herbst 2026

Ernsthaftester Konkurrent dürfte der Seat Leon Sportstourer 1.5 e-Hybrid ab 40.900 Euro sein, der DC mit bis zu 50 kW laden kann, also schneller. Aber seine Gesamtreichweite liegt unter der des BYD wegen des kleineren Tanks. Und mit 4,64 Metern Länge und 470 bis 1450 Litern Ladevolumen ist er eine halbe Nummer kleiner.
BYD Seal 6 DM-i Touring
Für den Seal 6 DM-i Touring sind mindestens 42.990 Euro fällig, in der getesteten Comfort-Ausstattung kommen noch mal 7000 Euro dazu.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
BYD hat seinen sogenannten E-Bonus in Höhe von 12.500 Euro für den Seal 6 bis zum 30. September 2026 verlängert. Wer zudem noch Anspruch auf die volle staatliche Förderung für Plug-in-Hybride im Höhe von 4500 Euro hat, ist ab 25.990 Euro dabei.

Bildergalerie

BYD Seal 6 DM-i Touring
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BYD Seal 6 DM-i Touring im Test

Fazit

von AUTO BILD
Schwerer Plug-in-Kombi mit hoher Elektro-Reichweite. Passt wegen seiner Sparsamkeit in die Zeit, aber wegen des Windlärms nur mit Abstrichen auf unsere Autobahn. AUTO BILD-Testnote: 2,3