Das Jahr 2021 ist ein Wahljahr, ein Jahr der großen Entscheidungen. Wer soll das Land führen, aus der Coronakrise, aus der Klimakrise? Sicher ist, ob man es wahrhaben will oder nicht: Wir können nicht einfach weiter so Auto fahren wie bisher, und um das Klima kümmert sich jemand anderes. Das wird nicht gehen.
Das ist bedauerlich, aber nicht zu ändern. Die Bundestagswahl wird damit zur Wahl zwischen zwei Denkweisen: Müssen wir weniger Autos haben, wie die Klimaaktivistin Luisa Neubauer kürzlich sagte? Oder sehen wir ein, dass wir uns die Verbrenner langsam abgewöhnen sollten? Also elektrifizierte Autos kaufen, vielleicht weniger fahren, bewusster, immer elektrischer? Es wäre die Wahl zwischen Bevormundung und freier Entscheidung, die Wahl zwischen Gegeneinander und Miteinander. Konfrontation oder doch Kompromiss?

Der Klimawandel lässt nicht mit sich handeln

CO2-Grenzwerte für Autos
Die EU plant massiv verschärfte Regeln für den CO2-Ausstoß, die das Aus für alle Verbrenner bedeuten könnten.
Bild: dpa
Klar, der Klimawandel lässt nicht mit sich handeln. Aber wie soll man jemandem, der auf dem Land wohnt, erklären, dass sein recht neuer Verbrenner bald in der Stadt unerwünscht und weniger wert ist? Dass die Kfz-Steuer drastisch steigt und Sprit pro Liter drei Euro kosten soll? Leider hat auch die Autofahrerseite ein Argumentationsproblem. Schnelle oder schwere Autos, ob Sportwagen, SUVs oder Limousinen, machen viel her, bringen Spaß beim Fahren und sind Meisterwerke der Technik. Wäre es nicht am besten, wenn ihre Besitzer einsehen würden, dass man damit nicht zum Brötchenholen fährt?

Schrittweise zu besserem Klimaschutz

Es bleibt also kompliziert. Verzicht heute oder Vernichtung morgen sind die absoluten Werte, die aber in Reinkultur nicht weiterhelfen. Schritte helfen. Wenn sich ein Autohersteller wie Volkswagen zum Pariser Klimaabkommen bekennt, ist das ein starkes Signal. Ein gutes Beispiel! Es geht also um den Ausgleich von Interessen. Radikale Ansichten, ob bei Klimaschützern oder Autonarren, machen sich gut am Stammtisch, bringen aber niemanden weiter. Corona hat uns gelehrt, dass wir mehr auf die Wissenschaftler hören sollten. Das ist für jemanden, der gerne Auto fährt, zwar bitter – bringt uns aber die Einsicht, dass weniger Fahren dem Klima hilft. Weniger Autos haben zu müssen, hat dagegen einen toxischen Klang. Ich plädiere vielmehr für freiwillige, langfristige und bewusste Veränderung der Mobilität – und gegen jeden Zwang.