CO2-Aufschlag auf Benzin und Diesel?

CO2-Preis im Klimapaket

Das müssen Sie zur CO2-Abgabe wissen

Die Spitzen der Koalition haben sich nach langen Verhandlungen auf einen CO2-Preis zum Erreichen der Klimaziele geeinigt. So sieht der Kompromiss aus!
(dpa/cj) CO2-Steuer? Zertifikatehandel? Lange wurde in den Koalitionsspitzen miteinander gerungen, seit dem 20. September 2019 steht fest: Der von der Großen Koalition geplante CO2-Preis zur Verteuerung von Benzin, Diesel, Heizöl und Erdgas soll 2021 mit einem Festpreis für Verschmutzungsrechte von zehn Euro pro Tonne Kohlendioxid (CO2) starten. Bis zum Jahr 2025 soll der Preis schrittweise auf 35 Euro steigen. Das geht aus einem 22 Seiten langen Eckpunkte-Papier hervor, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Erst danach soll der Preis der Verschmutzungsrechte sich über einen Handel bilden und innerhalb eines Korridors von Angebot und Nachfrage bestimmt werden. Mit diesen Verschmutzungsrechten müssen nicht die Endkunden handeln, sondern die Unternehmen, die fossile Heiz- und Kraftstoffe in Verkehr bringen oder liefern. Sie bewirken aber, dass es an der Tankstelle und beim Heizen teurer wird. (Welche Folgen das Klimapaket genau für Autofahrer hat, lesen Sie hier!)

Preis-Untergrenze von 35 Euro

Die Preise von Heizöl, Sprit und Erdgas hängen von vielen Faktoren ab, der CO2-Preis soll ein Bestandteil des Endpreises werden. Experten gehen davon aus, dass ein CO2-Preis von 35 Euro pro Tonne zum Beispiel Diesel an der Tankstelle um mehr als neun Cent verteuert. Für das erste Jahr des Handels soll eine Preis-Untergrenze von 35 Euro festgelegt werden und eine Obergrenze von 60 Euro, um zu verhindern, dass es für die Verbraucher zu teuer wird. Ob es auch 2027 noch einen solchen Preiskorridor gibt, soll im Jahr 2025 festgelegt werden.

Strom wird billiger

In Hamburg kamen rund 70.000 Menschen zur zentralen Demonstration für mehr Klimaschutz.

Umgekehrt soll es umfangreiche Förderprogramme und Entlastungen beim Strompreis geben. Bis 2023 soll das Paket Deutschland rund 54 Milliarden Euro kosten, die Schulden sollen dennoch nicht steigen. Der Umbau des Steuer- und Abgabensystems trifft praktisch jeden Bürger und soll sicherstellen, dass die Klimaziele für 2030 erreicht werden. Begleitet wurden die Verhandlungen von Zigtausenden Demonstranten der Fridays-for-Future-Bewegung in vielen deutschen Städten. In insgesamt 150 Ländern waren Demonstrationen geplant.

Fridays-for-Future-Bewegung: Ergebnis ein "Eklat"

Der Verkehr mit seinem CO2-Ausstoß ist einer der wichtigsten Faktoren beim Erreichen der Klimaziele.

Von Seiten der Klimaschützer ernteten die Maßnahmen harsche Kritik. Der deutsche Fridays-for-Future-Ableger twitterte, das Ergebnis sei "kein 'Durchbruch', sondern ein Eklat". Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) verkündete, ebenfalls per Twitter: "Das ist kein Durchbruch, das ist ein Versagen auf ganzer Linie, was das Klimakabinett da vorgelegt hat." NABU-Präsident Olaf Tschimpke erklärte: "Die Bundesregierung zeigt mit dem Eckpunktepapier zum Klimaschutzgesetz, dass sie die Dringlichkeit zum Handeln noch nicht verstanden hat." Greenpeace-Geschäftsführer Martin Kaiser bemängelt, dass der großen Koalition der politische Mut fehle: "Ein lächerlich niedriger CO2-Preis, der Benzin und Diesel nur wenige Cent verteuert und zudem von einer höheren Pendlerpauschale wieder aufgehoben wird, suggeriert Klimaschutz, bleibt aber weitere zehn Jahre vollkommen wirkungslos."
Anzeige

Automarkt

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.