Wer ein neues Auto kauft, legt sich über Jahre fest, auch bei den Energiekosten. Auf Sicht dürften die Kosten für fossile Energieträger durch die steigende CO2-Abgabe, auch CO2-Preis oder CO2-Steuer genannt, steigen. Wer also ein Fahrzeug kauft, das mit fossilem Sprit läuft, der sollte steigende Kosten einplanen – denn der Kraftstoff ist an die Energiepreise gebunden. Schon jetzt zeichnet sich die Entwicklung beim Spritpreis immer mehr ab: Sie weist steil nach oben.
Der CO2-Preis wirft seinen Schatten voraus. Erstmals wurden Zertifikate für den CO2-Preis des Jahres 2027 an der Terminbörse gehandelt, zum Preis von 73 Euro pro Tonne. Entsprechend der bisherigen Preislogik würde dadurch der Liter Benzin vom heutigen Stand um 5,14 Cent und der Liter Diesel um 5,63 Cent teurer. Aktuell warnen einige Experten vor einem 2027 und vor allem danach stark anziehenden Spritpreis.

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Warum hängt die CO2-Abgabe am Spritverbrauch?

Die Abgabe soll fossile Energieträger wie Kohle, Benzin oder Erdgas verteuern, damit weniger verbrannt wird. Ziel ist, die Klimaerwärmung erst zu verringern und schließlich zu stoppen. Aus diesem Grund verteuert der CO2-Preis ausschließlich fossile Brennstoffe. Im Gegenzug für die Abgabe erhalten die Produzenten von CO2, zum Beispiel Kraftwerke, Emissionszertifikate. Die sind vergleichbar mit den Zertifikaten, die im Rahmen der THG-Quote gehandelt werden.
Je nachdem, wie hoch fossile Kraftstoffe 2027 nachgefragt werden, steigt die CO2-Abgabe stark oder weniger stark. Bei großer Nachfrage dürfte der Aufschlag stark steigen. Damit wird ein geringer Ausstoß an Klimagas honoriert. Nutznießer sind Fahrer von Elektroautos, denn die sind von der Abgabe befreit.

Wie hängen CO2-Abgabe und Spritpreis zusammen?

Die seit 2021 erhobene Abgabe verteuert fossile Treibstoffe wie Benzin und Diesel, aber auch LGP sowie Erdgas. Die CO2-Abgabe steigt in festen Schritten. Zum Jahresanfang 2025 stieg der CO2-Malus auf nun 55 Euro pro Tonne CO2. Das bedeutete einen weiteren Anstieg von 3 Cent pro Liter Benzin und 3,5 Cent für Diesel, hat der ADAC errechnet. 2024 verteuerte die CO2-Abgabe Benzin um 4,3 Cent, Diesel um 4,7 Cent.
Den Berechnungen zufolge würde der Liter Benzin schon 2026 durch die CO2-Abgabe insgesamt um 18,6 Cent teurer werden, Diesel um 20,8 Cent pro Liter – denn ein Anstieg auf geschätzt bis zu 65 Euro pro Tonne ist geplant. Bei einem Anstieg auf 73 Cent pro Tonne würde Benzin dadurch um 20,84 Cent und Diesel um 22,83 Cent pro Liter teurer werden.
Immerhin könnte die Nachfrage nach HVO ansteigen, denn der alternative, fast klimaneutrale Sprit kostet derzeit rund 20 Cent mehr als fossiler Diesel, ist aber von der CO2-Abgabe befreit.

Wie sich die steigende CO2-Abgabe auf den Spritpreis auswirkt

Wie sich die steigende CO2-Abgabe auf den Spritpreis auswirkt
2021
25 Euro
ca. 7 Cent
ca. 8 Cent
2022
30 Euro
ca. 8,4 Cent
ca. 9,5 Cent
2023
bleibt bei 30 Euro
ca. 8,4 Cent
ca. 9,5 Cent
2024
45 Euro
ca. 12,7 Cent
ca. 14,2 Cent
2025
55 Euro
ca. 15,7 Cent
ca. 17,2 Cent
2026
55 bis 65 Euro
ca. 15,7-18,6 Cent
ca. 17,3-20,5 Cent
2027
55 bis 65 Euro
ca. 15,7-18,6 Cent
ca. 17,3-20,5 Cent
2028
freie Preisbildung im Emissionshandel, erster Preis an der Terminbörse 73 Euro
ca. 20,84 Cent
ca. 22,83 Cent
20XX
theoretisch 200 Euro
ca. 57 Cent
ca. 62,5 Cent

Wie sehr steigt die Abgabe 2027?

Die große Unbekannte ist damit der wirkliche Anstieg der CO2-Steuer 2027, denn dann bildet der Markt den CO2-Preis. Die Höhe der Abgabe soll sich aus dem Verkauf von Emissionszertifikaten an der Börse ergeben. Die Terminbörse gibt einen Indikator über den wahrscheinlichen Preis.
Nur: Wie geht es danach weiter? Eine Einschätzung teilte Achim Wambach, Präsident des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), in der "Wirtschaftswoche": Er erwartet einen Anstieg pro Tonne CO2 auf 200 Euro, was einen Anstieg von Benzin und Diesel um je 60 Cent pro Liter zur Folge hätte. Der Berliner Klima-Thinktank MCC errechnete, dass bei steigender Nachfrage nach Diesel und Benzin sowie fossilem Gas oder Heizöl in der Zeit nach 2027 deutlich mehr als 200 Euro pro Tonne CO2 fällig werden könnten.
Reiseverkehr in Bayern
Der Straßenverkehr mit seinem CO2-Ausstoß ist eine der wichtigsten Stellschrauben beim Erreichen der Klimaziele.
Bild: DPA
Der weitere Anstieg der Kohlendioxid-Abgabe wird immer wahrscheinlicher, da die Klimaziele der EU mit den Jahren anziehen und mit weiteren Maßnahmen zur Energiewende zu rechnen ist.
Schild mit Aufschrift "CO2"
CO2 ist hauptverantwortlich für die Erwärmung der Erdatmosphäre und damit für den Klimawandel.
Bild: Jan Paul Kupser
Schon 2040, so der heutige Plan, soll der Ausstoß von Treibhausgasen in Europa um 88 Prozent sinken. Und bereits 2045 ist die CO2-Neutralität geplant – dann darf nicht mehr Treibhausgas ausgestoßen werden, als mit künstlichen Mitteln gebunden werden kann. Immerhin: Das ist noch recht lange hin.
Wie der Spritpreis von Dezbember bis März stieg
Seit Mitte November 2024 ziehen Benzin- und Dieselpreis scharf an, im Februar 2025 ging es weiter aufwärts.
Bild: ADAC

Mit welchem Anstieg der CO2-Abgabe ist 2030 zu rechnen?

Im weiteren Verlauf hängt der Preis dann von der Nachfrage nach Emissionszertifikaten ab, wie auch vom Bedarf der rohölproduzierenden bzw. -verarbeitenden Firmen. Auch dafür gibt es schon Berechnungen: Eine konservative wissenschaftliche Prognose stammt vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Laut dessen Berechnungen könnte der CO2-Preis bis 2050 auf 400 Euro pro Tonne steigen. 400 Euro pro Tonne wären ein Aufschlag von 1,20 Euro auf den Literpreis.
Immerhin: Den Anstieg bis 2030 beziffert das PIK auf 120 Euro pro Tonne, weicht damit ab von der Schätzung des ZEW. Aber auch das Klima- und Wirtschaftsforschungsinstitut MCC in Berlin veranschlagt bis 2030 einen Anstieg auf 200 Euro bis 300 Euro pro Tonne. Doch die Ungewissheit ist groß.

Benzin könnte drei Euro pro Liter kosten

Aus heutiger Sicht, ohne Einberechnen von Inflation und weiterer preistreibender Faktoren müsste der Liter Benzin ab 2050 allein wegen des CO2-Gehalts dann 3 Euro kosten. Das entspräche, auf heutige Preise angewandt, im Schnitt jährlichen Mehrkosten in Höhe von 1170 Euro für durchschnittliche Autofahrer (bei einem Durchschnittsverbrauch von 7,5 Litern/100 km und einer Jahresfahrleistung von 13.000 km). Sollte die Abgabe den Liter Benzin auf 4 Euro verteuern, läge die Mehrbelastung bei 2145 Euro pro Jahr.
Zapfhahn Symbolbild Tanken
Der Griff zum Zapfhahn wird für Autofahrer durch den CO2-Preis Jahr für Jahr sukzessiv kostspieliger.
Bild: DPA

Kann man mit Autogas dem steigenden CO2-Preis ausweichen?

Das kann man tatsächlich. Denn der CO2-Gehalt beispielsweise von LPG-Gas liegt um 21 Prozent niedriger als der von Benzin und um 23 Prozent unter dem von Diesel, argumentiert das Branchenportal Flüssiggas. Entsprechend geringer sollte daher die Klimaabgabe auf Flüssiggas ausfallen.
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Werden Biosprit und E-Fuels mit der CO2-Abgabe belegt?

Da neuartige Kraftstoffe wie künstlich erzeugte E-Fuels oder HVO aus Pflanzenöl-Abfällen CO2-neutral erzeugt werden, sind sie von der Abgabe befreit, HVO100 wird seit Mai 2024 verkauft. Enthalten konventionelle Kraftstoffe Beimischungen von Biosprit oder synthetischen Energieträgern, wird die CO2-Abgabe um diesen Anteil reduziert.

Was passiert mit dem Geld aus der CO2-Abgabe?

Zunächst fließen die Einnahmen aus der CO2-Abgabe in den Klima- und Transformationsfonds (KTF). Der KTF gilt als "Sondervermögen" abseits des Bundeshaushalts und als zentrales Instrument für Investitionen in die Energiewende. Allerdings hatte Ende 2023 das Bundesverfassungsgericht die Finanzierung des KTF gekippt. Als Gegenmaßnahme hat die Regierung den CO2-Preis stärker angehoben. Schon 2021 betrugen die Erlöse aus dem nationalen Emissionshandel rund 7,2 Milliarden Euro, für 2024 wurde mit 10,9 Milliarden Euro gerechnet.
Es sind genau genommen keine Steuern, der Staat kann sie nicht einfach für laufende Ausgaben nutzen. Stattdessen sollen die Milliarden der Förderung von Klimaschutz-Großprojekten in Deutschland dienen. Dazu gehören die Ladeinfrastruktur, Aufbau der Wasserstoff-Wirtschaft und Maßnahmen zur Energieeffizienz. Durch jede Erhöhung der CO₂-Abgabe steigen diese Erlöse.

Gibt es eine Entlastung von der CO2-Steuer?

Um Vielfahrer, die beruflich auf das Auto angewiesen sind, nicht unverhältnismäßig zu belasten, wurde die Pendlerpauschale zum Ausgleich für die CO2-Abgabe erhöht – von 30 auf 35 Cent pro Kilometer. Seit 2022 stieg sie auf 38 Cent pro Kilometer, allerdings erst ab dem 21. Kilometer einfacher Entfernung. Vom einst geplanten Klimageld, mit dem Leute mit geringem Einkommen von der CO2-Abgabe befreit werden sollen, ist aktuell keine Rede mehr. Immerhin: E-Autofahrer werden nicht nur von der CO₂-Abgabe verschont, sie profitieren zudem von der THG-Quote von aktuell 100 Euro im Jahr.

Kommentar

Die allermeisten Autokäufer kaufen Verbrenner, weil sie auf weiterhin halbwegs planbare Kraftstoffpreise hoffen. Doch das Risiko fährt mit: Wie hoch fällt die CO2-Abgabe nach 2027? Einen steilen Anstieg sollten Autokäufer bei ihrer Entscheidung für die Antriebsart berücksichtigen – und sich auf steigende Preise für fossile Kraftstoffe einstellen. Von der Abgabe befreit sind nur E-Autos.