Comeback des Miet-Akkus?
Hyundai testet Abo-Modell für Elektroauto-Batterie

Hyundai experimentiert in der E-Mobilität: Der südkoreanische Hersteller testet ein Mietakku-Modell für Elektroautos. Das Ziel: die Anschaffungs- und Wartungskosten für Stromer senken.
Bild: Hyundai Motor Company
- Raphael Schuderer
Hyundai geht einen besonderen Weg im Bereich der E-Mobilität: Der südkoreanische Hersteller testet ein Mietakku-Modell für Elektroautos. Das Ziel: die Anschaffungs- und Wartungskosten für E-Fahrzeuge senken.
Das Modellprojekt in Südkorea richtet sich laut Bericht der "Korea Times" zunächst an Taxiunternehmen. Fahrzeuge, deren Batteriegarantie bereits abgelaufen ist, sollen von der neuen Regelung profitieren. Möglich wurde das durch eine Sonderregelung des südkoreanischen Ministeriums für Land, Infrastruktur und Verkehr, die erstmals die separate Registrierung von Karosserien und Batterien erlaubt.
Taxi-Akkus altern schneller
Das bekannte Problem: Die Alterung der Batterien mindert den Wiederverkaufswert und zwingt Besitzer zu teuren Ersatzkäufen. Mit dem neuen Pilotprogramm sollen nun fünf Ioniq-5-Taxis im Großraum Seoul weiterhin mobil bleiben. Die Betreiber zahlen eine monatliche Abogebühr an Hyundai und können bei Bedarf alte Batterien gegen neue austauschen.
Taxis seien laut Hyundai ideal für das Pilotprojekt. Ihre intensive Nutzung sorgt für eine schnelle Batteriealterung und erfordert einen häufigen Austausch. Hyundai will so unter realen Bedingungen prüfen, ob sich Kosten senken und die Lebensdauer der Fahrzeuge verlängern lassen.
Pilotprojekt auch für Privatkunden geplant
In der zweiten Jahreshälfte 2026 plane Hyundai ein weiteres Pilotprojekt für Privatkunden. Dabei sollen Elektrofahrzeuge in Kombination mit Batterie-Abonnements angeboten werden. Ziel sei es, Batterie-Abos und passende Finanzierungsprodukte für den Massenmarkt zugänglich zu machen und so die Einstiegskosten in die Elektromobilität zu senken.
Europäische Mietmodelle bislang wenig erfolgreich
Auf dem europäischen Markt sind Mietmodelle für Akkus nicht neu: Renault bot zum Marktstart den Elektro-Kleinwagen Zoe ausschließlich mit gemieteter Batterie an. Der chinesische Hersteller Nio setzt auf eigene Tauschstationen, an denen Nio-Fahrer die leere Batterie ihres Fahrzeugs in wenigen Minuten durch eine vollgeladene ersetzen können.
Aber: Der Zoe wird nicht mehr produziert, und die Nio-Verkaufszahlen in Deutschland sind nicht sonderlich hoch. Bleibt abzuwarten, welche Erkenntnisse das Pilotprojekt in Südkorea liefern wird.
Service-Links









