Dacia Duster Adventure im Test

Dacia Duster Adventure TCe 150: Test, Motor, Preis

Lohnt sich der stärkste Duster?

Dacia wagt das Abenteuer: Der Adventure TCe 150 ist das teuerste und stärkste SUV der Marke. AUTO BILD hat den Edel-Duster zum Test gebeten.
Sein strahlendes Klahari-Rot leuchtet wie ein Signal: Seht her, der Duster will raus aus der Schnäppchen-Schublade und traut sich was. Schluss mit der ewigen Tiefstapelei, das SUV ist seit seinem Debüt 2010 schrittweise immer besser geworden. Und damit reif für ein Sondermodell, das den Luxus der Großen auf typische Dacia-Art bietet: volle Hütte für 18.900 Euro mit Vorderradantrieb und 20.800 Euro mit Allrad (479 Euro günstiger bei Carwow). Aber lohnt sich der Adventure TCe 150 als bisher teuerster, stärkster Duster?

Mit frischer SUV-Schminke macht sich der Duster fein

Rausgeputzt: Getönte Fondscheiben, 17-Zöller und Fake-Unterfahrschutz werten den Adventure auf.

Die übliche SUV-Schminke trägt er zumindest glaubwürdig. 17-Zoll-Räder, Fake-Unterfahrschutz und dunkle Fondscheiben vertreiben Dacias Billig-Muff wieder ein Stückchen mehr. Erst im Interieur spürt man, wo die Rumänen ihre Preise herholen. Da prallt viel Hartplastik und Kunstleder auf erstaunlichen Luxus: Der Adventure hat serienmäßig Klima-Automatik, Rundum-Kamera, Sitzheizung und schlüssellosen Einstieg. Alles Dinge, die im "Prestige", der Version darunter, zusammen 1000 Euro Aufpreis kosten. Das wirkt nicht aufgesetzt, sondern fügt sich reibungslos ins unaufgeregte Alltagstalent des Duster. Hinter der robusten Fassade steckt eigentlich ein Kompakter im ersten Stock: Man sitzt hoch, sieht gut und hat genug Platz für Kind und Kegel. Sein Kofferraum kann ähnlich einpacken wie die gleich großen (aber teureren) Skoda Karoq und Seat Ateca

Mehr Leistung wird durch höheren Verbrauch erkauft

Der 150-PS-Vierzylinder des Adventure genehmigte sich im Testdurchschnitt 7,3 Liter auf 100 Kilometern.

Das Media-Nav Evolution genannte Infotainment arbeitet etwas pixeliger und langsamer als die Systeme aus dem VW-Konzern, leistet aber im Alltag ordentliche Dienste. Wer nicht dauernd auf topaktuelle Elektronik angewiesen ist, bekommt hier die informative Grundversorgung. Dass die jüngsten Assistenten fehlen, passt in die Aura einer angenehm reduzierten Bedienung. Was die Ausstattung fürs Auge tut, erledigt der Motor mit mehr Turbodruck: den Duster einen Tick exklusiver zu machen. Der 1,33-Liter, der über die Kooperation von Renault mit Mercedes auch in der A-Klasse steckt, überzeugte schon im Vergleich mit 130 PS und schöner Laufkultur. Im Adventure legt er noch 20 PS zu. Na gut, das bisschen mehr Temperament braucht man nicht, zumal der TCe 150 im Testschnitt mit 7,3 Litern einen spürbaren Schluck mehr verbrauchte als mit 130 PS. Aber es gibt keine Wahl: Dacia liefert seinen "Adventure" (zunächst) nur mit diesem Motor.
Immerhin, für so ein hohes SUV bleibt der Durst noch im Rahmen. Da macht sich der Leichtbau des Duster bezahlt, der mit 1271 Kilo einer der leichtesten Hochbeiner ist. Kehrseite der Medaille: Der Adventure klingt auf schlechten Strecken dünnhäutig und poltert lautstark in Löcher hinein.

Den Allradantrieb kann man sich eigentlich schenken

Aufpreispflichtig: Allrad kostet 1900 Euro extra, lohnt sich aber nur im Anhängerbetrieb und bei Schnee.

Dass die 150 PS beim Anfahren mit voller Beladung auf nassen Straßen an den Vorderrädern zerren, mahnt halt zur Ruhe. Traktionskontrolle und ESP reagieren eher hölzern abrupt, also gibt man einfach weniger Gas. Das ist allemal günstiger als für 1900 Euro Aufpreis den Allradantrieb zu ordern. Diesen 4WD braucht nur, wer regelmäßig Anhänger schleppt oder trotz Klimawandel noch Schnee kennt. Mit dem leichteren, sparsameren Frontantrieb wird der Adventure zum flotten Reisewagen, der bei Vollgas an der 200-km/h-Marke kitzelt. Und das soll nun 2050 Euro Aufpreis zum 130 PS starken Duster "Prestige" wert sein? Rechnen wir die exklusiven Extras raus, bleiben rund 1000 Euro übrig für 20 PS mehr. Und den Schuss Prestige, den luxuriösesten Duster zu fahren. Reichlich viel Geld für ein Auto, das seinen Status daraus ziehen will, kein Statussymbol zu sein. Aber wir könnten wetten, der "Adventure" kommt so gut an, dass das "Sondermodell" bald dauernd beim Händler steht. Luxus geht auch bei Dacia.
Das Fazit von Joachim Staat: "Der Adventure ist teuer für einen Duster, aber günstig für ein SUV dieser Größe. Das neue Topmodell kommt sicher an, doch die 150 PS bringen kaum mehr als der 130-PS-Motor."
AUTO BILD-Testnote: 3+

Dacia Duster Adventure im Test

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