Platz 1 mit 501 von 800 Punkten: Renault Twingo Electric. Die geringe Reichweite macht er mit den besten Platzverhältnissen und günstigem Preis wett. Preis: ab 23.790 Euro (zum Angebot: durchschnittlich über 12.000 Euro Ersparnis bei carwow.de).
Platz 2 mit 495 von 800 Punkten: Fiat 500e. Gewinnt die Eigenschaftswertung dank gutem Komfort, lebendigem Antrieb und flotter Ladetechnik. Preis: ab 26.790 Euro (zum Angebot: durchschnittlich über 11.000 Euro Ersparnis bei carwow.de).
Platz 3 mit 442 von 800 Punkten: Dacia Spring. Für ihn spricht vor allem der Preis. Doch der nur etwas teurere Twingo kann vieles deutlich besser. Preis: ab 20.490 Euro (zum Angebot: durchschnittlich über 9500 Euro Ersparnis bei carwow.de).
Abnehmen und sparsamer leben. In wenigen Wochen geht die Qual mit den überambitionierten Neujahrsvorsätzen wieder los. Wie praktisch, dass diese drei kleinen, leichten und günstigen City-Flitzer gerade um die Ecke biegen. Mit denen lassen sich die Ziele zumindest in automobiler Sicht erfüllen. Und das Rauchen haben sie sich auch schon abgewöhnt, alle drei sind nämlich Stromer. (Wichtige Tipps für den Neuwagenkauf im Internet)

Dacia Spring Electric (2021): Test - Preis - SUV - Info

Die erste Fahrt im neuen Dacia Spring Electric

Bild: Dacia

Renault bietet den Twingo seit 2020 als Electric an. Mit Verbrenner existiert die dritte Generation des französischen Kleinwagens aber bereits seit 2014. Anders beim Fiat 500e, der zwar ähnlich aussieht wie das seit 2007 gebaute Retro-Modell, bei dem es sich jedoch um eine Neuentwicklung handelt, die ebenfalls seit einem Jahr auf der Straße ist. Und mit dem Spring kam Dacia erst dieses Jahr auf den Markt. Die blecherne Hardware schnappte sich Dacia vom chinesischen Hersteller Dongfeng Motor Corporation und rüstete das Mini-SUV mit Mutter Renault auf E-Antrieb um.
Renault Twingo Electric
Altbekannte Qualitäten: Gegenüber den konventionellen Versionen müssen im Twingo Electric keine Abstriche gemacht werden.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD

Im Twingo gibt es am meisten Platz

Den 3,60 Meter langen Twingo kennen wir im Prinzip gut, an seinen grundsätzlichen Talenten hat sich nichts verändert. Auf den Vorder- und Rücksitzen finden die Passagiere die gleichen Platzverhältnisse wie in den Verbrennerversionen vor. Und die genügen in diesem Vergleich für den Sieg im Karosseriekapitel, denn in Spring und 500e kneift es ziemlich arg auf der Rückbank. Motor und Antriebsachse liegen wie gewohnt hinten, was ihn von Dacia und Fiat unterscheidet, die beide auf Frontantrieb setzen. Der Twingo braucht nur rund neun Meter für einen Wendekreis. Das ist nach wie vor beeindruckend, seine beiden ebenfalls wendigen Mitstreiter benötigen für die Übung mindestens einen Meter mehr.

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Modell
Spring
500e
Twingo Electric
Motor
Elektromotor
Elektromotor
Elektromotor
Batterietyp
Lithium-Ionen
Lithium-Ionen
Lithium-Ionen
Batteriekapazität netto
27,4
37,3
21,4
kW (PS) Spitzenleistung
33 (44)
87 (118)
60 (82)
maximales Drehmoment
125 Nm
220 Nm
160 Nm
Höchstgeschwindigkeit
125 km/h
150 km/h
135 km/h
Getriebe
1-Gang-Getriebe
1-Gang-Getriebe
1-Gang-Getriebe
Antrieb
Vorderrad
Vorderrad
Hinterrad
Bremsen vorn/hinten
Scheiben/Trommel
Scheiben/Trommel
Scheiben/Trommel
Testwagenbereifung
Bridgestone Turanza T005
Continental EcoContact6
Michelin Primacy 4
Reifentyp
165/70 R 14 T
195/55 R 16 V
205/45 R 16 H
Abgas CO2
0 g/km
0 g/km
0 g/km
Verbrauch*
13,9 kWh/100 km
14,7 kWh/100 km
16,0 kWh/100 km
Reichweite*
230 km
314 km
190 km
maximale Ladeleistung AC/DC
bis 6,6 kW/30 kW
bis 11 kW/85 kW
bis 22 kW/-
Ladeanschluss
Front mittig
Kotflügel hinten rechts
Kotflügel hinten rechts
Vorbeifahrgeräusch
63 dB(A)
69 dB(A)
64 dB(A)
Anhängelast gebr./ungebr.
Kofferraumvolumen
270–1100 l
185–550 l
188–980 l
Länge/Breite/Höhe
3734/1579–1770**/1516 mm
3632/1683–1900**/1527 mm
3615/1646–1875**/1541 mm
Radstand
2423 mm
2322 mm
2492 mm
Grundpreis
20.490 Euro
26.790 Euro
21.790 Euro
Testwagenpreis
21.790 Euro
30.990 Euro
25.540 Euro

Der Elektroantrieb verleiht dem Franko-Floh jetzt eine neue Form der Agilität. Lautlos und flott schiebt der E-Motor den Hecktriebler an, vor allem in der Stadt wirkt der Twingo dabei richtig spritzig, geht bis 60 km/h gemessen und gefühlt kaum langsamer ans Werk als der kräftigere 500e. Danach lässt die Kraft jedoch spürbar nach. Dem noch leichteren, aber nur halb so starken Dacia zu entkommen, klappt dennoch locker. Auf Landstraße und Autobahn fühlt er sich allerdings nicht mehr so souverän an wie der 500e.

Angenehm: Aufgrund der kleinen Batterie hält sich das Gewicht des Twingo in Grenzen. Mit 1155 Kilogramm ist er zwar gute 100 Kilo schwerer als seine Verbrenner-Brüder, das Mehrgewicht macht sich beim Fahren aber nicht negativ bemerkbar. Die perfekte Gewichtsbalance von 50:50 zwischen Vorder- und Hinterachse und der niedrige Schwerpunkt würden den Twingo zu noch mehr Dynamik befähigen. Doch die gefühllose und indirekte Lenkung gibt dem Fahrer schnell zu verstehen, es gut sein zu lassen.
Fiat 500e
Der Sportler des Trios: Mit seinem straffen, aber nicht unkomfortablen Fahrwerk kann der Fiat 500e auch Kurven.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD

Der Fiat 500e macht richtig Spaß

Die Rolle des sportlichen Typen nimmt ganz klar der 500e ein. Und das liegt nicht nur an seiner Motorleistung. Direkt nach dem Einstieg fühlt sich der Fahrer hinter dem Steuer aufgrund der guten Sitzposition am wohlsten. Dazu ist er über das straffe Fahrwerk besser an die Straße gebunden. Und dank der direkteren Lenkung überfordern ihn auch kurvige Strecken nicht, sondern bereiten im 500e richtig Spaß. Auch der Komfort bleibt nicht auf der Strecke. Die Feder-Dämpfer-Abstimmung ist wie gesagt straff, aber dennoch nachgiebig, was sich beim Überfahren von Unebenheiten oder aufgeplatzten Asphaltstücken positiv bemerkbar macht.

Messwerte

Messwerte
Beschleunigung
0–50 km/h
5,8 s
3,2 s
4,0 s
0–100 km/h
21,9 s
8,8 s
12,3 s
Zwischenspurt
60–100 km/h
14,2 s
4,8 s
7,2 s
80–120 km/h
32,0 s
6,6 s
11,6 s
Leergewicht/Zuladung
983/317 kg
1349/341 kg
1155/363 kg
Gewichtsverteilung v./h.
53/47 %
58/42 %
50/50 %
Wendekreis links/rechts
10,3/10,1 m
10,0/9,9 m
9,0/8,8 m
Sitzhöhe
580 mm
625 mm
660 mm
Bremsweg
aus 100 km/h kalt
36,6 m
35,8 m
34,5 m
aus 100 km/h warm
36,0 m
35,7 m
34,9 m
Innengeräusch
bei 50 km/h
63 dB(A)
57 dB(A)
62 dB(A)
bei 100 km/h
71 dB(A)
66 dB(A)
69 dB(A)
Verbrauch
Testverbrauch
Durchschnitt der Testrunde
15,8 kWh/100 km
18,8 kWh/100 km
16,4 kWh/100 km
Abweichung zur WLTP-Angabe
+14 %
+28 %
+3 %
CO2 (Testverbrauch)
0 g/km
0 g/km
0 g/km
Reichweite (Testverbrauch)
173 km
197 km
130 km

Der Twingo rumpelt jedenfalls ungestümer über schlechte Strecken, der Spring wirkt trotz seines weich abgestimmten Fahrwerks und der kleinen 14-Zoll-Räder im Vergleich richtig unbeholfen und stolperig. In allen Tempobereichen bleibt der Fiat im Innenraum zudem deutlich leiser als seine Konkurrenten, insbesondere als der sehr dünnblechig wirkende Dacia. Weitere Details zum Test gibt es in der Bildergalerie.

Bildergalerie

Renault Twingo Electric Fiat 500e Dacia Sprint
Renault Twingo Electric
Fiat 500e
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Drei Elektro-Stadtflitzer im Test

Hier fährt jeder einen Sieg nach Hause. Den wichtigsten schnappt sich allerdings der Twingo, der als sehr wendiger, zudem günstiger und alltagstauglicher E-Cityflitzer überzeugt. Kommt es vor allem auf das Fahren an, ist man mit dem 500e am besten bedient. Und wer ganz knapp kalkulieren muss, der entscheidet sich für den Spring.