Dacia Spring, Mitsubishi Space Star: Vergleichstest
E-Auto gegen Benziner: Wer wird der Pendler-König?

Dacia Spring gegen Mitsubishi Space Star, E-Auto gegen Benziner, neue gegen alte Welt. AUTO BILD sucht den Pendler-König für Sparfüchse.
Bild: Roman Rätzke / AUTO BILD
In diesem Vergleich testen wir, wie Sie auf dem Weg zur Arbeit Geld sparen. Es geht um die Frage: alte oder neue Welt? Also Verbrenner oder kleines E-Auto? Unsere Testkandidaten für diese Story sind der Mitsubishi Space Star mit Benzinmotor und das Elektroauto Dacia Spring. Beides Autos, die bezahlbar sind. Aber mit welchem sparen Sie besser?
Beginnen wir mit der alten Welt. Den Space Star verkaufen sie bei uns schon seit zehn Jahren, er war bis vor vier Jahren sogar Deutschlands billigstes Auto, startete teils bei unter 7000 Euro. Na ja, das ist Geschichte. Was immer noch der Wahrheit entspricht: vier Türen, sechs Airbags, Platzverhältnisse für einen Mini gar nicht mal so übel.
Space Star bietet ordentlich Platz
Du kommst durch große Türöffnungen gut hinten rein und wieder raus, sitzt, wenn der Vordermann nicht gerade Basketballstar ist, ganz passabel, hast auf jeden Fall mehr Bein- und Kopffreiheit, als du es bei so einem 3,85-Meter-Autochen erwarten würdest.

Überraschend groß: Der Mitsubishi Space Star streckt sich auf gerade einmal 3,85 Meter und bietet mehr Platz, als man erwarten würde.
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Ja, die Sitze sind nicht der Brüller, vor allem hinten ist das mehr ein Stoffbänkchen als eine Rückbank, und vorn könnte das Gestühl ruhig mehr Seitenhalt bieten.
Aber wir wollen auch loben: Der Space Star ist ein Auto alter Schule, hat ein klares Zeiger-Cockpit, Knöpfe und Tasten für sämtliche Funktionen. Du steigst ein, ohne dass dir der Händler den Wagen vorher in einer PowerPoint-Präsentation vorstellen muss. Nur die Taster für die Sitzheizung hätten wir höher eingebaut, du beugst dich am besten vor der Fahrt runter und drückst.
Basis-E-Mobilität im Spring
Und der Dacia? Viel moderner, digitaler, aber kein Technik-Overkill. Die Geschwindigkeit erscheint digital als Zahl, in den Rundinstrumenten zeigt der Dacia links an, ob er gerade rekuperiert oder sich auspowert, rechts bilden Balken den Füllstand der Batterie ab. Seit zwei Jahren ist der Spring für die E-Mobilität "ganz unten" zuständig, der erste Stromer, der nach Abzug der Umweltprämie zum Kleinstwagen-Kurs zu haben ist.

Überraschend günstig: Nach Abzug der Umweltprämie ist der Spring für 15.572,50 Euro zu haben – ein E-Auto zum Kleinstwagen-Kurs.
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Was es dafür gibt? Auch vier Türen und sechs Airbags wie bei Mitsubishi, aber auch weniger Platz, weil der Dacia elf Zentimeter kürzer ist. Weniger Luxus, weil weder Lenkrad noch Vordersitze in der Höhe verstellbar sind. Die Materialanmutung ist erwartbar für diese Preisklasse, also viel Hartplastik.
Fahrzeugdaten
Modell | Dacia Spring Electric 45 | Mitsubishi Space Star 1.2 |
|---|---|---|
Motor, Bauart, Einbaulage, Hubraum | Synchronelektromotor, vorn | Dreizylinder, vorn quer, 1193 cm³ |
Leistung | 33 kW (44 PS) | 52 kW (71 PS) bei 6000 1/min |
max. Drehmoment | 125 Nm | 102 Nm bei 3500 1/min |
0-100 km/h | 19,1 s | 14,1 s |
Vmax | 125 km/h | 167 km/h |
Antrieb/Getriebe | Vorderrad/Einganggetriebe | Vorderrad/Fünfganggetriebe |
Testverbrauch | 16,6 kWh (inkl. Ladeverlust) | 5,1 l S |
Reichweite | 180 km | 685 km |
Batteriekapazität/Tankinhalt | 26,8 kWh | 35 l |
Lämge/Breite/Höhe | 3734/1579-1770*/1513 mm | 3845/1665-1950*/1505 mm |
Radstand | 2423 mm | 2450 mm |
Kofferraum | 290-1100 l | 235-912 l |
Leergewicht/Zuladung | 975/325 kg | 921/419 kg |
Anhänge-/Stützlast | – | 200/25 kg |
Typklassen (HPF/VK) | 17/20 | 17/18 |
Kfz-Steuer/Jahr | befreit bis 2030 | 58 Euro |
Versicherung/Jahr (SF 1/2) | 1010 Euro | 970 Euro |
Energiekosten/100 km | 7,47 Euro | 9,59 Euro |
Kraftstoffpreis (Stand 20. April 2023) | 0,45 Euro/kWh | 1,88 Euro/Liter |
Die Bedienung ist teils zum Schmunzeln. Hier muss noch der "Zündschlüssel" reingesteckt und umgedreht werden, soll der Stromer lossummen. Und dass der Spring die Taster für die elektrischen Fensterheber unterm Radio hat, seine Rückbank einteilig umklappt und dann auch noch eine Ladekante zum Vorschein kommt – nun ja. Einigen wir uns auf Folgendes: Beim Blick auf die Preisliste werden wir gnädig, außerdem freuen wir uns aufs Fahren!
Elektro steht hier für Entschleunigung
Bleiben wir im Elektroauto. Und lassen Sie uns über Leistung reden. 44 PS, 125 Nm Drehmoment, Vorderradantrieb. Dass Elektro nicht gleich Bums ohne Ende ist, zeigt der Spring eindrucksvoll. Er benötigt 19,1 Sekunden (in Worten: fast zwanzig!) für den "Spurt" auf Tempo 100, bei 125 km/h ist Schluss. Somit steht fest: Der Kerl will dich ohne Geldbuße und Punkte von A nach B bringen.

Von wegen Elektro-Punch: Mit seinen 44 PS lässt es der Dacia sehr gelassen angehen. Bis Tempo 100 braucht er 19.1 Sekunden.
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Und das macht er gut: leichtgängige Lenkung, quirlig mit Zehn-Meter-Wendekreis. Aber auch mäßig gedämmt und arg dünnblechig. Obwohl er weich abgestimmt ist, springt er über Hubbel und Schlaglöcher. Ob mit "Spring" doch nicht der Frühling gemeint ist?
Der Mitsubishi liegt satter auf der Straße, federt erwachsener. Er ist auch das viel agilere Auto. Den Spurt auf Tempo 100 soll er in 14,1 Sekunden schaffen und somit fünf Sekunden schneller, ist mit 167 km/h Spitze über 40 Sachen flotter unterwegs als der Dacia. Allerdings musst du oft schalten, um ihn bei Laune zu halten. Der 1,2-Liter-Dreizylinder mit 71 PS ist in Verbindung mit der Fünfgang-Schaltung laaang übersetzt, Überholvorgänge von 80 bis 120 km/h im fünften Gang sind nichts für Ungeduldige.

Sprintsieger: Der Space Star kommt schneller in die Gänge und siegt auch beim Topspeed. Im Fahrwerk steckt allerdings wenig Sport.
Bild: Roman Rätzke / AUTO BILD
Bei der Schlechtwege-Wertung kann sich der Space Star leider nicht vom Spring absetzen. Auch er tänzelt etwas entkoppelt auf schlechtem Belag, auch er hat eine leichtgängige und gefühllose Lenkung, die nach sachter Fahrt schreit und nicht nach lustvollem Landstraßen-Räubern. Aber hier geht's ja auch ums Sparen. Und daher geht's jetzt um alles.
Die Preise beginnen bei knapp 16.000 Euro
Der Dacia Spring startet bei 22.750 Euro und kostet nach Abzug der Umweltprämie (7177,50 Euro) nur noch 15.572,50 Euro. Also in etwa so viel wie der hier zugrunde gelegte Mitsubishi Spar Star in der Ausstattung Plus mit Start-Stopp-Technik für 15.890 Euro.
Energiekosten mit großen Unterschieden
Zweimal knapp 16.000 Euro und doch große Unterschiede. Für den Verbrenner haben wir einen Verbrauch von 5,1 Liter Super ermittelt, das E-Auto braucht 16,6 kWh auf 100 Kilometer. Somit kommt der Verbrenner auf 9,59 Euro Energiekosten pro 100 Kilometer, der Stromer ist für 7,47 Euro unterwegs, mehr als zwei Euro weniger.
Kosten Benziner
Modell | Mitsubishi Space Star 1.2 |
|---|---|
Grundpreis | 15.890 Euro |
Kraftstoff-/Stromkosten (60.000 km) | 5752,80 Euro |
Wartung (4 Jahre) | 1400 Euro |
Steuer (4 Jahre) | 232 Euro |
Versicherung (HPF/VK 4 Jahre) | 3880 Euro |
Wertverlust (4 Jahre, 60.000 km) | 6139 Euro |
Umweltbonus | 0 Euro |
Gesamt | 17.403,80 Euro |
Kosten pro Kilometer | 0,29 Euro |
Und er könnte noch günstiger fahren. Denn wir haben mit einem durchschnittlichen Strompreis von 45 Cent gerechnet, falls der Dacia mal unterwegs lädt. Docken wir ihn ausschließlich an der Wallbox zu Hause an, wäre der Faktor je nach Tarif rund 35 Cent, also 5,81 Euro Energiekosten auf 100 km.
Kosten Elektro
Modell | Dacia Spring Electric 45 |
|---|---|
Grundpreis | 22.750 Euro |
Kraftstoff-/Stromkosten (60.000 km) | 4482 Euro |
Wartung (4 Jahre) | 700 Euro |
Steuer (4 Jahre) | 0 Euro |
Versicherung (HPF/VK 4 Jahre) | 4040 Euro |
Wertverlust (4 Jahre, 60.000 km) | 10.248,88 Euro |
Umweltbonus | -7177,50 Euro |
Gesamt | 12.293,38 Euro |
Kosten pro Kilometer | 0,20 Euro |
Dass der Spring am besten zu Hause laden sollte, ergibt sich aus seinen Daten: Er fasst Strom mit maximal 30 kW, braucht also für die, ähm, "Schnellladung" von auf 80 Prozent eine knappe Stunde. An der Wallbox ist der Akku mit 3,7 kW nach achteinhalb Stunden auf 100 Prozent, an der Haushaltssteckdose vergehen etwas mehr als 13 Stunden.
Langstrecken besser nicht im Dacia
Somit steht fest: Ja, das Elektroauto gewinnt diesen Kosten-Check, es ist das günstigere Pendlerauto. Das schafft er vor allem durch die Prämie, die den Preis auf Kleinstwagen-Niveau bringt.

Licht und Schatten: Dacia gewinnt bei den Kosten und ist ideal für Pendler. Geht es um die Langstrecke, überholt ihn der Mitsubishi.
Bild: Roman Rätzke / AUTO BILD
Aber zur Wahrheit gehört auch folgende Erkenntnis: Der Dacia Spring kann nur pendeln, keine Langstrecke. Da stehst du nach 180 Kilometern eine Stunde an der Säule. Mit dem Benziner fährst du einfach weiter.
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