Wer ein Elektroauto hat, aber keine eigene Wallbox, für den ist öffentliches Laden unverzichtbar. Misslich, wenn man in einer Hoch-Preis-Zone wohnt. Denn je nachdem, welcher Stromanbieter in einer Kommune die Versorgung dominiert, können die Preise günstig oder teuer sein, hat eine neue Studie ergeben.
Wie teuer sind die Ladestrompreise in den deutschen Metropolen? Der Solarstrom-Anbieter Enpal hat in seinem "Wallbox-Monitor" die Ladepreise für 20 Großstädte zusammengetragen. Und einen allgemeinen Durchschnittspreis berechnet: Demnach lädt man 2025 an Wechselstrom-Ladepunkten deutschlandweit im Mittel für 0,51 Euro pro Kilowattstunde (kWh). Schnelles Gleichstromladen ist teurer; es kostet im Schnitt 0,60 Euro/kWh.

Die besten Elektroautos bis 48.000 Euro

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1,8
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Preis
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Verbände fordern Regulierung

Der Trend geht laut Enpal nach oben: Die Kosten für öffentliches Schnellladen seien seit 2024 um 4,45 Prozent gestiegen. AC-Laden wurde nur mäßig teurer, um durchschnittlich 1,71 Prozent. Die großen regionalen Preisunterschiede beim öffentlichen Laden geraten zunehmend in die Kritik, so forderten zuletzt der Verbraucherzentrale Bundesverband, der VDA und der ADAC die Politik zum verstärkten Regulieren auf.
Ladestecker CCS
Wer mit Gleichstrom (DC) lädt, kann den Akku in einem Bruchteil der Zeit vollmachen, den das langsame AC-Laden benötigt. Weil die Ladetechnik erheblich aufwendiger ist, wird für Schnellladen mit Gleichstrom zumeist ein höherer Preis verlangt.
Bild: BMW AG
Ein Muster lässt sich für die von Enpal ermittelten Ladestrompreise kaum erkennen. Allenfalls dies: Öffentlicher Ladestrom ist im Westen und Süden Deutschlands zumeist teurer. Die teuersten Städte sind derzeit Frankfurt (Main), Stuttgart und Leipzig. Am günstigsten laden Elektroautos aktuell in Wuppertal, Dresden, Hannover und – etwas teurer – in Hamburg.
Ein Beispiel zeigt, was die Preisunterschiede beim eigentlichen Laden fürs Portemonnaie bedeuten: Wer einen VW ID.4 (52 kWh Batteriekapazität) in Stuttgart an einer DC-Ladesäule vollständig laden würde, müsste rund 42 Euro laden – in Dresden wären es hingegen nur etwa 23 Euro.
Die genannten Preise (siehe Tabelle) berücksichtigen jeweils die tariflichen Mindestpreise. Bei Ad-hoc-Laden können sie höher ausfallen. In der Liste fehlen die zwei großen Städte Köln und Essen. Enpal begründet deren Abwesenheit: Da im vergangenen Jahr Tarifdaten nicht öffentlich einsehbar waren und die Studie als Jahres-Preisvergleich angelegt war, fielen beide Metropolen aus der Liste.

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Bisher keine Gesamtübersicht über Strompreise

Bei der Aufstellung berücksichtigte Enpal nicht allein die Strompreise, sondern auch die sogenannten Blockiergebühren für Elektroautos, die nach dem Laden nicht zügig den Säulen-Parkplatz räumen. Zum Vergleich: Laut dem Preisvergleichsportal Verivox beträgt der Haushaltsstrompreis für Neukunden aktuell deutschlandweit im Schnitt 0,348 Euro pro kWh.

Öffentliches Laden in deutschen Großstädten

Öffentliches Laden in deutschen Großstädten
Frankfurt/Main
0,64
0,76
Leipzig
0,60
0,70
Bielefeld
0,56
0,65
Stuttgart
0,55
0,79
Berlin
0,55
0,65
Augsburg
0,55
0,65
Dortmund
0,54
0,64
Nürnberg
0,52
0,62
Bochum
0,50
0,50
Hamburg
0,50
0,50
München
0,49
0,69
Mannheim
0,49
0,59
Bonn
0,49
0,56
Duisburg
0,48
0,58
Düsseldorf
0,47
0,59
Bremen
0,47
0,57
Münster (Westfalen)
0,47
0,47
Hannover
0,45
0,55
Dresden
0,45
0,45
Wuppertal
0,39
0,49
Durchschnitt
0,51
0,60
Da viele Stromversorger lokale Monopole aufgebaut haben und bisher nur an wenigen Ladesäulen die Strompreise gut ablesbar angegeben sind, ist der Markt unübersichtlich. Auch existiert bisher keine Gesamtübersicht, wie es sie für Benzinpreise dank der Markttransparenzstelle seit Jahren gibt. Immerhin kann man sich in aktuellen Übersichten über das Preisniveau von Anbietern informieren, wie beim jährlich herausgegebenen E-Mobility-Excellence-Report.
Das Spritvergleichsportal Clever Tanken (wie AUTO BILD Teil der Axel Springer SE) hat jüngst angefangen, Strompreise für öffentliches Laden über seine App sichtbar zu machen.