Volvo V90 Cross Country B5 Mild-Hybrid Diesel AWD: Wellness- Oase auf Rädern

Ganz klar bekennt sich unser neuer V90 Cross Country zur Langstrecken-Mobilität. Großer Kombi, Allrad, Diesel und eine Komfortausstattung, die manch Vertreter auf seiner Wunschliste für den nächsten Dienstwagen notiert: Nappaleder, Panoramadach, Lenkradheizung und äußerst gemütliche Massagesitze – ein Spa auf Rädern.
Allerdings kostet die schwedische Businessklasse knapp 93.000 Euro. Dafür kneten die Sitze dann gekonnt den Rücken, das nordische Edel-Ambiente schmeichelt dem Auge, und Mitreisende äußern sich anerkennend über den weitläufigen Innenraum. Das Gehör echauffiert sich allerdings über die Antriebsgeräusche.
Massagefunktion für 780 Euro als i-Tüpfelchen der ohnehin sehr komfortablen Vordersitze im Volvo.

Den Selbstzünderblues säuseln Audi, BMW und Genesis nämlich auch bei Vierzylindern besser weg. Ärgerlich, zumal die Akustikverglasung die Optionsliste mit 1080 Euro belastet. Gekonnter gegensteuern vermag da schon die hervorragende Bowers-&-Wilkins-Anlage. "Premium Sound" nennt Volvo die 19-teilige Lautsprecher-Combo mit 1460 Watt. Das stimmt zum Glück nicht nur beim Preis (3060 Euro).
Eine Sänfte ist der Cross Country übrigens nicht. Über das adaptive Fahrwerk (Luftfedern nur an der Hinterachse) wirkt der 4,96 Meter lange V90 stets satt angebunden, begegnet schlechten Asphaltdecken gelassen, nur harte Querfugen gelangen eine Spur zu deutlich nach innen. Thema verfehlt? I wo! Vollkommen entspannt erreichen wir nach den ersten 1500 Dauertest-Kilometern unser Zwischenziel.
Pro: Wohlfühloase mit feinem Ambiente und viel Komfort. Kraftvoller, entspannter und sparsamer Antrieb.
Contra: 180 km/h Vmax reichen eigentlich dicke, beim souveränen Schweden nervt die Begrenzung aber doch.

Renault Captur Tee 130: Der Clio fürs Grobe

Der Renault Captur ist, wenn man es genau nimmt, der Clio V als SUV. Mit dem Kleinwagen nutzt der 4,23 Meter lange Franzose jedenfalls die gleiche CMF-B-Plattform.
Das ist ja kein Nachteil, denn es entfernt den Captur auch von dem sonst so weichen Geschaukel französischer Autos. Zudem erfreut das kleine SUV mit seiner Quirligkeit, die durch eine etwas zu weiche Lenkung in der Stadt super, in schnellen Kurven weniger gut funktioniert. Wobei der Clio-Ableger im Grenzbereich erstaunlich gut die Balance hält.
Das Design des Captur gefällt und sorgt mit dem überschaubaren Preis für ein ordentliches Käuferinteresse.

Ein Lob gebührt dem 130 PS starken Vierzylinder-Turbobenziner, der spritzig zu Werke geht. Wer die Leistung vollständig ausreizt, muss allerdings mit einem für Turbobenziner typisch hohen Verbrauch leben.
Pro: Die ausgewählten Materialien im Innenraum fallen für einen Kleinwagen erstaunlich wertig aus.
Contra: Das Doppel-kupplungs-getriebe ist beim Anfahren zögerlich und sorgt so für unnötige Hüpfer.

BMW iX3 M Sport: So modern, schon veraltet

Veraltet? der BMW iX3? Ach komm schon, alter Nörgler. Was ist denn jetzt schon wieder? Der E-Antrieb ist doch tadellos, das One-Pedal-Driving funktioniert super. Der auf Elektro umgebaute X3 ist leise, komfortabel, angemessen effizient. Auch wenn die Reichweite im Winter unter 300 Kilometer sinkt. Geht allen E-Autos so.
Der iX3 hat nicht die Optik eines modernen E-Autos: lange Fronthaube, kein langer Radstand, eher längere Überhänge.

Aber: Der iX3 steht eben auf keiner E-Plattform – und das ist 2023 eine echte Schwäche. Die Lage der Antriebstechnik verhindert einen ebenen Fußraum hinten. Damit ist das Auto für fünf Erwachsene nicht geeignet.
Dasselbe gilt für den Kofferraum: hinten nicht mehr Platz als im Verbrenner, vorne (Frunk) nicht vorhanden. Dazu kommt: Unser Dauertestwagen kostet 75490 Euro. Dafür gibt es mittlerweile Alternativen. Und zwar echte Elektromodelle.
Pro: E-Antrieb, Rekuperation, Ladeleistung, Bedienung, Verarbeitung: Der iX3 ist ein echter BMW.
Contra: Für mehr als 75.000 Euro ist die maximale Reichweite zu gering. Und eigentlich ist der nur ein Viersitzer.