Die Zukunft von Seat
"Spannend, sportlich, schnörkellos"

Seat hat zurzeit alle Hände voll zu tun. Designchef Luc Donckerwolke will die spanische Volkswagen-Tochter auf Audi-Niveau heben. Hohe Ansprüche, die der neue Ibiza schon 2008 erfüllen soll.
- Joachim Staat
Hoch auf einem Hügel, ringsum bewacht und abgeschirmt, nimmt Seats Zukunft Formen an. Im neuen Designzentrum bei Barcelona, das gerade offiziell eingeweiht wurde, sind die Gestalter erstmals an einem Ort vereint. Schluss mit zeitraubenden Fahrten zwischen dem Firmensitz in Martorell und dem alten Designbüro in Sitges – nun hat Designchef Luc Donckerwolke seine maßgeschneiderte Spielstube perfekt. Auf 5500 Quadratmeter sind alle Prozesse, vom Modellieren bis zum Form-Scannen, zusammengefügt. Der Designer, der vor zwei Jahren von Lamborghini kam, hat sein Team von 78 auf 52 Mitarbeiter reduziert, die er von überall her aus dem Konzern gewinnen konnte. "Dabei sind Spezialisten für Mikro-Design, die von Audi und Bentley ihre Erfahrungen mit hochwertigen Interieur-Kunststoffen mitbringen", so Donckerwolke. "Wir wollen Design und Qualität wie Audi abliefern."


Bild: Automedia
Dafür hat der Tribu, die in Frankfurt präsentierte Studie eines kompakten SUV, sein Okay aus der Konzernzentrale bekommen. Der hochbeinige Zweitürer auf Basis des VW Tiguan (mit um acht Zentimeter gekürztem Radstand) könnte 2010 bei den Seat-Händlern stehen. Die werden solche Neuheiten dringend brauchen, wollen sie die ehrgeizigen Pläne der Markenlenker umsetzen. In Deutschland soll Seat seine Verkäufe von zuletzt 55.000 Autos bis 2009 auf jährlich 70.000 steigern. Erklärtes Ziel sind zwei Prozent Marktanteil. Und für den fernen Horizont hat der Vorstandsvorsitzende Erich Schmitt ein reichlich abgehobenes Ziel genannt: 800.000 soll Seat 2018 bauen – 2006 waren es noch 430.000. Alles Planspiele auf dem Papier – solche Zahlen dienen in Schmitts bisweilen hemdsärmeliger Rhetorik dazu, seinen wichtigsten Satz zu untermauern. "Seat steht nicht zur Disposition." Die Konzernmutter VW denke keineswegs daran, die defizitäre Tochter aufzugeben. Schmitt: "Wir schreiben aktuell schwarze Zahlen." Währenddessen geht der Stellenabbau in Martorell weiter. Noch immer ist die Rede von 1600 Jobs, die wegfallen sollen.

Bild: Werk
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