E-Motor-Achsen-Einheit: Dieser Umrüsten macht Verbrenner zum E-Auto
Mit diesem Bausatz wird (fast) jeder Verbrenner zum E-Auto

Mit diesem neuen E-Bausatz eines Antriebsspezialisten aus England lassen sich gebrauchte wie neue Autos mit Verbrennungsmotor im Handumdrehen zum Elektroauto umrüsten. Alle Infos zum Umrüstsatz!
Bild: GKN Automotive
E-Mobilität ist ein Thema für viele, die sich für ein neues Autos interessieren. Allerdings ist der riesige Bestand an gebrauchten Verbrennern ebenfalls ein Thema. Verschiedene Firmen bieten mittlerweile für Gebrauchtwagen und Klassiker mit Verbrennungsmotor die Umrüstung auf Elektroantrieb an. Bisher sind das Manufaktur-Angebote zur Elektrifizierung von Einzelstücken, zum Beispiel ausgesuchte Renault-Oldtimer. Die Voraussetzung für einen weiteren Entwicklungsschritt bietet jetzt hat das britische Unternehmen GKN Automotive, nach eigener Darstellung Weltmarktführer bei der Produktion von Antriebs- und Gelenkwellen: mit dem Elektro-Umrüstsatz "Plug-and-play eDrive".
Das Umbau-Kit wurde auf der Automesse SEMA in Las Vegas erstmals als Konzept-Entwicklung präsentiert. Es besteht aus einem Elektromotor mit daran angeschlossenen Antriebswellen inklusive Gelenken. Damit sollte er sich also auch für Fahrzeuge mit Frontantrieb (und dort ansetzender Lenkung) verwenden lassen. Mit dem populären Claim "Plug-and-play" suggeriert GKN Automotive, das in Deutschland mehrere Werke betreibt, man müsse den Antrieb einfach einsetzen und anschalten. Das gilt es noch zu testen.

E-Umrüstung als Zukunftsmarkt: Die Firma Naext bei Hamburg baut ein Umrüstkit für VW-Transporter.
Bild: NAEXT GmbH
Auch für leichte Nutzfahrzeuge
Die ersten Prototypen des eDrive existieren schon, auf den Markt will GKN das System 2025 bringen. Der Antrieb ist modular angelegt und soll vorläufig in drei Leistungsstufen zwischen 113 und 185 kW (154 bis 252 PS) angeboten werden. Er ist ausdrücklich auch für leichte Nutzfahrzeuge konzipiert. GKN Automotive plant zwei Ausführungen: Die "2-in-1" genannte Kombination aus Motor und Antrieb sowie "3-in-1", das Gesamtsystem inklusive Wechselrichter für DC-Akkustrom. Zu empfohlenen Fahrakkus bzw. der notwendigen Steuerungselektronik gibt es keine Angaben. Auch über Spezifikationen wie Gewicht oder Effizienz erfahren wir vorläufig nichts.
Umrüstsatz kostet ab 5000 Euro
Obwohl noch ein Konzept, gibt es für das Kit bereits konkrete Preisvorstellungen: Als Einstiegspreis für den Umrüstsatz nennt der Hersteller 5000 Euro. Für größere Mengen ab 50 Einheiten sinken die Kosten um je 500 Euro je Stück. Der Komplettsatz ("3-in-1") kostet ab 7500 Euro. Für den stärksten Motor mit 185 kW verlangt GKN Automotive ab 10.000 Euro. Geht man von aktuellen Akku-Preisen um 90 Euro pro Kilowattstunde aus, erscheint ein wirtschaftlicher Umbau von Altfahrzeugen in Kleinserie denkbar. So könnten typspezialisierte Unternehmen zum Beispiel Autos mit Motorschaden, die nach konventioneller Denkweise nur noch Schrottwert haben, gewinnbringend ein zweites Leben stiften.
Der Hersteller zielt mit seinem Produkt ausdrücklich auf den wachsenden Umrüster-Markt. "Wir haben die vergangenen 20 Jahre führende Elektroantriebs-Technologie hergestellt – nahe an unseren bisherigen Produkten wird diese Produktlinie den Kundenwünschen nach hoher Qualität und Kosteneffizienz noch näherkommen", sagt Dirk Kesselgruber, Technik-Vorstand von GKN Automotive.
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