Elektro-Scooter im Vergleich (2019)

E-Scooter: Zulassung, Unfallgefahr, Versicherung, kaufen

E-Tretroller: Das müssen Sie wissen

In Kürze dürfte die Zulassung für E-Tretroller in Kraft treten. Doch der Start könnte sich bis Mitte Juli hinziehen. Alle Antworten zum Thema E-Scooter!
(dpa/Reuters/cj/brü) Elektrische Tretroller können wohl frühestens im Juli 2019 in deutschen Städten starten. Mitte Juni sollen die Regeln im Bundesgesetzblatt veröffentlicht werden und erlangen damit Gesetzeskraft. Danach sind weitere Vorbereitungen nötig, bis E-Scooter zugelassen werden können. Der Bundesrat hatte Mitte Mai 2019 die Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung (eKFV) beschlossen. Damit ist der Weg für eine Zulassung der kleinen Gefährte mit maximal 20 Kilometern pro Stunde (km/h) in diesem Sommer frei. Hier lesen Sie, welche E-Scooter Sie schon kaufen können.
Die E-Scooter sollen als "Mittel für die letzte Meile" neue Mobilitätsangebote vor allem in Städten schaffen, zum Beispiel von einer Bushaltestelle nach Hause oder ins Büro, also vorwiegend für kurze Strecken. Sie sind in der Regel kleiner und leichter als Fahrräder, oft lassen sie sich auch zusammenklappen. In vielen Metropolen im Ausland, vor allem in den USA, gehören E-Scooter bereits zum Stadtbild. AUTO BILD gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um das Thema E-Scooter:

Alle Infos zu E-Scootern

Was sind E-Scooter?

Damit sind meist klappbare E-Tretroller, manchmal aber auch Elektroroller, Stehroller (Segways) oder sogar E-Boards (Self Balancing Boards, Hoverboards, Mini-Segway) gemeint. Hier geht es vorrangig um E-Tretroller, Personal Light Electric Vehicle (PLEV). Die Politik nennt die neuen Trendflitzer Elektrokleinstfahrzeuge. Sie haben einen elektrischen Antrieb und sind bis zu 20 km/h schnell.

Wozu eignen sich E-Scooter?

Die meisten E-Scooter sind umweltfreundlich, leicht zusammenklappbar und überall mit hinzunehmen. Daher sind sie ideal für den sogenannten letzten Kilometer (last mile), etwa im Anschluss an eine Auto-, Bus- oder Bahnfahrt. Vor allem in verstopften Großstädten werden sie immer beliebter, aber auch auf Campingplätzen sind sie gut zu gebrauchen.

Welche Unfallgefahr besteht?

Die Unfallgefahr ist nicht zu unterschätzen. Weil Gehwege zum Schutz der Fußgänger tabu sind, müssen E-Scooter auf Radwegen oder gar auf der Straße fahren. Damit ist Konfliktpotenzial programmiert, etwa die Gefahr eines Zusammenstoßes mit Autos oder Radfahrern. Wegen der Verletzungsgefahr wird allgemein zum Tragen eines Helms geraten, auch wenn er nicht vorgeschrieben ist. In Stockholm und in Paris sind bereits Menschen nach Unfällen mit E-Scootern gestorben, auch aus den USA wird von mehreren Todesfällen berichtet.

Wann sollen E-Tretroller zugelassen sein?

Wohl Mitte Juli 2019 könnten die ersten E-Tretroller in Deutschland zugelassen werden. Zuvor müssen die Hersteller für ihre Modelle eine Allgemeine Betriebserlaubnis beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) beantragen – wenn die Verordnung mit den Zulassungsregeln in Kraft ist. Das Bearbeiten dauere dann rund zwei Wochen. Beim KBA gingen inzwischen 99 Interessensbekundungen von Herstellern ein, teilte das Bundesverkehrsministerium mit. Käufer und Vermieter von E-Tretrollern müssen sich außerdem noch Haftpflichtversicherungen besorgen. Auch das kann etwas Zeit in Anspruch nehmen.

Welche E-Scooter sind schon erhältlich?

Bereits jetzt legal per Ausnahmegenehmigung zu fahren ist beispielsweise der Metz Moover, der allerdings 2000 Euro kostet (einen Test von COMPUTER BILD finden Sie hier). Ebenfalls auf dem Markt ist der BMW X2City, der sogar noch etwas teurer ist. Hier gibt es eine Übersicht der E-Scooter, die jetzt schon kaufen können und die in Kürze kommen.

Was ist mit E-Rollern ohne Zulassung?

In Baumärkten und Technik-Kaufhäusern wurden vereinzelt bereits E-Tretroller verkauft, die aber offiziell nicht für den Straßenverkehr zugelassen sind. Damit darf niemand auf öffentlichen Wegen fahren. Wenn die Gefährte die Anforderungen der Verordnung nicht erfüllen, können sie nachgerüstet werden. Dabei liegt es laut Verkehrsministerium aber bei Herstellern oder Händlern, ob sie eine Nachrüstung anbieten. Falls nicht, dürfen diese Roller nur auf Privatgrundstücken bewegt werden.

Wo dürfen E-Tretroller fahren?

Nur auf den Radwegen, Fußwege sind tabu. Wenn kein Radweg vorhanden ist, muss man auf die Straße.

Wie sieht es mit der Reichweite aus?

Der Metz Moover verspricht mit einem 210 Wattstunden starken Lithium-Ionen-Akku eine Reichweite von bis zu 25 Kilometern – bei einem Maximalgewicht des Nutzers von 95 Kilogramm. Ähnlich sieht es beim BMW X2City aus.

Wie werden E-Scooter bedient?

Beschleunigt wird meist über einen Gasgriff am Lenker, der BMW X2City hat hinten ein Fußpedal für fünf Geschwindigkeitsstufen. Gebremst wird wie beim Fahrrad per Handbremse. Bei einigen Modellen können über Bedienelemente am Lenker Fahrdaten eingesehen werden.

Welche Vorschriften gibt es für E-Scooter?

Es gibt ein Mindestalter von 14 Jahren. Alle E-Scooter über sechs km/h unterliegen der Versicherungspflicht, müssen also ein kleines Versicherungskennzeichen tragen. Die E-Tretroller brauchen laut "Verordnung über die Teilnahme von Elektrokleinstfahrzeugen am Straßenverkehr" zwei voneinander unabhängige Bremsen, Scheinwerfer, Schlussleuchte, Rückstrahler und Seitenreflektoren. Maximale Abmessungen: 200 cm Länge, 70 cm Breite, 140 cm Höhe, Maximalgewicht: 55 kg (ohne Fahrer). Pflicht sind unter anderem auch zwei unabhängig voneinander wirkende Bremsen, eine Beleuchtung und eine "helltönende Glocke". Für Auto-Fahranfänger gilt null Promille auf Scootern. Für andere greift wie beim Auto die 0,5-Promille-Grenze.

Kann man E-Scooter auch leihen?

Ja, in einigen deutschen Städten bereiten Unternehmen ein Sharing-System vor, ähnlich wie bei Stadtfahrrädern. Einige Start-up-Unternehmen wittern bereits das große Geschäft mit der urbanen Mobilität. Gesucht und bezahlt wird per App, die Roller können stehen gelassen werden, sie werden eingesammelt und über Nacht wieder aufgeladen. Allerdings zeigen die Erfahrungen aus den USA, dass achtlos abgestellte E-Scooter oder rücksichtslose Nutzer schnell zu Chaos führen können. So wurden die Elektro-Tretroller in San Francisco wieder verboten. Auch in Madrid wurden sie nach eine kurzen Probephase vom Gehweg auf die Straße verbannt.

Was kosten E-Scooter?

Das günstigste Gerät im AUTO BILD-Test von Elektro-Scootern ohne Sitz, der Takira Electronic Star V6, kostet 130 Euro. Das Modell ging aus dem Test aber als unbrauchbar hervor. Für den teuersten Scooter ohne Sitzmöglichkeit, den Scuddy Ultimate Premium, muss man satte 5250 Euro anlegen. Der ist allerdings auch technisch deutlich ausgereifter und fährt bis zu 45 km/h schnell. Damit darf er nicht auf öffentlichen Straßen fahren.

E-Scooter: Die Erfahrungen der Redaktion

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