"Wie oft lädst du, wenn du 1000 Kilometer am Stück fährst?", fragte mich kürzlich mein Kollege Stefan Novitski. Die Antwort liefert der neue Opel Grandland Electric auf der Elektrorallye ED 1000: Wenn man mit sanftem Stromfuß, spezieller Fahrtechnik und vor allem mit vollem Akku startet, muss man nur einmal nachladen.

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Der durchschnittliche Verbrauch des großen Opel lag laut Bordcomputer über die gesamte Strecke bei gerade mal 11,4 kWh pro 100 Kilometer. Inklusive Ladeverluste ergibt sich ein bemerkenswert niedriger Gesamtverbrauch von nur 12,5 kWh pro 100 Kilometer!

ED 1000: tausend Kilometer an nur einem Tag

Genau 1000 Kilometer sind die Distanz, die bei der ED 1000 zurückgelegt werden müssen – und zwar an einem Tag und im Wettbewerb gegen andere Teams. Bei dieser Rallye brillierte der elektrische Opel Grandland mit seinem Sensationsverbrauch.
Los ging's an der Motorworld in München in zwei 500-Kilometer-Schleifen durch Österreich: Die erste Tour der liegenden Acht führte westwärts, dann südlich über Innsbruck zurück nach München. Die zweite Tour ostwärts und dann über Salzburg zurück. Herausforderer waren andere Elektro-Teams, gestartet wurde in mehreren Gewinnklassen.
Der Flughafen von Memmingen lag auf der Route der ED1000
Ein Wegepunkt der ED 1000: der Flughafen von Memmingen. Im Opel vereint: Boris Pieritz (l.) und Matthias Brügge.
Bild: AUTO BILD

Unterschiedliche Chancen für 400-Volt- und 800-Volt-Autos

Die Rallye-Veranstalter trennen das Feld in Autos mit 800- und 400-Volt-Plattform, und es gab zwei Herausforderungen: Wer fährt in seiner Klasse
  • die schnellste Zeit und
  • den niedrigsten Verbrauch?
Unser Team-Auto startete in der 400-Volt-Klasse, wir nahmen Platz im neuen Opel Grandland Electric. Mein Bordkamerad, Kameramann und Meister der guten Laune in Personalunion im AUTO BILD/Opel-Team: Boris Pieritz. Unsere Abfahrtszeit war 7:50 Uhr, der Akku zu 98 Prozent gefüllt. Beim Start hatten wir noch keine Ahnung, dass wir die Mittagspause am gleichen Ort nach 500 Kilometern nicht mittags, sondern erst am späten Nachmittag einlegen werden. Aber der Reihe nach.

Schaffen wir es, die Rallye zu gewinnen?

Wir rechneten uns gute Chancen aus, vorne mitzufahren, denn die Werte des Opel Grandland Electric ermutigen: mit 213 elektrischen PS und 82,2-kWh-Akku hat der Grandland das Zeug zum Dauerläufer. Laut WLTP-Messdaten sind bis zu 582 km drin.
Opel Grandland auf der ED1000 vor der Bergiselschanze in Innsbruck
Einer der anzufahrenden Zielorte der ED 1000: Die Rallye-Teilnehmer Boris Pieritz (l.) und Matthias Brügge an der Bergiselschanze in Innsbruck.
Bild: AUTO BILD
Aber wir von AUTO BILD trauen den WLTP-Werten nicht so sehr, im Alltag kommt oft weniger raus. Daher messen wir Autos auf der 155 km langen AUTO BILD-Teststrecke, das ergibt Rankings wie das der E-Autos mit der besten Reichweite und das der effizientesten Elektroautos bei Autobahntempo. Andere Reichweitentests werden auf abgesperrten Strecken simuliert, wie mit dem VW ID.7 in Nardò.

Was ist die ED 1000?

Die Elektrorallye ED 1000 wird mit dem Ziel gefahren, an einem Tag 1000 Kilometer elektrisch zurückzulegen. Teams treten mit unterschiedlichen batterieelektrischen Autos in verschiedenen Klassen gegeneinander an. Es geht um die schnellste Zeit in der 800-V- und der 400-V-Klasse sowie um den geringsten Verbrauch auf 1000 km. Es ist eine Rallye gegen die Reichweitenangst, die beweist, wie alltagstauglich Elektroautos sind. Die ED 1000 fand 2025 zum fünften Mal statt.

Welche Strecke wurde gefahren?

Die erste 500-km-Runde: von München nach Westen, Richtung Memmingen, dann scharf nach Süden über Kempten (Allgäu) Richtung Innsbruck. Dann wieder nach Norden Richtung München.
Die zweite 500-km-Etappe: von München nach Osten zum Seewirt's Strandhaus, dann zum Solar Campus der Energie AG, dann erst nach Süden und dann wieder Westen Richtung Salzburg. Zum Schluss zurück zur Motorworld.
Dieser Alltagstest bei der ED 1000 jedoch verlief auf öffentlichen Straßen. In der Tempowertung rechneten wir uns keine großen Chancen aus. Der Porsche Taycan fuhr in der 800-Volt-Klasse, stellte somit keine Konkurrenz dar. Aber in unserer 400-Volt-Klasse fuhren im Peugeot-Team zwei stärkere Autos mit, ein E-3008 Dual Motor und ein E-5008 Dual Motor. Der zweite Wagen in unserem Opel-Team, ein Frontera Electric, war mit seinem 44-kWh-Akku zwar auf häufigeres Laden angewiesen, aber dank des ebenfalls geringen Verbrauchs ein nicht zu unterschätzender Wettbewerber.

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Wir zielten also auf eine Fahrt mit geringstmöglichem Verbrauch. Das ging so: Nach zehn Kilometer Autobahnfahrt häuften sich im Rallye-Chat die Staumeldungen auf der Strecke. Auch lag der Tempo-100-Verbrauch bei 16 kWh/100 km. Wir wollten den Erfolg, aber nicht im Stau stehen. Also runter von der Autobahn, rauf auf die Landstraße. Und siehe da: Bei rund 85 km/h pendelte sich der Verbrauch bei unter 12 kWh ein.

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Besondere Fahrweise in den Bergen: das Segeln

Die Überlandfahrt in den Bergen gab die Gelegenheit, das Auto anders als üblich zu bewegen. Eigentlich nutzt man im E-Auto eine Gefälle-Strecke zum Rekuperieren. Problem: Man verliert selbst in der geringsten Stufe ordentlich Tempo. Das aber würde die Tour quälend verlängern. Den rekuperierten Strom, so unsere Kalkulation, würden wir bei sparsamer Fahrweise nicht brauchen.
Innenraum im Opel Grandland Electric
Unterwegs im Opel Grandland Electric auf der ED 1000 im deutsch-österreichischen Voralpenland.
Bild: Boris Pieritz
Die Lösung: Bergab das Getriebe in "N"-Position schalten, wir ließen das Auto rollen. Der Stromverbrauch: 0,0 kWh. In "N", wir nennen das "Segeln". Erst ab Tempo 100 wurde mit Rekuperation gebremst. Ergebnis: Wir kamen schnell voran UND reduzierten den Durchschnittsverbrauch!

Niedriges Durchschnittstempo bedeutet langes Fahren

Die vielen Ortsdurchquerungen auf der Überlandfahrt senkten das Durchschnittstempo, an Bord des Grandland Electric verrannen die Stunden. Draußen herrschten 32 Grad, doch die Klimaanlage war tabu. Wir wollten gewinnen! Leicht geöffnete Fenster waren die einzige Erleichterung, auch das Glasdach blieb zu.
Der Opel Grandland in den deutsch-österreichischen Voralpen
Im Grandland Electric durchs liebliche Alpenvorland. Das Gute am Bergwärtsfahren: Nach dem Scheitelpunkt geht es abwärts!
Bild: Jasper Pape / ED1000
Kein Wunder, dass wir erst um 17 Uhr die halbe Strecke hinter uns hatten. Aber nach 480 km lag der Durchschnittsverbrauch bei gerade mal 11,2 kWh! Laden? Nicht nötig, es waren noch weitere 164 Kilometer im Akku. Das reizten wir aus. Aber bloß keine Info an die Wettbewerber!

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Die zweite 500-Kilometer-Runde führte in die Nacht

Nach vollen 500 Kilometern brauste erster Jubel im Grandland auf, aber es stand uns noch eine lange Fahrt bevor. Um 19:30 Uhr erfolgte der erste und einzige Ladestopp nach 590 km, es wären weitere 72 km drin gewesen. Also 662 km Reichweite! Bei der Porsche-Niederlassung in Neuötting füllten wir den Akku mit 64,8 kWh auf 90 Prozent, das würde reichen, schätzten wir.
Nachladen bei Porsche in Neuötting
Das einzige Mal nachladen an der Porsche-Niederlassung in Neuötting.
Bild: Matthias Brügge / AUTO BILD
Und es reichte auch bis zur Ankunft in der Motorworld, die allerdings erst um 3:45 Uhr anstand. Zunächst vorbei an Jens Stratmann, einem der Rallye-Veranstalter, der uns frühmorgens zum Abschlussinterview bitten wollte. Verdutzt sah er uns an ihm vorbeifahren, denn zuvor stand eine Runde über den Parkplatz an, bis der Tageskilometerzähler endlich umsprang: auf 1000 km! Nach einem laaangen Tag.
Opel Grandland Electro auf der ED1000 Elektrorallye
Der Beweis: Nach 1000 Kilometern liegt der Schnitt laut Bordcomputer bei 11,4 kWh/100 km (plus Ladeverlust: 12,5 kWh/100 km). Und es waren noch weitere 151 km im Akku, der bei Rallyeende noch zu 24 Prozent gefüllt war.
Bild: Matthias Brügge / AUTO BILD
Trotz der langen Fahrzeit zeigte sich Teamkamerad Boris Pieritz begeistert: "Die ED 1000 hat mir großen Spaß gemacht. Während der 1000 Kilometer im Alpenvorland habe ich viele neue Erfahrungen gesammelt. Zum Beispiel, wie man durch optimales Rekuperieren und 'Segeln' bei 70 bis 100 km/h irre viel Strom sparen kann." Nach der ED 1000 sagte Jens Stratmann von "Electric Drive": "Auch wenn diese Art der Fahrt sicher nicht unbedingt zur Nachahmung einlädt, zeigt sie doch sehr eindrucksvoll: Man kann die WLTP-Werte im Alltag durchaus unterbieten, wenn man es darauf anlegt. Und falls Matthias und Boris im kommenden Jahr ihren Titel verteidigen wollen, würde ich extra früher aufstehen und noch später ins Bett gehen."

Wie ging die ED 1000 aus?

Die schnellste Zeit hat erwartungsgemäß der Porsche Taycan eingefahren in 11:46 Min. Die schnellste Zeit der 800-Volt-Klasse bis 65.000 Euro gewann ein BYD Sealion 7 mit 12:45 Min. In dieser Klasse war der Smart #5 Brabus der sparsamste mit einem Stromverbrauch von 20,3 kWh/100 km laut Bordcomputer. In der 400-Volt-Klasse war der Peugeot E-5008 Dual Motor das schnellste Auto. Den allergeringsten Verbrauch aber, den hatten wir: Auf exakt 1000 gefahrene Kilometer lag der Verbrauch bei exakt 11,4 kWh – bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 53 km/h. Die Veranstalter errechneten inklusive Ladeverlust 12,5 kWh heraus. Das heißt: In unserer Klasse haben wir gewonnen!
Sehr gut performt hat das Auto. Kollege Pieritz: "Der Opel Grandland Electric hat mich überzeugt. Neben seiner Sparsamkeit vor allem durch seinen Komfort. 1000 Kilometer, über 19 Stunden bei über 35 Grad Celsius und keine Rückenschmerzen – das ist klasse. Und nur einmal laden auf dieser Strecke – Potzblitz!"

Die Bilanz des Veranstalters

Nach der ED 1000 äußerte sich Jens Stratmann sichtlich begeistert: "Wir veranstalten die ED 1000 im fünften Jahr. In 2025 lagen die absolvierten Strecken zwischen 946 und 988 Kilometern, mit unzähligen Höhenmetern. Das Team von AUTO BILD war allerdings das erste, das den Namen ED 1000 wörtlich genommen hat und nach exakt 1000 Kilometern wieder ins Ziel kam. Dazu mit einem phänomenal niedrigen Verbrauch und stets bester Laune."
Diese Reise wurde unterstützt von Opel. Unsere Standards zu Transparenz und journalistischer Unabhängigkeit finden Sie unter go2.as/unabhaengigkeit.
Was für eine Fahrt! Wenn man beschaulich fährt, sieht man viel und man kommt weit. Im Urlaub mit den Kindern an Bord würde ich vielleicht nicht so fahren. Aber die ED 1000 zeigt doch, wie sparsam man elektrisch unterwegs sein kann, selbst in geräumigen Autos.