Noch wird der neue MG4 Urban in Deutschland mit herkömmlicher LFP-Batterie nicht ausgeliefert. Doch schon kündigt die SAIC-Tochter eine bahnbrechende Neuigkeit beim Akku an: Ab dem 4. Quartal 2026 werde es das Einstiegs-Elektroauto des chinesischen Herstellers mit britischen Wurzeln auch mit einer Semi-Feststoffbatterie geben. Das teilte MG auf dem ersten MG-Tech Day in der Nähe von Frankfurt/Main mit.
Das Besondere an dem neuen Akku: Die Zellen bestehen zu 95 Prozent aus festen Stoffen. Damit setzt sich der neue Akku deutlich von herkömmlichen Lithium-Ionen-Akkus ab, die zu rund 20 Prozent aus flüssigem Elektrolyt bestehen.

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Der Feststoffakku gilt als bedeutender Schritt in der Entwicklung sicherer und kälteunempfindlicher Akkus der Zukunft. Mehrere Hersteller arbeiten daran. Mercedes testet schon einen EQS damit, auch Autos im Stellantis-Konzern sollen in absehbarer Zeit mit Feststoffakkus ausgestattet werden. Sollte MG den geplanten Zeitplan einhalten, dann wird der MG4 Urban das erste Serienauto mit dieser bahnbrechenden Akku-Technologie sein.
Vor der Marktkeinführung: der MG4 Urban
Der neue MG4 Urban kommt zunächst mit einem herkömmlichen LFP-Akku auf den Markt – in den zwei Ausbaustufen 43 kWh und 54 kWh.
Bild: Matthias Brügge / AUTO BILD

Welche Leistungsdaten MG für den neuen Feststoffakku verspricht

Die Vorteile eines Akkus aus weitgehend starrem Material liegen einerseits in einer geminderten Brandgefahr: Feste Akkus sind sicherer, weil ein möglicher Brand nicht von Zelle zu Zelle überspringen kann. Nach Herstellerangaben ist beim neuen Akku das gefürchtete thermische Durchgehen, also eine brennende Kettenreaktion, nicht möglich. Bei einer Beschädigung der Akkuhülle bestünde danach keine Gefahr.
Neues Akkupaket mit GMT-Gehäuse
Das neue Akkupaket ist dank des speziellen GMT-Gehäuses hitzebeständig bis 400 Grad, übersteht eine halbe Stunde lang sogar 1200 Grad.
Bild: Matthias Brügge / AUTO BILD
Als zweiten großen Vorteil verspricht MG eine deutlich geringere Anfälligkeit bei Kälte: Die Energieabgabe bei Minusgraden steige, die Ladezeiten verringerten sich um 15 Prozent. Das liege auch am dreidimensionalen Elektronenaustausch innerhalb der Batterie. Die Batterie soll für 3000 Ladezyklen gut sein, sagte Li Zheng, Batterieforscher bei MG. Er sieht eine Haltbarkeit von jenseits 200.000 km als gegeben an.

Tests bei minus 30 Grad

MG hat den neuen Akku bis minus 30 Grad Celsius getestet. In der ersten Stufe soll die Leistungsdichte bei 200 Wh/Kilo liegen – auf dem Niveau von LFP oder NCM-Akkus mit flüssigen Elektrolyten, aber eben sicherer und kältebeständiger. Die SolidCore genannte Batterie sei ein um Fünftel zuverlässiger als flüssigkeitsbasierte Batterien. In einem nächsten Schritt, der aber noch undatiert ist, soll der Feststoffakku auf eine Leistungsdichte von 400 Wh/Kilo und für Reichweiten von über 1000 km ausgelegt werden.
Zunächst aber kommt der MG4 Urban als neues Einstiegsmodell des Herstellers auf den deutschen Markt: Das Auto wird demnächst mit einem kleineren 43-kWh-LFP-Akku oder einem etwas größeren 54-kWh-Akku ausgeliefert, womit 325 bzw. 416 km Reichweite möglich sein sollen. Diese Akkuversionen bleiben laut MG-Unternehmenssprecher auch nach Erscheinen der Semi-Feststoffbatterie im Angebot.
Die integierte Antriebseinheit Hybrid+ aus Verbrennungsmotor, Generator und E-Motor
Die Antriebseinheit "Hybrid+" integriert Verbrennungsmotor, Generator und E-Motor mit einem Dreigang-Automatikgetriebe.
Bild: Matthias Brügge / AUTO BILD
Über den Preis des Autos wurde nichts bekannt. Marktbeobachtern zufolge könnte das Auto als Basisversion aber in der Region von 25.000 Euro angesiedelt sein. Nach bisherigen Plänen will MG auch eine Fabrik in Europa bauen, der Zeitpunkt ist noch unbestimmt.

Der Antrieb "Hybrid+" in der nächsten Evolutionsstufe

Seit 2024 hat MG schon mehr als 200.000 Hybridautos mit dem System "Hybrid+" ausgeliefert. In der nächsten Evolutionsstufe kommt das Antriebsmodul als neue, integrierte Einheit heraus: Sie verbindet einen Vierzylinder-Verbrenner mit einem Elektroantrieb und Generator, verbunden durch ein automatisches Dreiganggetriebe.
Es ist für MG der Antriebsstrang für künftige Hybridfahrzeuge, der eine noch bessere Integration des Elektromotors in den Antrieb ermöglicht. Der hochverdichtete 1,5-Liter-Benzinmotor (Verdichtungsverhältnis 16,3:1) verfügt den bisherigen Daten zufolge über 102 PS (75 kW) bei einem Drehmoment von 128 Nm. Die thermale Effizienz liegt demnach bei 41 Prozent.
Elektromotor von MG
Der neu entwickelte Elektromotor bietet spontanes Ansprechverhalten im Hybridfahrzeug.
Bild: Matthias Brügge / AUTO BILD
Nicht zuletzt dadurch erreicht der Motor die Euro-7-Norm. Der Elektroantrieb leistet für sich 136 PS (100 kW) und liefert 250 Nm Drehmoment. Anders als die Antriebe anderer Hersteller ermöglicht das Getriebe einen direkteren, unmittelbaren Kraftschluss, das sogenannte Electric Torque mit schneller Reaktionszeit. Die beim Fahren gewonnene elektrische Energie fließt in einen Li-Ionen-Akku mit 1,83 kWh Kapazität und 350 Volt Spannung.
Diese Reise wurde unterstützt von MG. Unsere Standards zu Transparenz und journalistischer Unabhängigkeit finden Sie unter go2.as/unabhaengigkeit.
Ein vielversprechender Blick in die Zukunft: Mit dem weltweit ersten Semi-Feststoffakku, der Ende 2026 in Serie in den MG4 Urban eingebaut wird, setzt MG neue Maßstäbe. Auch das Konzept des integrierten "Hybrid+"-Antriebs überzeugt.