Elektroauto-Kauf: wichtiges Entscheidungskriterium
Diesen Fehler sollte man beim E-Auto-Kauf vermeiden

Wer sich ein E-Auto zulegt, achtet meist auf Ladeleistung und Akkugröße. Doch eine grundlegende Eigenschaft ist viel wichtiger, um möglichst niedrige Energiekosten und maximales Reisetempo zu erreichen!
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Wer ein Elektroauto häufig für Langstreckenfahrten nutzen will, der achtet beim Kauf zumeist auf hohe Ladeleistung und einen großen Akku. Der große Akku ist wichtig für eine möglichst hohe Reichweite. Die Ladeleistung wiederum hilft dabei, beim Laden schnell wieder einen hohen Akkustand zu erreichen.
Doch viel grundlegender, weil es einen Schritt früher ansetzt, ist das Kriterium Windwiderstand (cw-Wert). Und da sehen gerade die populären SUV schlecht aus: Ihre hohe Fassade mindert die Aerodynamik und sorgt automatisch ab Geschwindigkeiten oberhalb von 80 km/h für erhöhten Verbrauch.
Typ-2-Ladekabel im Vergleich
Das zeigt zum Beispiel der Vergleich zwischen der Oberklasse-Limousine Mercedes EQE und dem Pendant als SUV, in der Nomenklatur des Herstellers EQE SUV genannt. Während die Limousine flach baut und damit einen cw-Wert von 0,20 erreicht, stemmt sich die Stirn des EQE-SUV mit einem cw-Wert von 0,26 gegen die Luft.
Zehn Prozent mehr Reichweite
Welche Auswirkung hat das auf den Verbrauch – und entsprechend auf die Reichweite? Der zweitkleinste EQE, die Ausführung "300" mit 265 PS und 90,6 kWh großem Akku, erzielt nach Prüfnorm WLTP eine Reichweite von bis zu 666 km. Der identisch motorisierte EQE SUV 300 kommt auf maximal 587 km. Das sind mehr als zehn Prozent Reichweiten-Verlust. Was auch die Kilometerkosten in die Höhe treibt.

Der VW ID.7 hat dank seiner flachen Limousinenform einen deutlich niedrigeren Verbrauch als das gleich starke SUV ID.4.
Bild: Christian Bittmann / AUTO BILD
Bei anderen Herstellern (ebenso natürlich bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor) verhält es sich ähnlich: Das kompakte SUV VW ID.4 – in der Leistungsstufe "Pro" mit 286 PS und 77-kWh-Akku – erlaubt nach WLTP einen Radius von bis zu 553 km bis zum nächsten Ladestopp. Die Oberklasse-Limousine ID.7 mit demselben VW-Motor und gleich großem Energiespeicher kommt dagegen bis zu 618 km weit.
Aerodynamik im Stadtverkehr
Hintergrund ist reine Physik: Der Windwiderstand eines Fahrzeugs steigt im Quadrat zur Geschwindigkeit. Wer ein E-Auto dagegen überwiegend im Stadtverkehr nutzt, kann dieses Naturgesetz getrost vernachlässigen: Bei einem Tempo von 50 bis 60 km/h spielt die Aerodynamik kaum eine Rolle.
Gewichtsunterschiede spielen beim Verbrauch natürlich auch eine Rolle. Die hier miteinander verglichenen Modelle unterscheiden sich allerdings nur um maximal 100 Kilo. Interessant: Der VW ID.7 ist sogar schwerer als der weniger genügsame ID.4.
Fazit
Zehn Prozent Mehrverbrauch bei gleich starker Motorisierung! Es schadet nicht, sich als Autokäufer immer mal wieder vor Augen zu rufen: Die populären und volumenreichen SUV haben auch im Elektrozeitalter einen messbaren Nachteil, weil sie der Luft viel mehr (die) Stirn bieten als Limousinen und Kombis. Auf die Dauer sorgt das nicht nur für längere Fernreisen durch längere Ladestopps, sondern auch höhere Autokosten. Wer also im E-Auto viel Langstrecke fährt, sollte sich einmal durchrechnen, wie viel Zeit und Geld die SUV-Form kosten könnte.
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