Extrem-Tuning
Mein Laden brummt!

Verbrauch und CO2 interessieren den Extrem-Tuner Karl Geiger nur am Rande. Er baut Autos mit viel Durst und noch mehr PS. Seine "Hinterhofwerkstatt" ist schon viel zu klein geworden.
- Claudius Maintz
Hybrid. Karl Geiger spricht das Wort wie eine Mischung aus Highway und Hybrid. "Highbrid", das klingt nach Geschwindigkeit, Tempo, PS. Und nicht nach buckeligen Öko-Mobilen à la Toyota Prius. Und überhaupt: Erdgas, Hybrid, Elektro, die Schlagwörter der IAA in Frankfurt – Extrem-Tuner Geiger nimmt sie nur ungern in den Mund. "Die Hersteller malen sich Blümchen an den Stand und denken, alles wäre gut. Aber die Leute legen nun mal viel Wert auf Leistung. Immer noch", sagt der gelernte Kfz-Mechaniker. Umwelt? Für Geigers Kunden eher ein Randthema. Zwar bestellen einige von ihnen Autogasanlagen. Aber nicht, um die Umwelt zu schonen: "Die wollen eher sparen." Der Erfolg gibt dem 48-Jährigen recht.
Mechaniker streiten sich um freie Hebebühnen

Bild: Angelika Emmerling
"Die Leute wollen Autos mit Leistung. Trotz Öko-Diskussion"

Bild: Angelika Emmerling
Vor ein paar Wochen hatte ein Angestellter in München einen schweren Unfall. Ein Firmenbolide donnerte aus ungeklärter Ursache in eine Bushaltestelle und verletzte eine Frau schwer. "Das hat mich nachdenklich gemacht", sagt Familienvater Geiger. Guten Gewissens verkauft er seine PS-gewaltigen Autos deshalb nur an geübte Fahrer. Und wenn ein 19-jähriger Millionärssohn mit einem Koffer voll Geld im Laden steht? "Ich bin nun mal Geschäftsmann. Der kriegt den Wagen trotzdem", sagt Geiger. Denoch bewies der Unternehmer neulich Verantwortung. Ein Hummer-Kunde trat seinen 533-PS-Hummer wie einen Sportwagen. Die Vierstufenautomatik ließ den viel zu starken Motor überdrehen, die Techniker bauten einen Drehzahlbegrenzer ein. Und zur Sicherheit regelten sie den Wagen bei 210 km/h ab – ohne Wissen des Eigners. Geiger: "Sonst überschlägt der sich irgendwann." Mehr zum Thema Custom Cars.
Service-Links