Starke Polizei-Autos
Die glücklichsten Polizisten der Welt

225 PS, fast 250 km/h Spitze. Französische Elitepolizisten jagen mit 63 Subaru Impreza WRX Verkehrssünder. Wenn sie Organe oder Serum transportieren, retten sie oft Leben. Dann zählt jede Sekunde.
- Claudius Maintz
Dreißig Minuten. Mehr hat Gendarm Jean-Luc Coursimault nicht. Eine Viper hat in Montbéliard (Frankreich) ein Mädchen gebissen, sofort wirkt das Schlangengift in ihrem kleinen Körper. Das rettende Serum gibt es nur in Besançon, einer 82 Kilometer entfernt liegenden Stadt. Ein Hubschrauber ist nicht verfügbar, helfen kann jetzt nur noch ein schnelles Auto: ein $(LB56365:Subaru Impreza WRX)$, Höchstgeschwindigkeit 244 km/h. Wie ein Rennfahrer treibt Coursimault den 225 PS starken Allradler durch die engen Straßen der nordfranzösischen Stadt. Sein Ziel: der Plastikbeutel mit dem rettenden Gegengift. Während das Blaulicht des Polizei-Subaru über den Krankenhaus-Parkplatz zuckt, streckt Kollege Pascal Vitte den Arm aus dem Fenster, nimmt die lebensrettende Fracht entgegen. Dann rasen die schnellen Polizisten los, jagen ihren WRX durch enge Gassen in Richtung Autobahn. Endlich, auf gerader Strecke, können sie den Boxermotor richtig auswringen. Jede Minute zählt jetzt. Coursimault, der 49 Jahre alte Fahrer, hat vor Anspannung kleine Schweißperlen auf der Stirn. Sein Beifahrer Vitte ist ebenfalls hoch konzentriert. Der 42-Jährige macht den gleichen Job wie der Copilot eines Rallyeautos. Mit schnellen Kommandos warnt er den Mann am Steuer vor Lastwagen, Trödlern auf der linken Spur oder Gegenständen auf der Fahrbahn. "Bei diesem Tempo muss man permanent für andere mitdenken", sagt Vitte. Sein Nachname spricht sich wie das französische Wort vite aus, zu Deutsch: schnell. Das passt. Nach 25 Minuten erreichen Herr Schnell und sein Kollege die Klinik von Monteliard, eine Schwester reißt das Serum an sich, ruft "Merci!" und verschwindet in einem Krankenhausflur.
Die Kombination Allrad und hohe Spitze rettet oft Leben

Bild: W.Groeger-Meier
Die Beamten sind geschult wie Rennprofis

Bild: dpa
Wo sind die deutschen Polizei-Porsche geblieben?
Am 10. August 2004 zerschellte der letzte aktive deutsche Polizei-Porsche an einem Stück Wild. Die Zuffenhausener reparierten den 993 zwar und stellten ihn ins Museum. Auf der Straße aber hatte der Elfer keine Chance mehr – zu groß war die Konkurrenz geräumiger und schneller Diesel geworden. In Nordrhein-Westfalen gab es früher eine Porsche-Staffel, auch die Polizei in Baden-Württemberg fuhr 356, 911 und 944. Der vielleicht letzte Porsche im Besitz der deutschen Polizei, ein 944 von 1982 (163 PS, Foto), eskortierte früher Generalbundesanwalt Kurt Rebmann, heute fährt er nur noch zu Polizeischauen.
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