Fahrbericht Artega GT
Volltreffer ins Spaß-Zentrum

Aus Ostwestfalen kommen Pumpernickel, Pferde und Priester. Und ein Sportwagen: der Paderborn-Porsche Artega GT. AUTO BILD-Redakteur Joachim Staat ist den Sportler gefahren.
- Joachim Staat
Die Nadel steht bei 6000, der Sechszylinder brüllt von hinten bis ins Kleinhirn. 6400, ein Klack, der Fuß bleibt voll am Gas. Die Doppelkupplung zündet ruckfrei die nächste Stufe. Der Artega GT fliegt über die Landstraßen in Ostwestfalen-Lippe. Und wie er liegt, wie er geht und dabei exakt das gefühlte Spaß-Zentrum trifft – das alles lässt keinen Zweifel zu: Jawohl, der Artega GT ist ein Sportwagen. Pur, neu und anders. Die Bedenken waren berechtigt – bis zu unserer ersten Testfahrt. Denn alles an diesem Auto ist neu: der Hersteller (Paragon, ein Zulieferer von Cockpitsystemen), der Standort (Delbrück bei Paderborn), Produktion, Konzept, Vertrieb, einfach alles.
Kurz wie ein MX-5, breit wie eine Corvette

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Die Instrumente, Paragons Kern-Kompetenz, sind ein schräger Mix aus alter Schule und New Age – genug individuelle Handschrift, um von den Großserienteilen abzulenken. Zündschloss, Luftdüsen, Lenkhebel oder Schaltknauf kennen wir von diversen VW. Den 3,6-Liter-V6 eigentlich auch. Doch was im Heck erwacht, hat mit Wolfsburger Kaltblut nichts mehr zu tun. Der Direkteinspritzer, modernste Version, grummelt im Leerlauf, zischt beim ersten Gasstoß und bollert aus dem selbst entwickelten Auspuff, dass es eine helle Freude ist. "Wir haben Motorsteuerung und Abgastrakt neu abgestimmt", verrät Entwicklungsleiter Jürgen Pampel. Fahrleistungen und Verbrauchswerte stehen noch nicht exakt fest, aber bis Tempo 100 sollen weniger als fünf Sekunden vergehen – kein Wunder bei rund 1150 Kilo Gewicht.
Über den Alurahmen spannt sich die kohlefaserverstärkte Kunststoffkarosserie – so viel Leichtbau ist sportlich und zeitgemäß. AUTO BILD fuhr Nummer 00 der 99 Exemplare großen Einführungsserie. Die Federung schluckt trotz der flachen 35er-Reifen auf 19-Zöllern erstaunlich viele Schläge, nur auf schlechten Pisten wird's ruppig. Das Direktschaltgetriebe (nach dem gleichen Prinzip, das Porsche gerade beim Carrera einführt) schaltet mit einer sportlichen Zwischengas-Fanfare herunter – Yippieh! Die elektromechanische Lenkung in Nr. 00/99 hat laut Enwicklungsleiter Pampel noch nicht Serienstand, trotzdem liegt der Artega schon lecker in der Hand.
Artega-Chef Frer hat ehrgeizige Qualitäts-Ziele

Fazit von AUTO BILD-Redakteur Joachim Staat Was er bisher optisch versprochen hat, hält der Artega auch auf der Straße: Hier kommt ein waschechter Sportwagen, der unter die Haut geht. Schön, dass Leidenschaft so ein Auto möglich macht. Ein Glücksfall für Deutschland!
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