Der Ford Ranger gehört zu den erfolgreichsten Pick-ups der Welt. Doch was jetzt aus dem gewöhnlichen Truck geworden ist, hat mit dem Serienmodell nur noch wenig gemeinsam.

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In Kooperation mit General Dynamics Land Systems UK und dem Engineering-Spezialisten Ricardo schickt Ford eine ganze Familie militärischer Ranger-Modelle ins Rennen. Dabei geht es um einen milliardenschweren Auftrag der britischen Armee. Im Mittelpunkt: ein Ranger Super Duty mit sechs Rädern und Hybridantrieb.

Mehr als gewöhnliche Ford Ranger

Statt eines einzelnen Militärfahrzeugs präsentiert Ford gleich eine ganze Modellfamilie, denn die Fahrzeuge sollen künftig die in die Jahre gekommenen Land Rover Defender und Pinzgauer-Modelle ersetzen. Dafür sucht das britische Verteidigungsministerium nach einer modernen Plattform, die sich für unterschiedlichste Aufgaben anpassen lässt.
Geplant sind unter anderem Mannschaftstransporter, Material- und Gerätefahrzeuge, geschützte Varianten, Ambulanzfahrzeuge sowie Träger für spezielle Missionssysteme. Alle Modelle basieren auf der Ranger-Plattform und nutzen möglichst viele Serienbauteile.
Varianten für den Ford Ranger und Ranger Super Duty
Ford plant den Ranger für zahlreiche Einsatzzwecke, darunter Transport-, Sanitäts- und Taktikfahrzeuge.
Bild: Ford
Optisch wirken die Fahrzeuge deutlich martialischer als ein normaler Ranger. Zu sehen sind massive Frontschutzbügel, spezielle Militärlackierungen, verstärkte Aufbauten und je nach Einsatzgebiet unterschiedliche Karosserievarianten.

Sechs Räder für schwere Einsätze

Der Star der Baureihe ist die 6x6-Version auf Basis des Ranger Super Duty, der ohnehin als besonders robuste Nutzfahrzeug-Ausführung entwickelt wurde. Den Umbau übernimmt Ricardo mit dem sogenannten HEX-6x6-System. Dabei wird eine zusätzliche Achse an das Fahrzeug angebaut, ohne die grundlegende Struktur des Pick-ups umfassend verändern zu müssen.
Ford Ranger und Ford Ranger 6x6
Neben Ford und Ricardo ist in der Entwicklung auch die britische Niederlassung von General Dynamics Land Systems involviert.
Bild: General Dynamics UK
Die zusätzliche Achse soll dabei die Tragfähigkeit des Pick-ups erheblich erhöhen und zugleich die Geländeeigenschaften verbessern. Laut Ricardo lässt sich der 6x6 bei Bedarf sogar als 6x4 betreiben. In diesem Fall wird die zusätzliche Achse nicht angetrieben und übernimmt vor allem Aufgaben bei der Lastverteilung.
Passend zum militärischen Einsatzzweck erhält der Ranger außerdem einen verstärkten Antriebsstrang, Unterbodenschutz aus Stahl, Sperrdifferenziale sowie ein besonders robustes Fahrwerk. Die Bodenfreiheit liegt bei knapp 30 Zentimetern, zudem kann das Fahrzeug Gewässer mit einer Tiefe von bis zu 850 Millimetern durchqueren.

Hybrid-Power unterm Blech

Unter der Haube arbeitet ein 3,0-Liter-V6-Turbodiesel des Ranger Super Duty. Ergänzt wird er durch einen zusätzlichen Elektromotor an der Hinterachse. Während der Diesel rund 206 PS liefert, kann der elektrische Antrieb weitere 282 PS beisteuern. Die Hybridtechnik soll nicht nur die Leistungsfähigkeit erhöhen, sondern auch bei hoher Zuladung zusätzliches Drehmoment bereitstellen.
Der Ranger 6x6 darf bis zu 4,5 Tonnen ziehen und bietet laut Ford eine Nutzlast von nahezu zwei Tonnen. Für den speziellen HEX-6x6-Umbau nennt Ricardo sogar eine maximale Nutzlast von bis zu 3,8 Tonnen.
Im Innenraum setzt Ford auf bekannte Technik: Über das serienmäßige 12-Zoll-Infotainmentsystem lassen sich spezielle taktische Anwendungen und Missionssoftware einbinden – je nach Einsatzzweck und Bedarf.
Ob Ford den Zuschlag tatsächlich erhält, ist noch offen. Doch als Nachfolger der legendären Defender-Modelle macht der 6x6 schon jetzt eine starke Figur.