Michael Schumacher: Stationen seiner Karriere

Formel 1: Brawn über Schumi bei Mercedes

„Frustriert, dass es kein Siegerauto war“

Teil 6 der Serie zu Schumis 50. Geburtstag. Ross Brawn hat Schumis Karriere in jedem Team begleitet. Hier erinnert er sich exklusiv an die einzelnen Etappen.
Ross Brawn hat in der Formel 1 mehr Zeit mit Michael Schumacher verbracht als irgendjemand sonst. Als Technikchef bei Benetton formte er ihn zweimal zum Weltmeister. 1997 folgte er Schumacher zu Ferrari – wo fünf weitere WM-Titel die Karriere des Deutschen krönten. Als Teamchef baute er gemeinsam mit Schumacher Mercedes zu Top-Team auf. Hier erinnert er sich an seine einzelnen Karriere-Etappen mit Michael Schumacher.
Teil 1 - Schumis Anfänge: Kart, Cola und Krafttraining

Brawn über:

… Schumachers Debüt in Spa
„Damals befanden wir uns bereits in Verhandlungen mit ihm. Bei Benetton waren Tom Walkinshaw und ich gerade dabei das Team neu zu strukturieren. Wir kannten Michael aus der Sportwagen-Szene und hatten deshalb einen Wissensvorsprung gegenüber den anderen Teams. Wir wussten: Ihn wollen wir haben. Für mich war es deshalb keine große Überraschung, dass sich Michael in Spa so gut geschlagen hat."
Teil 2 - Schumis Idol: Die ganze Story mit Ayrton Senna
… Schumachers Anfänge bei Benetton

Die Anfänge: Schumi und Ross Brawn bei Benetton

„Er war damals schon selbstbewusst, hatte keine Angst zu sagen, was ihn bewegte, aber er kritisierte immer auf eine konstruktive Art und Weise – und immer intern. Außerdem hatte er als KFZ-Mechaniker schon früh ein sehr gutes Verständnis fürs Auto. Auf der Strecke hat er sich schnell Respekt verschafft, indem er in Zweikämpfen niemandem Platz gelassen hat. Ganz wichtig dabei: Michael kam nicht in ein Weltmeisterteam, sondern er formte mit uns ein Weltmeisterteam. Als wir 1994 ein Auto hatten, mit dem er um den Titel kämpfen konnte, war er bereit."
… Schumachers Crash mit Damon Hill in Adelaide 1994
„Natürlich war es nicht besonders schön die WM auf diese Art und Weise zu gewinnen. Aber wir hatten es verdient. Wir waren kein Herstellerteam, haben die großen Mannschaften wie Ferrari in dem Jahr aber trotzdem geschlagen. Wir standen extrem unter Druck, weil die Leute nicht verstanden haben, wie wir so stark sein konnten. Michael hat in dem Jahr viel gelernt und sich stark entwickelt. Für ihn war es der erste Titel, aber auch für mich als technischen Direktor. Ein sehr emotionales Rennen."
Teil 3 - Schumis Fahrstil: Geheime Kurventechnik
… den Teamplayer Schumacher
„Das war eine seiner natürlichen Stärken. Er liebte es Teil eines Teams zu sein. Er kannte alle Mechaniker, ihre Frauen und Kinder. Er wusste, dass er nicht alleine die WM gewinnt, sondern nur als Mannschaft. Natürlich musste er auf der Strecke liefern, aber er hat in den drei Jahren einen großen Anteil am Aufbau des Teams gehabt, bevor wir 1994 erstmals die WM gewannen."
… den Wechsel zu Ferrari 1996

Bei Ferrari erlebten Schumi und Brawn Glanzzeiten

"Michael brauchte eine neue Herausforderung und für ihn war das Ferrari. Er musste mir deshalb auch gar nicht erklären, warum er uns verlässt. Damals hatten wir noch nicht darüber gesprochen, dass auch ich mitkomme. Ferrari hatte eine bestehende Teamstruktur und es gab keinen Platz für mich. Im ersten Jahr in Maranello hat Michael dann realisiert, dass uns mehr verband als nur eine Arbeitsbeziehung. Wir konnten uns vertrauen und aufeinander bauen. Und auch ich habe das vermisst, als er zu Ferrari ging. Als die Dinge dort nicht so liefen wie geplant, ergab sich auch für mich die Möglichkeit zum Wechsel."
Teil 4 - Schumis Skandale: Tricksen, Tarnen, Triumphieren
… seine Zeit mit Schumacher bei Ferrari
„Ferrari ist ein toller Rennstall. Wir hatten Erfolg, weil wir zwei Teststrecken hatten und auch das nötige Budget. Aber allem voran hatten wir diese tolle Truppe. Wir konnten alle aufeinander bauen. Michael war ein ganz wichtiger Bestandteil davon. Er war ein talentierter Fahrer, aber auch ein Teamplayer. Bei uns gab es keine interne Politik. Wenn es ein Problem gab, haben wir darüber geredet. Das hat uns so stark gemacht."

Michael Schumacher: Alle seine Teamkollegen

… Schumachers Comeback bei Mercedes
„Michael und ich hatten schon vor seinem Comeback-Versuch mit Ferrari bei einem Bier über eine Rückkehr in die Formel 1 gesprochen. Als Jenson mir also eröffnete, dass er das Team verlassen werde, war das erste, was ich gemeinsam mit Norbert (Haug; d. Red.) tat, Michael aufzusuchen. Es war nicht schwierig ihn vom Comeback zu überzeugen. Er vermisste die Formel 1. Leute wie Michael lieben den Wettbewerb und die Rennen."
Teil 5 - Schumi der Teamplayer: Führen, fordern, Fußball spielen
… Schumachers zweite Karriere bei Mercedes

Die Reunion bei Mercedes lief nicht so wie gewollt

„Wir hatten keine Zweifel an seiner Wettbewerbsfähigkeit. Es hat mich frustriert, dass wir ihm niemals das Auto geben konnten, das er verdient hatte. Er hatte nie die Möglichkeit zu zeigen, wozu er wirklich noch in der Lage war. Trotz allem war Michael ein Teil des Prozesses Mercedes zum Weltmeisterteam zu machen. Ich denke nicht, dass er sein Comeback bereut, auch wenn es ihn vielleicht frustriert hat, dass der Erfolg nicht früher kam. Aber vergessen Sie nicht seine Bestzeit im Qualifying von Monaco. Die hat gezeigt, was er immer nicht leisten konnte."
… Schumacher heute
„Ich bin in Kontakt mit der Familie. Ich habe Michael seit dem Unfall mehrere Male gesehen. Wir beten jeden Tag, dass er Fortschritte macht und sein Leben in Zukunft genießen kann. Das Leben kann grausam sein. Er ist so ein wundervoller Mensch, was ihm passiert ist, ist tragisch."
… Mick Schumacher
„Ich respektiere Corinna sehr für die Entscheidung Mick Rennen fahren zu lassen. Ich würde mich da nie einmischen, konnte aber den ein oder anderen Rat geben. Mick ist konkurrenzfähig und ich glaube auch, dass Corinna das genießt. Es tut also gut zu sehen, dass die Familie Dinge gefunden hat, die ihnen guttun."

Autor: Bianca Garloff

Fotos: Picture-Alliance

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