Monza ist und bleibt ein ganz besonderes Pflaster für Pierre Gasly. 2020 feierte der Franzose im königlichen Park völlig überraschend seinen ersten und bis heute einzigen Formel-1-Sieg. Sechs Jahre später sorgt Gasly an gleicher Stelle für die nächste Sensation: In einem völlig offenen Qualifying stellt er seinen Alpine erstmals in seiner Formel-1-Karriere auf die Pole Position.
Mit seiner letzten schnellen Runde schlägt Gasly Mercedes-Pilot George Russell um lediglich 0,060 Sekunden. Oscar Piastri fehlen im McLaren 0,180 Sekunden auf die Bestzeit.
Das Timing könnte für Gasly kaum besser sein. Noch am Freitag hatte er erfahren, dass sein dritter Platz beim Monaco-GP endgültig aus den Ergebnislisten gestrichen wird.

Erst Monaco-Frust, dann Monza-Jubel

Gasly war in Monaco wegen zweier Verstöße gegen das Tempolimit in der Boxengasse von Platz drei auf Rang sieben zurückgestuft worden. Alpine konnte die Entscheidung zunächst erfolgreich anfechten. Red Bull und McLaren zogen anschließend jedoch vor das FIA-Berufungsgericht – mit Erfolg. Die ursprünglichen Sanktionen wurden wiederhergestellt.
Pierre Gasly rast im königlichen Park zur Pole und lässt die Konkurrenz staunen.
Bild: Alpine
Gasly verlor dadurch seinen Podestplatz. Nur rund 24 Stunden später folgt die sportliche Antwort auf der Strecke.
Ferrari verpasst beim Heimspiel dagegen die erhoffte Pole. Charles Leclerc qualifiziert sich als Vierter vor Lewis Hamilton. Für den Rekordweltmeister war sogar schon Q2 beinahe Endstation: Gerade einmal eine Tausendstelsekunde rettet ihn in die Top 10.
Max Verstappen, der im dritten Training noch über die fehlende Leistung seines Red Bull gespottet hatte, muss sich mit Platz sechs zufriedengeben.
Dahinter landet Kimi Antonelli auf Rang sieben. Viel bringt ihm das beim Heimspiel allerdings nicht: Wegen neuer Antriebskomponenten kassiert der Mercedes-Pilot eine nominelle Rückversetzung um 30 Startplätze und muss das Rennen vom Ende des Feldes aufnehmen.

McLaren erlebt schwieriges Qualifying

Auch für Lando Norris läuft die Jagd auf die Pole völlig anders als geplant. Der Weltmeister landet lediglich auf Rang neun.
Auf seiner entscheidenden Runde sollte Norris vom Windschatten seines Teamkollegen profitieren. Doch daraus wird nichts: Piastri verbremst sich bei seinem eigenen letzten Versuch und kann Norris deshalb nicht wie geplant über die langen Geraden ziehen.

Hülkenberg scheitert erneut an Bortoleto

Bei Audi setzt sich der zuletzt erkennbare Qualifying-Trend fort. Gabriel Bortoleto schafft es auf Platz elf, während für Nico Hülkenberg auf Rang 13 Schluss ist.
Nico Hülkenberg scheitert in Monza in Q2 und startet nur von Platz 13.
Bild: Audi
Auf die Frage, was ihm das Leben in Monza schwer gemacht habe, reagiert Hülkenberg trocken: „Was nicht?“ Der Deutsche erklärt: „Das ist sehr auf Kante genäht hier alles mit Outlap und Windschatten. Recht schwierig, das alles korrekt zu timen. Es war eine saubere Runde, aber hat dann nicht mehr ganz gereicht.“
Liam Lawson landet im zweiten Red Bull sogar nur auf Platz 14. Noch bitterer endet der Samstag für Aston Martin: Fernando Alonso wird Vorletzter, Lance Stroll belegt den letzten Platz.
Ganz vorne gehört die Bühne dagegen einem alten Monza-Spezialisten. Sechs Jahre nach seinem größten Formel-1-Triumph schreibt Pierre Gasly im königlichen Park das nächste Kapitel seiner ganz besonderen Italien-Geschichte.

Formel 1 Italien Grand Prix
Qualifying, Ergebnis

1. P. Gasly, Alpine, 1.21,786 Min
2. G. Russell, Mercedes, +0.00,060 Sek.
3. O. Piastri, McLaren, +0.00,180
4. C. Leclerc, Ferrari, +0.00,218
5. L. Hamilton, Ferrari, +0.00,225
6. M. Verstappen, Red Bull, +0.00,284
7. A. Antonelli, Mercedes, +0.00,307
8. F. Colapinto, Alpine, +0.00,434
9. L. Norris, McLaren, +0.00,470
10. A. Lindblad, Racing Bulls, +0.00,500