Was für ein Drama um Max Verstappen (Red Bull) beim Großen Preis von Aserbaidschan! Der fliegende Holländer dominiert das Rennen bis vier Runden vor Schluss, dann platzt sein linker Hinterreifen. Verstappen knallt bei Tempo 320 kurz vor Start-Ziel rechts in die Mauer, steigt wütend aber unverletzt aus seinem Red Bull und verliert auch den Zusatzpunkt für die schnellste Rennrunde. Das Rennen wird unterbrochen. Den Sieg und den Zähler für die schnellste Runde erbt nach einem Sprint ins Ziel Teamkollege Sergio Perez vor Pierre Gasly (Alpha Tauri). Red Bull ist dennoch sauer: „Es gab keinerlei Vorwarnung“, so Teammanager Jonathan Wheatley am Boxenfunk. Verstappens harte Reifen waren 33 Runden alt.
Doch der Renngott ist nicht ganz gegen Red Bull. Beim stehenden Neustart zwei Runden vor Schluss verpasst Hamilton auf Rang zwei liegend den Bremspunkt vor Kurve eins und fährt in den Notausgang. Der Mercedes-Star wird 15. hinter Nikita Mazepin.
Hinweis
Formel 1 mit dem SKY Supersport Ticket erleben
Verstappen behalt damit zumindest die WM-Führung. Auch zuvor hat er seine Ambitionen auf den WM-Titel mit einer brillianten Leistung unterstrichen. Erst überholt der fliegende Holländer den Ferrari von Pole-Mann Charles Leclerc, dann kassiert er auch den bis dahin Führenden Lewis Hamilton dank eines glücklicheren Händchens bei den Boxenstopps. Hintergrund: Als Hamilton reinkommt, muss er den hinter ihm ebenfalls zum Service einfahrenden Pierre Gasly (Alpha Tauri) passieren lassen, um eine Strafe für unsicheres Losfahren zu verhindern. Der Brite steht ganze 4,6 Sekunden – in der Formel 1 eine kleine Ewigkeit. Das nutzen sowohl Verstappen als auch Perez, um ihm die Spitzenposition abzujagen. 
Zwei Runden vor Schluss verpasst Hamilton den Bremspunkt vor Kurve eins und fährt in den Notausgang.
Erstmals schafft es Red Bull so, aus zwei starken Piloten Kapital zu schlagen. Anders als Valtteri Bottas bei Mercedes wurde der Mexikaner im Qualifying nicht zum Windschatten-Helfer von Verstappen degradiert. Das verschafft Perez im Rennen die Möglichkeit, Hamilton auch ohne dessen Fehler beim Neustart wichtige Punkte abzujagen und am Ende sogar zu siegen. Alles richtig gemacht also von Red Bull. Valtteri Bottas wird im zweiten Mercedes dagegen nur Zwölfter. Eine rabenschwarzer Tag für die Schwarzpfeile.
Pirelli dagegen muss sich Kritik gefallen lassen. Denn: Glück im Unglück hat zuvor schon Vettels Teamkollege Lance Stroll. Nach 32 Runden auf den harten Pirelli-Pneus platzt auch bei ihm der Reifen hinten links. Der Kanadier verliert die Kontrolle über seinen Aston Martin und kracht eingangs der Start-Ziel-Geraden bei Tempo 320 ähnlich wie Verstappen in die Mauer. Stroll muss durchatmen, sagt dann: „Wow, eine der schnellsten Stellen des Kurses.“
Sky-Experte Ralf Schumacher ermahnt Pirelli: „Das sind Sachen, die als Reifenmonopolist nicht wirklich nötig sind. Einen Teamfehler kann ich da nicht erkennen. Die plötzliche Explosion deutet eher darauf hin, dass die Konstruktion überlastet war.“ Brisant: Pirelli wusste offenbar um Probleme mit den hinteren Pneus: Die Italiener haben den Reifendruck für die hinteren Gummis zuvor extra noch von 19 auf 20 PSI erhöht.
Sebastian Vettel
Des einen Leid, des anderen Freud: Sebastian Vettel profitiert sowohl von Verstappens Reifenplatzer als auch von dem seines Teamkollegen. Von Startplatz elf kämpft sich der Aston Martin-Star mit einem langen ersten Stint (bis Runde 19) vor bis auf Rang zwei. Zwischendurch absolviert der Heppenheimer seine ersten Führungskilometer seit Brasilien 2019. Und: Vettel nutzt den Re-Start nach der ersten Safetycar-Phase zum Überholmanöver an Charles Leclerc. Für den Hessen muss das eine besondere Genugtung gewesen sein. Sein Ex-Team Ferrari kann den Speed der Spitze trotz Leclercs Poleposition im Rennen nicht mitgehen. Damit bleibt Vettel seiner Baku-Statistik treu, wonach er jedes Rennen am Kaspischen Meer in den Top vier beenden konnte.
Ralf Schumacher: „Für Seb muss das eine riesige Erleichterung sein, vor allem nach all der Kritik, die er sich anhören musste.“ Vettel selbst lässt seiner Freude am Boxenfunk freien Lauf. "Das bedeutet schon eine Menge. Ich bin wirklich jetzt auf Wolke 7", sagt der Mann, der von den Fans zum Fahrer des Rennens gewählt wurde.
Hinweis
Formel 1 in der Übersicht bei SKY Q
Mick Schumacher absolviert ein fehlerfreies Rennen und kommt vor seinem Teamkollegen Nikita Mazepin auf Platz 13 hinter Valtteri Bottas ins Ziel. Kleines Missgeschick beim zweiten Boxenstopp: Das linke Vorderrad ist nicht richtig festgezogen. Schumi jr. muss deshalb kurz zurückgeschoben werden. An der Platzierung ändert das nichts. Zwischenzeitlich hat der Sohn von Rekordweltmeister Michael Schumacher aber sogar mehr als 50 Sekunden Vorsprung auf Mazepin.

Grand Prix von Aserbaidschan
(51 Runden à 6,003 km/306,153 km), 6.6.2021:

1. Sergio Perez (Mexiko) - Red Bull 2:13:36,410 Std.
2. Sebastian Vettel (Heppenheim) - Aston Martin +1,385 Sek.
3. Pierre Gasly (Frankreich) - Alpha Tauri +2,762
4. Charles Leclerc (Monaco) - Ferrari +3,828
5. Lando Norris (Großbritannien) - McLaren +4,754
6. Fernando Alonso (Spanien) - Alpine +6,382
7. Yuki Tsunoda (Japan) - Alpha Tauri +6,624
8. Carlos Sainz Jr. (Spanien) - Ferrari +7,709
9. Daniel Ricciardo (Australien) - McLaren +8,874
10. Kimi Räikkönen (Finnland) - Alfa Romeo +9,576
11. Antonio Giovinazzi (Italien) - Alfa Romeo +10,254
12. Valtteri Bottas (Finnland) - Mercedes +11,264
13. Mick Schumacher (Gland/Schweiz) - Haas +14,241
14. Nikita Masepin (Russland) - Haas +14,315
15. Lewis Hamilton (Großbritannien) - Mercedes +17,668
16. Nicholas Latifi (Kanada) - Williams +42,379

Ausfälle:

Esteban Ocon (Frankreich) - Alpine (4. Rd.); Lance Stroll (Kanada) - Aston Martin (30. Rd.); Max Verstappen (Niederlande) - Red Bull (46. Rd.); George Russell (Großbritannien) - Williams (49. Rd.)

Formel 1 im TV

2021 läuft die Formel 1 bei Sky. Der Sender richtet für die neue Ära eigens einen TV-Sender ein: Sky Formel 1. Hier gibt es 24 Stunden am Tag Motorsport. Alle Trainingssitzungen, alle Qualifyings, alle Rennen immer live und ohne Werbeunterbrechung. Dazu überträgt Sky auch die Rahmenrennen Formel 2, Formel 3 und den Porsche Supercup. Auf dem Programm stehen zudem historische Rennen und Sondersendungen. Mehr Infos dazu finden Sie HIER