Eigentlich konnten beide nicht zufrieden sein, aber am Ende waren sie es doch: Mick Schumacher (22) crashte mit seinem Haas im Qualifying zum GP Frankreich in Le Castellet, Sebastian Vettel schaffte es im Aston Martin nicht in den dritten Qualifying-Abschnitt (Platz zwölf). Und doch gehen beide ungewöhnlich optimistisch ins Rennen.
Bei Vettel liegt das an einer bewussten Entscheidung: „Wir wollten das Rennen nicht auf den weichen Reifen starten“, erklärt der Deutsche. „Die sind hier nicht gerade unser Favorit. Deshalb bin ich meine schnelle Runde in Q2 auf Gelb gefahren. Erst sah es sogar gut aus, dass wir es schaffen könnten, aber ich bekam dann Untersteuern.“ Hintergrund: Die Piloten müssen mit den Gummis ins Rennen gehen, mit denen sie ihre schnellste Runde im zweiten Quali-Segment fahren.
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Für das Rennen bleibt Vettel zuversichtlich: „Das Auto ist okay, wir sind nah an einem McLaren (Daniel Ricciardo auf P10; d. Red.) dran, sind im Mix. Die Alpine sind wieder stark – das macht den Unterschied zu Baku, wenn es ums Mittelfeld geht. Im Rennen sollte es aber okay sein für uns.“
Sebastian Vettel
Während Vettel die Punkte im Visier hat, will Mick Schumacher sich vor den Williams halten. Der Sohn von Rekordweltmeister Michael Schumacher geht von Rang 15 ins Ziel – trotz eines Crashs im ersten Qualifying-Abschnitt. Auf seiner zweiten schnellen Runde verliert Schumacher junior das Heck seines Haas und schlägt rückwärts leicht in die Bande. Die rote Flagge kommt raus, Abschnitt eins wird abgebrochen, bevor andere Piloten Mick von Platz 14 verdrängen können.
Kurios: Die Szene erinnerte an Monaco 2006, als Michael Schumacher seinen Ferrari in der Rascasse an die Leitplanke setzte. Allein: Damals unterstellten die Rennkommissare dem Ferrari-Star Absicht und versetzten ihn zur Strafe ans Ende des Feldes. Bei Mick Schumacher ist das aktuell kein Thema. Und: Für den Sohn ist Platz 15 der beste Startplatz seiner Formel-1-Karriere und damit ein großer Erfolg.
„Es war eine Kombination verschiedener Faktoren, dass das Heck so schnell ausgebrochen ist“, erklärt der Haas-Pilot. „Der Wind hat in dem Moment auch gewechselt. Bei diesen Geschwindigkeiten passieren die Dinge so schnell, dass ich keine Chance hatte, das Auto abzufangen.“
Mick Schumacher
Nach zwei Unfällen in den freien Trainings von Monaco war es der dritte gröbere Patzer von Mick Schumacher, der die Ausrutscher realistisch bewertet: „Fehler sind Teil eines Lernprozesses. Man muss ans Limit gehen, um es zu finden. Wenn man nicht ans Limit geht, passieren keine Fehler. Ich will nichts rechtfertigen, aber das gehört zur Lernkurve dazu, solange ich mich konstant verbessere. Q2 war mein Ziel, das habe ich jetzt erreicht.“
Ganz so weit will Teamchef Günther Steiner noch nicht gehen, immerhin konnte Schumi jr. in eben jeder zweiten Quali-Runde nicht starten. Trotzdem sieht auch er die Situation positiv: „Mick und Nikita (Platz 18; d. Red.) scheinen sich im Auto wohler zu fühlen, denn beide pushen härter. Da freue ich mich nicht unbedingt drüber, aber was soll ich tun? Es ist ein steiniger Weg.“
Der am Sonntag im Rennen auch über die beiden Williams führt. George Russell startet auf Rang 14 einen Platz vor, Nicholas Latifi einen Rang hinter Mick Schumacher. „Unsere Longrun-Pace war gut“, verrät Mick, der nicht mit einem Getriebewechsel und einer entsprechenden Startplatz-Strafe rechnet. „Ich denke, wir können mit ihnen kämpfen.“
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Sebastian Vettel, der nur drei Ränge vor seinem deutschen Kumpel losfährt, will dann längst über alle Berge sein. Seine Hauptgegner werden die Alpine von Fernando Alonso und Esteban Ocon sowie der McLaren von Daniel Ricciardo.

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