Die beiden Deutschen setzen vorm GP der USA an diesem Sonntag auf Tradition. Sebastian Vettel (34) zieht ein Ritual durch, seit er nach Austin kommt. Auf dem Weg zur Rennstrecke kehrt er jeden Morgen mit seinem Trainer in einem kleinen Hotel ein. Dort gibt es ein spezielles Müsli, ein spezielles Buffet und vor allen Dingen eins: Ruhe. Keiner spricht ihn an, er kann völlig er selbst ein.
Mick Schumacher (22) macht es wie sein Vater. Michael Schumacher reiste stets zehn Tage früher in die USA und verbrachte die Zeit vor dem Event auf der eigenen Farm in Texas. Sohn Mick setzte diesmal die Familientradition fort, begleitet von Mutter Corinna.
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Schumacher junior fährt das erste Mal auf dem Kurs in Austin. Er habe sich im Simulator vorbereitet und die Streckenbegehung benutzt, um sich vorzubereiten. Der US-GP ist das Heimrennen seines Haas-Teams. Deshalb habe er mehr Autogramme schreiben müssen als sonst, verrät der Deutsche.
Die Sympathien für den Youngster steigen. Auch bei der Konkurrenz. So lobt der deutsche Williams-Teamchef Jost Capito: „Mick macht einen hervorragenden Job. Es ist sein Rookie-Jahr in der Formel 1 und wie er mit dem Team umgeht, wie er das Team hinter sich bekommt, ist absolut brillant.“
Mick Schumacher fährt das erste Mal auf dem Kurs in Austin.
Der Deutsche macht ihm zwischen Zeilen sogar ein Angebot: „Er ist auf jeden Fall ein Fahrer, auf den man schauen muss. Ich denke, er kann bei Ferrari sehr weit kommen.“ Dort ist Schumacher seit 2019 Teil der Nachwuchsakademie. Auch wenn der Sohn des Rekordweltmeisters im kommenden Jahr weiter für Haas fahren wird; sein erklärtes Fernziel ist ein Cockpit bei Ferrari.
Die Voraussetzungen dafür stimmen laut Capito: „Er hat das Potenzial und er hat die Nervenstärke. Vom Fahrerischen brauchen wir überhaupt nicht reden. Dass er beim letzten Rennen in der Türkei ins Q2 gekommen ist, war ein super Erfolg für ihn. Ich glaube, das wird ihn auch noch mal beflügeln.“
Der Williams-Teamchef hofft, dass Schumacher in absehbarer Zukunft die Chance bekommt, sein Können in einem konkurrenzfähigen Auto unter Beweis zu stellen: „Er ist ein super netter Typ und hat es wirklich verdient, in Zukunft in einem Auto zu sitzen, mit dem er gewinnen kann.“
Schumacher selbst zeigt sich von der positiven Einschätzung beeindruckt. Schüchtern sagte er nur: „Das freut mich sehr.“
Klar ist: Mick ist die Zukunft der deutschen Motorsport-Geschichte, Vergangenheit und Gegenwart spiegeln sich im vierfachen Weltmeister Sebastian Vettel (34) wider. Doch der spielt die Rolle des Rennfahrers nur noch widerwillig.
Sebastian Vettel.
In seiner Presserunde zupfte der Heppenheimer gelangweilt mit seiner Maske und musste sich alle Mühe geben, nicht genervt zu wirken. Er möge Austin; das gab er sogar lächelnd zum Besten. Und dass sein Vater schon immer ein Fan von amerikanischem Blech gewesen sei. Vettel: „Zunächst kam mir die Stadt etwas seltsam vor, dann bin ich ihr rettungslos verfallen. Amerika ist für mich immer etwas Besonderes – 2007 habe ich in Indianapolis mein Formel-1-Debüt gegeben, so etwas vergisst du nie.“
Doch von einem siebten Rang, den er damals holte, ist der Deutsche derzeit weit entfernt. Aston Martin fährt dem vorderen Mittelfeld seit der Sommerpause und der Disqualifikation in Ungarn nur noch hinterher: Lediglich dreimal war das Team in den Punkten, nur Alfa Romeo und Haas sind noch schlechter. In der WM liegen die Grünen nur auf Rang sieben hinter 43 Punkte hinter Alpine und 31 hinter Alpha Tauri.
„Wir wollen in Austin zurückschlagen“, gibt sich Vettel kämpferisch. „Wir haben in den vergangenen Läufen gezeigt, dass wir den Speed haben, um uns im Mittelfeld zu behaupten. Aber die Leistungsdichte ist sehr hoch, und es ist ganz leicht, aus den Top-Ten zu fallen.“
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Da hilft es nicht, dass der Hesse einen neuen Mercedes-Motor braucht. „Leider werden wir hier den Motor wechseln müssen“, gibt der Aston Martin-Star zu, „also bekommen wir eine Strafe.“ Wieder keine guten Aussichten für Vettel. Gut möglich also, dass es beim Großen Preis der USA zu einem deutschen Duell auf der Strecke kommt.

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Von

Bianca Garloff
Ralf Bach