Geely Project KO11: Defender-Konkurrent aus China
Großes SUV von Geely soll 2027 nach Europa kommen

Der chinesische Autohersteller Geely will 2027 mit dem KO11 ein neues SUV in Europa auf den Markt bringen, das es mit dem Land Rover Defender aufnehmen könnte. In China ist der Offroader als Galaxy Cruiser 700 bereits erhältlich – mit bis zu 1129 PS!
Bild: Geely
Was zunächst wie eine Mischung aus Toyota Land Cruiser und Land Rover Defender aussieht, ist der neue Geely KO11. Ein Plug-in-Hybrid-SUV aus China, das Ende 2027 nach Europa kommen soll. Auf der Paris Motor Show liefert Geely einen Ausblick auf den kantigen Offroader. (Erste Fahrt im Geely E5 und Starray EM-i)
Über 1000 PS und trotzdem günstiger als ein Tiguan
In China hat Geely erst kürzlich den Galaxy Cruiser 700 vorgestellt, der praktisch genauso aussieht wie der in Paris gezeigte KO11. Gut möglich also, dass das europäische Modell in vielen Aspekten identisch mit dem chinesischen Modell ist. Auf dem Heimatmarkt kostet das SUV 269.800 chinesische Yuan, das entspricht rund 35.000 Euro. Zum Vergleich: Selbst ein weniger geländetauglicher VW Tiguan ist mit einem Preis von 39.385 Euro teurer als der Geely.
In China gab es laut Geely innerhalb einer Stunde satte 43.900 Vorbestellungen für den Galaxy Cruiser 700. Dabei ist auch das Basismodell mit eingerechnet. Das setzt auf einen 1,5-Liter-Vierzylinder mit lediglich 163 PS – dafür kostet es umgerechnet aber auch nur rund 26.000 Euro.
Optische Ähnlichkeit mit Land Cruiser und Defender
Beim Außendesign erinnern vor allem die Frontscheinwerfer und Heckleuchten an den Land Rover Defender. Die kantige Karosserie entspricht dem klassischen Auftritt eines echten Offroad-SUV. In der Seitenansicht sind Parallelen zum Toyota Land Cruiser unübersehbar. Der Modellname "Cruiser" macht die Parallelen zum Toyota endgültig offensichtlich.

Das Profil des Geely Galaxy Cruiser 700 erinnert an den Toyota Land Cruiser, die Heckleuchten an den Land Rover Defender.
Bild: Geely
Im Innenraum gibt es ein zentrales Display für das Infotainment und ein digitales Kombiinstrument. Massiv wirken die großen Schalter für Offroad-Funktionen und Fahrmodi im Bereich der Mittelkonsole.

Im Innenraum dominieren ein großes Infotainment-Display und die breit aufbauende Mittelkonsole.
Bild: Geely
Ganze 17 vorkonfigurierte Fahrmodi hat der Galaxy Cruiser 700. Dazu zählt unter anderem der "Crab-Walk"-Modus. Damit lässt sich das Auto praktisch seitlich fahren. Diese Technik ist bereits aus dem Denza Z9 GT oder dem Hummer EV Pickup bekannt. Beim Geely verringert sich der Wendekreis dadurch auf winzige 3,36 Meter. Ein beeindruckender Wert für ein 5,09 Meter langes SUV.
"Battleship"-Edition liefert Schwimmmodus
Wer mit dem Geely offroad unterwegs sein will und dabei hier und da Wasser durchqueren muss, der kann die "Battleship"-Variante ordern. Das Modell verfügt über ein Propellersystem und macht das SUV damit praktisch zum Boot.
Geely bezeichnet die Funktion als Notfallmodus zum Aufschwimmen und Entkommen. Sie soll also vielmehr die Insassen im Ernstfall schützen – und nicht dazu dienen, eine Spritztour durch den See zu unternehmen.
Das Prinzip ist schnell erklärt: Sobald das Auto im Wasser ist, treiben zwei Propeller am Heck das Fahrzeug an. Optisch erinnern sie an Auspuff-Endrohre, tatsächlich leisten sie jeweils rund 8,6 kW. Damit kommt der Geely auf etwas mehr als 6 km/h. Ein Sonar soll verhindern, dass das SUV unter Wasser mit Hindernissen kollidiert.
Geely schwimmt bis zu 40 Minuten lang
Ganz ohne Limit funktioniert der Wasserbetrieb allerdings nicht. Rund 40 Minuten kann der Battleship 700 aus eigener Kraft "schwimmen", bis zu zwei Stunden soll er treiben können. Der Geely ist damit also kein Amphibienauto im klassischen Sinne. Vielmehr steckt dahinter ein Sicherheitsfeature, das die Insassen retten soll, wenn das SUV im schlimmsten Fall in tiefes Wasser gerät.
Neben der Schwimmfunktion verfügt der Battleship 700 außerdem über ein eigenes Sauerstoffsystem. Laut Geely kann der zusätzliche Sauerstoff entweder über eine Maske oder direkt im Innenraum genutzt werden – etwa bei Fahrten in großer Höhe.
Ob es der Schwimm-Modus auch in den KO11 schafft und ob das Auto mit der leistungsstarken Variante samt 1129 PS nach Deutschland kommt, ist noch nicht bekannt. Auch die Preise für den europäischen Markt hat Geely noch nicht kommuniziert.
Fazit
Geely macht nun auch in Europa Ernst. Der KO11 könnte ein echter Konkurrent für Toyota Land Cruiser und Land Rover Defender werden. Das bereits erhältliche Pendant in China, den Galaxy Cruiser 700, gibt es mit bis zu 1129 PS und optionalem Schwimm-Modus. Sollte auch der KO11 diese Technik erhalten, muss sich die Konkurrenz besonders warm anziehen.
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