Genesis G70 Shooting Brake startet bei etwa 40.000 Euro

Nachdem Hyundais Nobelmarke erst kürzlich in Europa gestartet ist, zeigen die Koreaner jetzt die Kombi-Version des G70. Der G70 Shooting Brake wurde speziell für den europäischen Markt entwickelt und springt mit BMW 3er Touring, Audi A4 Avant und Mercedes C-Klasse T-Modell ins Becken. Hier schwimmt der schicke Koreaner allerdings gegen den Strom: Statt maximalem Alltagsnutzen stehen Lifestyle und Sportlichkeit im Vordergrund.
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Ende 2021 kommt der G70 Shooting Brake ab etwa 40.000 Euro auf den Markt. AUTO BILD hat schon jetzt einen ersten Check gemacht und im Sportkombi Platz genommen. (Alle wichtigen Tipps zum Neuwagenkauf im Internet)

Die Basis des G70 Shooting Brake ist schon älter

Genesis G70 Shooting Brake
Die Silhouette des G70 Shooting Brake ist sportlich. Mit 4,69 Metern ist er genauso lang wie die Limousine.

Der Shooting Brake basiert auf der G70 Limousine. Die ist bereits seit 2017 auf dem Markt und hat 2020 ein umfassendes Facelift bekommen. Damit ist der Shooting Brake im Prinzip schon etwas angejahrt, was man ihm – zumindest äußerlich – aber keineswegs ansieht. Mit der Überarbeitung bekam der G70 die Genesis-typischen Doppelstock-Leuchten in LED-Technik. Der Rest der Front wird geprägt vom großen Crest-Grill, dessen Form an das Markenlogo erinnern soll. Weitere Lufteinlässe im unteren und seitlichen Teil der Schürze lassen den G70 recht sportlich wirken. Über dem Kühlergrill prangt das Genesis-Logo, das genauso an Bentley erinnert wie die Entlüftungsschlitze hinter den vorderen Radkästen. Ob das Zufall ist, bleibe an dieser Stelle mal unkommentiert.

Abmessungen:

● Länge: 4685 mm
● Breite: 1850 mm
Höhe: 1400 mm
● Radstand: 2835 mm
● Kofferraumvolumen: 465 bis 1535 Liter

Der Kofferraum des Sportkombis ist nur mäßig praktisch

Die Schokoladenseite des G70 Shooting Brake ist definitiv das Heck. Doppelstock-Leuchten, der große Dachkantenspoiler und die rundliche Schürze lassen das Kombi-Coupé elegant und sportlich wirken. Ein schönes Detail ist die abgerundete Heckscheibe, die sich bis ans Dach zu ziehen scheint. Tatsächlich ist sie unterteilt in eine Haupt- und eine kleine Teil-Scheibe unter dem Heckspoiler.
Genesis G70 Shooting Brake
Die Beladung des knapp geratenen Kofferraums dürfte durch die schmale Öffnung zusätzlich erschwert werden.

Die sportliche Karosserieform hat allerdings Auswirkungen auf den Nutzwert. Erstens ist der Ausschnitt der Kofferraumklappe ziemlich schmal, was das Einladen großer Gegenstände erschwert. Zweitens dürfte die Ladekapazität von 465 Litern aufgrund der abfallenden Dachlinie nicht wirklich gut nutzbar sein. Einen doppelten Ladeboden gibt es nicht, diesen Platz nimmt das Ersatzrad ein. Dafür sind die Rücksitze im Verhältnis 40:20:40 umklappbar, was den Stauraum auf 1535 Liter erhöht.

Etwas angestaubter, aber nobler Innenraum

Im Cockpit sieht man dem G70 sein Alter dann doch an. Es ähnelt dem Plattformbruder Kia Stinger und wirkt – gerade im Vergleich mit dem deutlich moderneren SUV Genesis GV70 – leicht angestaubt. Statt des kleinen Touch-Bildschirms für die Klimabedienung gibt es klassische Knöpfe, anstelle des Drehrads für die Gangwahl kommt ein etwas klobiger Hebel zum Einsatz. Dafür stimmt die Basisausstattung. 3D-Cockpit, Online-Infotainment mit Smartphone-Anbindung, 360-Grad-Kamera und unzählige Fahrassistenten wie der "Highway Assist" oder der navigationsbasierte Tempomat sind serienmäßig mit an Bord.
Genesis G70 Shooting Brake
Der Innenraum ist nobel und gut verarbeitet, wirkt im Vergleich mit anderen Genesis aber etwas angejahrt.

Auch wenn es leicht angejahrt wirken mag; unterm Strich ist das Cockpit durchaus stimmig. Durch die fahrerorientierte Mittelkonsole fühlt man sich ins Geschehen eingebunden. Auffällig ist die hochwertige Materialauswahl aus Leder und Aluminium. Die einen oder anderen Kunststoffteile des Vorserienfahrzeugs werden bis zur Serie auch noch optimiert. Feine Details wie die Aluteile am Lenkstockhebel, die geriffelten Metalloberflächen und das (optional) zweifarbige Leder lassen ein gediegenes Ambiente aufkommen.

Wenig Kopffreiheit im Fond des G70 Shooting Brake

Genesis G70 Shooting Brake
Platz im Fond: zwiegespalten. Die Beinfreiheit ist gut, Erwachsene stoßen sich an der Decke aber schnell den Kopf.

Auch im Fond setzt der Genesis G70 Shooting Brake mehr auf Style denn auf Nutzwert. Die Beinfreiheit passt, Erwachsene stoßen mit dem Kopf aber schnell an den Dachhimmel. Immerhin: Auch hier stimmen Verarbeitung und Ambiente. Sogar die hinteren Einstiegsleisten tragen den Genesis-Schriftzug, und auch versteckte Kunststoffteile sind in der gewählten Lederfarbe statt in Schwarz gehalten. Das nennt man Liebe zum Detail.

Nur kleine Auswahl bei den Motoren

Genesis G70 Shooting Brake
Der matte Farbton heißt "Bond Silber" und wird einen vierstelligen Aufpreis kosten.

Bei den Antrieben zeigt sich Genesis nicht ganz so großzügig. Zwar basiert der G70 auf der Hinterradantriebs-Plattform, die auch der Kia Stinger nutzt; dessen 3,3-Liter-V6 mit 370 PS schafft es aber nicht in den Shooting Brake, woran strenge Emissionsnormen schuld sein dürften. Stattdessen haben Kunden die Wahl zwischen einem 2,2-Liter-Vierzylinder-Diesel mit 200 PS und 440 Nm Drehmoment sowie einem Zweiliter-Vierzylinder-Benziner mit 245 PS und einem Drehmoment von 353 Nm.
Hinweis
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Beide Motoren sind immer an eine Achtgang-Automatik gekoppelt, Allradantrieb ist optional. Plug-in-Hybride oder eine Elektro-Version dürfte sich Genesis für einen möglichen Nachfolger aufsparen.

Genesis G70 Shooting Brake startet Ende 2021 bei gut 40.000 Euro

Marktstart für den Genesis G70 Shooting Brake ist Ende 2021, die Limousine und das SUV GV70 kommen schon etwas früher. Preise geben die Koreaner noch nicht bekannt. AUTO BILD geht davon aus, dass für den Shooting Brake in der Einstiegsversion "Premium" etwas über 40.000 Euro fällig werden. Darüber rangieren "Sport" und "Luxury", die bei etwa 45.000 bzw. 50.000 Euro liegen dürften. Nicht unerheblich zu erwähnen ist dabei der "Fünf-Jahres-Plan" von Genesis: Alle Kunden erhalten ab Kaufdatum fünf Jahre Garantie, Service, Kartenupdates und einen weltweiten Pannendienst inklusive Austauschfahrzeug.

Fazit

Der Genesis G70 Shooting Brake ist ein enorm schicker Beinahe-Kombi. Eine echte Konkurrenz zu BMW 3er Touring und Co ist er – zumindest aus praktischer Sicht – wohl nicht. Will er aber auch nicht sein. Er spielt lieber die Lifestyle-Karte mit dem extrabisschen Alltagsnutzen gegenüber der Limousine aus und will wie alle Genesis mit umfassendem Service punkten. Ob das die richtige Rezeptur für einen erfolgreichen Markteintritt in Europa ist, wird sich zeigen. Wir sind gespannt auf den ersten Test!