Honda verlangt seinen Fans einiges ab: In Zeiten, in denen Elektroautos nur so mit den PS wuchern, nachdem der letzte in Deutschland angebotene Prelude im Jahr 2000 schon 185 PS aufbrachte, belässt es die aktuell sechste Generation bei 184 PS.
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Prelude e:HEV

Honda Prelude e:HEV
Nach einem Vierteljahrhundert Pause auf dem deutschen Markt präsentiert sich das japanische Mittelklasse-Coupé optisch also rassiger denn je.

Ferrari-würdige Karosserie mit wenig Platz

Mit einem Leistungsgewicht von 8,0 kg/PS verspricht es aber keine wilde Dynamik – einen ähnlichen automobilen BMI bietet
 auch der VW Golf 1.5 eHybrid. Welches Potenzial der Zweitürer wirklich unter seiner Ferrari-würdigen Karosserie versteckt, klärt der AUTO BILD-Einzeltest.
Honda Prelude e:HEV
Honda hat mit dem neuen Prelude ein wunderschönes Coupé auf die Straße gestellt. Es bietet aber de facto nur Platz für Zwei.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Das wirklich formschöne und außerordentlich dynamisch designte Coupé taugt am besten als Reisebegleiter für zwei. Vorn finden Fahrer bis zwei Meter ordentlich Platz, genießen bequeme und ausreichend gut unterstützende Sitze.

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Motor Bauart/Zylinder
Vierzylinder + E-Motor, Hybrid
Einbaulage
vorn quer
Hubraum
1993 cm³
Leistung Verbrennungsmotor
105 kW (143 PS)
Leistung E-Motor
135 kW (184 PS)
max. Drehmoment (Verbrenner/E)
186/315 Nm
Systemleistung
135 kW (184 PS)
Vmax
188 km/h
Getriebe
Direktantrieb (e-CVT)
Antrieb
Vorderradantrieb
Bremsen vorn/hinten
Scheiben/Scheiben
Testwagenbereifung
235/40 R 19 W
Reifentyp
Continental PremiumContact 6
Radgröße
k. A.
Abgas CO2
117 g/km
Verbrauch*
5,2 l/100 km
Tankinhalt
40 l
Kraftstoffsorte
Super
Ottopartikelfilter
Serie
Vorbeifahrgeräusch
69 dB(A)
Anhängelast gebr./ungebr.
–/–
Stützlast
Kofferraumvolumen
264–760 l
Länge/Breite/Höhe
4525/1880–2076**/1349 mm
Radstand
2604 mm
Grundpreis
49.500 Euro
Testwagenpreis (wird gewertet)
49.500 Euro
Dahinter wird es dann knifflig. Schon der Einstieg ist beschwerlich, nicht nur weil eben nur zwei Türen mit mäßig praktischen Klappgriffen vorhanden sind, sondern weil die Vordersitze auch nicht mit einem Handgriff beiseite rücken.

Kofferraum unter großer Heckklappe

Die enge Fondhöhle taugt tatsächlich am besten als Gepäckablage, die geteilt klappbare Lehne erweitert den Kofferraum unter der großen Heckklappe (mit recht labberigem Rollo) auf immerhin 760 Liter. Unterm stabilen, auch bei flach gelegter Fondlehne
ebenen Boden findet sich dann noch ein kleines Ablagefach.
Honda Prelude e:HEV
Genug fürs Wochenendgepäck: In den Kofferram des Prelude passen 264 Liter. Er lässt sich auf brauchbare 760 Liter erweitern.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Allerdings muss das Gepäck über eine 81 Zentimeter hohe Ladekante gewuchtet werden, beim
Ausladen gilt es, den 32 Zentimeter hohen Heckabschluss zu überwinden. So gesehen vielleicht ganz gut, dass die Zuladung mit 377 Kilogramm nicht gerade 
gewaltig, für Pärchen aber absolut ausreichend ausfällt.

Gut verarbeiteter Innenraum

Verarbeitung und Materialanmutung gehen in Ordnung, auch 
auf Kopfsteinpflaster knistert hier kaum etwas. Der Fahrer wird 
über einen 10,2-Zoll-Monitor 
mit den wichtigsten Informationen versorgt, die Bedienung erfolgt über einen guten Mix aus modernem 9-Zoll-Touchscreen und klassischen Knöpfen.
Honda Prelude e:HEV
Das sauber verarbeitete Cockpit bietet verhältnismäßig viele echte Schalter und Knöpfe – was die Bedienung erleichtert.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Allerdings gibt es auch optional kein Head-up-Display, fehlen relevante Apps ziemlich vollständig. Und die leicht angestaubte Grafik passt nicht so recht zu kabellosem Spiegeln/Laden von Smartphones, digitalem Schlüssel und ordentlich arbeitender Sicherheitsassistenz. Großen Nachholbedarf verrät außerdem die mäßig talentierte Sprachbedienung, die auf Knopfdruck nur Radio, Navi und Telefon steuern kann. Und dazu auch noch feste Formulierungen benötigt – freie Ansprache hilft hier nicht weiter.

Hybridantrieb mit viel Sparpotenzial

Wie Civic, ZR-V und CR-V nutzt auch Hondas Sportcoupé den Vollhybridantrieb der Marke. Und das ist Segen und Fluch zugleich. Das System aus Lithium-Ionen-Batterie, zwei Elektromaschinen (Generator plus Antriebsmotor) und Direkteinspritzer arbeitet sehr harmonisch. Und ausgesprochen effizient.
Honda Prelude e:HEV
Auch im Prelude steckt das aus Civic, ZR-V und CR-V Hybridsystem. Im Testdurchschnitt lag der Verbrauch bei 5,8 l/100 km.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Weil der Vierzylinder meist nur auf der Autobahn direkt die Räder antreibt und oft als Stromlieferant für den Akku dient oder den Antriebsmotor direkt versorgt, liegt der Verbrauch im Test mit 5,8 l/100 km erstaunlich niedrig. Wer will, schafft auch eine Vier vor dem Komma. Dabei helfen unter anderem die Segelfunktion und das siebenstufige Rekuperationssystem, das über die Schaltwippen am Lenkrad gesteuert wird.

Fahrwerkstechnik aus dem Civic Type R

Sparen ist angesichts der aktuellen Spritpreise natürlich großartig, aber was ist mit Spaß? Honda gibt sich durchaus Mühe, den zu vermitteln. Es gibt vier Fahrmodi (GT, Sport, Individual, Comfort), die vom Sound bis zu den adaptiven Dämpfern viele Möglichkeiten bieten.
Honda Prelude e:HEV
Hat Potenzial: Im Fahrwerk des Honda Prelude steckt viel Dynamik und Fahrspaß. Dem Antrieb fehlt aber leider etwas Druck.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
So wirkt der Prelude auch dank Fahrwerkstechnik aus dem Civic Type R angenehm handlich, verbeißt sich stabil im Asphalt und provoziert auf kurviger Strecke ein breites Dauergrinsen. Wer die Taste mit der Aufschrift "S+" drückt, erntet auch einen rauchigen Sound und kann die Schaltwippen für (einprogrammierte) Gangwechsel nutzen.

Messwerte

Messwerte
Beschleunigung
0–50 km/h
3,3 s 
0–100 km/h
8,6 s 
0–130 km/h
14,4 s 
0–160 km/h
24,5 s
Zwischenspurt
60–100 km/h
4,5 s 
80–120 km/h
6,0 s
Leergewicht/Zuladung
1473/377 kg
Gewichtsverteilung v./h.
62/38 %
Wendekreis links/rechts
11,8/11,9 m
Sitzhöhe
510 mm
Bremsweg
aus 100 km/h kalt
34,4 m 
aus 100 km/h warm
35,2 m
Innengeräusch
bei 50 km/h
62 dB(A) 
bei 100 km/h
68 dB(A) 
bei 130 km/h
72 dB(A)
Verbrauch
Sparverbrauch
4,3 l S/100 km 
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde
(Abweichung zur WLTP-Angabe)
5,8 l S/100 km
(+12 %)
Sportverbrauch
8,8 l S/100 km
CO2 (Testverbrauch)
137 g/km
Reichweite (Testverbrauch)
689 km
Allerdings fehlt der Druck aus dem Maschinenraum, die 184 PS mögen in einem Civic passen, im Prelude wecken sie einfach nur Lust auf mehr. Auf den Motor aus dem Type R zum Beispiel. Denn 8,6 Sekunden auf 100 km/h (Werk: 8,2 s) und 188 km/h Spitze lassen diesen Designerschlitten gegen jeden Vertreter-Kombi alt aussehen. Was umso bedauerlicher ist, weil auch die feste Federung, stabile Bremsen und die angenehme Lenkung für gute Laune sorgen.

Wertung Honda Prelude e:HEV

Wertung Honda Prelude e:HEV
Karosserie
Vorn luftig, hinten nur Notsitze. Für 2+2-Sitzer reichen Kofferraum/Zuladung. Miese Rücksicht.
3 / 5
Antrieb
Fahrleistungen knapp ausreichend, aber nicht sportlich. Leise und effizient, weil viel E-Betrieb.
3,5 / 5
Fahrdynamik
Leichtfüßig und agil, ESP aufmerksam und Bremsen souverän. Wendekreis groß (11,9 Meter).
4 / 5
Connected Car
Navi-Grafik einfach, Sprachbedienung mäßig. Kabelloses Laden und Spiegeln von Handys.
3,5 / 5
Umwelt
Verhältnismäßig kompakt und leicht, dabei als Vollhybrid mit hohem E-Anteil sparsam.
3,5 / 5
Komfort
Sitze vorn gut, hinten mau. Federung ausgewogen, Ausstattung umfangreich. Deutliche Windgeräusche.
3,5 / 5
Kosten
Angesichts der Leistung kein Schnäppchen, Wartung jährlich/nach Anzeige. Bis acht Jahre Garantie.
3 / 5
AUTO BILD-Testnote
2,5
Kommen wir zum Preis. Ein BMW 220i Coupé mit gleicher Leistung kostet 100 Euro mehr, hat aber Hinterradantrieb. Dafür bietet der Prelude für 49.500 Euro viel Ausstattung und acht Jahre Garantie – wenn die jährliche Wartung (oder nach Anzeige) nicht vergessen wird.
Honda Prelude e:HEV
Für den Prelude e:HEV verlangt Honda 49.500 Euro. Dafür bietet das Coupé viel Ausstattung und acht Jahre Garantie.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Honda erwartet wie erwähnt so einiges – auch beim Leasing. Ohne Anzahlung, über eine Laufzeit von 36 Monaten und bei 10.000 Kilometern jährlich genau 751,02 Euro im Monat. Weder Wow noch Wumms, eher Autsch.

Bildergalerie

Honda Prelude e:HEV
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Honda Prelude e:HEV im Test

Fazit

von

AUTO BILD
Der Prelude ist womöglich die konsequenteste Umsetzung der Sportwagen-Idee in die Neuzeit. Das Coupé sieht betörend aus und fährt souverän, bleibt bei Leistung und Verbrauch aber bescheiden. Doch leider bleibt dabei auch der Fahrspaß auf der Strecke. AUTO BILD-Testnote: 2,5