Da klingelt was – Ioniq 5 gegen ID.4 gab's doch schon mal. Im Oktober 2021 traten die beiden elektrischen SUV bereits zum Vergleichstest gegeneinander an. Unser Fazit damals: beides gute Typen, beide komfortabel und fix – Korea jedoch mit mehr Elektrokompetenz. Wolfsburg zog den Kürzeren.

Zwei kompakte Elektro-SUV im Test

#Getestete ProduktePreis
1.
Testsieger
Hyundai Ioniq 5 AWD 84 kWh
Hyundai Ioniq 5 AWD 85 kWh
UVP 59.400,00 EUR
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2.
VW ID.4 GTX
VW ID.4 GTX
UVP 55.555,00 EUR
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Nun die Neuauflage. In beiden Modellen stecken inzwischen kleine Änderungen, Neuerungen, Verbesserungen. Die wiegen wir gegeneinander auf.

Beide haben einen hohen Preis

Und: Zu mehr Ausstattung kommt bei beiden Autos mehr Leistungsfähigkeit beim Laden und mehr Akkukapazität für zusätzliche Reichweite. Das klingt nach völlig neu gemischten Karten, und so testen wir die Varianten mit großem Akku, starkem Motor und trittfestem 4x4-Antrieb.
Hyundai Ioniq 5 AWD 84 kWh VW ID.4 GTX
Beliebt und teuer: Hyundai verlangt für den Ioniq 5 mit 84-kWh-Akku mindestens 59.400 Euro, der VW ID.4 GTX beginnt bei 55.555 Euro.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Von Hyundai kommt somit der 325 PS starke Ioniq 5. Er kostet ab 59.400 Euro, trägt einen 84 kWh großen Akku mit sich und soll damit (laut WLTP) 495 Kilometer weit kommen. Das Gegenstück von VW hat 340 PS, soll nach gleicher Norm sogar 517 Kilometer Aktionsradius bieten. Der mindestens 55.555 Euro teure ID liefert hierfür 77 kWh Batteriekapazität.

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Motor Bauart 
Synchron-E-Motoren 
Asynchron-/Synchron-E-Motor 
Einbaulage 
je ein Motor vorn und hinten 
je ein Motor vorn und hinten 
Spitzenleistung gesamt 
239 kW (325 PS) 
250 kW (340 PS) 
Dauerleistung 
81 kW (110 PS) 
77 kW (105 PS) 
maximales Drehmoment 
605 Nm 
679 Nm 
Vmax
185 km/h 
180 km/h 
Getriebe 
Einganggetriebe 
Einganggetriebe 
Antrieb 
Allradantrieb 
Allradantrieb 
Bremsen vorn/hinten 
Scheiben/Scheiben 
Scheiben/Trommel 
Testwagenbereifung 
255/45 R 20 W 
235/45-255/40 R 21 V 
Reifentyp 
Michelin Pilot Sport EV 
Hankook Ventus S1 Evo3 EV 
Radgröße 
8,5 x 20" 
8,5-9 x 21" 
Reichweite* 
495 km 
517 km 
Verbrauch* 
18,1 kWh/100 km 
17,0 kWh/100 km 
Batteriekapazität netto 
84 kWh 
77 kWh 
Ladeleistung AC/DC 
11/260 kW 
11/175 kW 
Ladezeit (10–80 %, DC-Ladung) 
18 Minuten 
28 Minuten 
Ladeanschluss 
hinten rechts 
hinten rechts 
Fach unter Frontklappe 
Serie 
– 
Vorbeifahrgeräusch 
67 dB(A) 
66 dB(A) 
Anhängelast gebr./ungebr. 
1600/750 kg 
1200/750 kg 
Stützlast 
100 kg 
75 kg 
Kofferraumvolumen 
520-1580 l + 24 l vorn 
543-1575 l 
Länge/Breite/Höhe 
4655/1890–2116**/1605 mm 
4582/1852–2108**/1619 mm 
Radstand 
3000 mm 
2773 mm 
Grundpreis
59.400 Euro
55.555 Euro
Testwagenpreis (wird gewertet)
62.900 Euro
63.255 Euro
Viel wichtiger: Inzwischen traut VW den Elektromodellen mehr Widerstandskraft an der Schnellladesäule zu, erlaubt Ladeleistungen bis 175 kW. Heißt für die Praxis: In rund 28 Minuten soll der 4er seine Batterien von 10 bis 80 Prozent aufladen können. Der Ioniq schafft diese Übung sogar in nur 18 Minuten – weil das DC-System bis zu 260 kW Ladeleistung verträgt.

Tatsächliche Reichweiten deutlich unter WLTP

Klarer Ladevorteil Hyundai also an dieser Stelle – es geht einfach schneller, diese kürzeren Pausen sind ein großer Vorteil auf langen Strecken. Aber Achtung: In der Praxis ermattet der Vielfahr-Glanz des Ioniq 5 wieder etwas. Den versprochenen Verbrauch (18,1 kWh/100 km nach WLTP) mit entsprechendem Aktionsradius können wir nämlich nicht bestätigen.
Hyundai Ioniq 5 AWD 84 kWh VW ID.4 GTX
WLTP-Versprechen gebrochen: Im Test kommt der Hyundai mit einer Akkuladung 328 Kilometer weit, der VW schafft 308 Kilometer.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Nach unserer Prüfung "trinken" die beiden E-Maschinen des Koreaners fast 30 kWh Energie auf 100 Kilometer. Das lässt die Maximalreichweite auf 328 Kilometer schrumpfen. Auch VW steht kaum besser da. Der ID.4 GTX kommt im Alltag nur 308 Kilometer weit, weil er ebenfalls den Herstellerverbrauch deutlich verfehlt. Zur Ehrenrettung beider Elektriker muss aber erwähnt werden, dass die Messungen bei winterlichen -1 Grad Celsius stattfanden.

Messwerte

Messwerte
Beschleunigung
0–50 km/h
2,0 s 
2,4 s 
0–100 km/h 
5,3 s 
5,7 s 
0–130 km/h 
8,6 s 
9,0 s 
0–160 km/h 
13,7 s 
13,6 s 
Zwischenspurt
60–100 km/h
2,8 s 
2,8 s 
80–120 km/h 
3,7 s 
3,6 s 
Leergewicht/Zuladung 
2141/544 kg 
2274/496 kg 
Gewichtsverteilung v./h. 
50/50 % 
48/52 % 
Wendekreis links/rechts 
12,2/12,2 m 
11,5/11,5 m 
Sitzhöhe 
650 mm 
640 mm 
Bremsweg
aus 100 km/h kalt
35,6 m 
35,9 m 
aus 100 km/h warm 
35,2 m 
33,4 m 
Innengeräusch
bei 50 km/h
57 dB(A) 
57 dB(A) 
bei 100 km/h 
64 dB(A) 
64 dB(A) 
bei 130 km/h
67 dB(A)
67 dB(A)
bei 160 km/h
71 dB(A)
72 dB(A)
Verbrauch
Sparverbrauch 
20,4 kWh/100 km 
21,1 kWh/100 km 
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde
(Abweichung zur WLTP-Angabe)
29,0 kWh/100 km
(+60 %)
28,5 kWh/100 km
(+68 %)
Sportverbrauch 
34,8 kWh/100 km 
31,3 kWh/100 km 
CO2 (lokal) 
0 g/km 
0 g/km 
Reichweite 
328 km 
308 km 
An den weiteren Reisequalitäten beider Kandidaten gibt es wenig zu meckern. Vor allem der VW läuft sehr komfortabel, federt fehlerfrei und lässt sich stressarm führen. Er liegt hervorragend satt auf der Straße, das saubere Lenkgefühl passt exakt zum tadellosen Fahrverhalten.

Ioniq 5 mit der weicheren Abstimmung

Anders der Hyundai. Auch er bügelt Bodenwellen angenehm nachgiebig glatt. Allerdings schwingt er aufgrund weicherer Stoßdämpferabstimmung weiter aus, das ergibt ein etwas losgelösteres Gefühl auf schlechten Straßen.
Hyundai Ioniq 5 AWD 84 kWh
Etwas lösgelöst: Wegen seiner weicheren Abstimmung liegt der Hyundai nicht so satt wie der VW. Seine Karosserie neigt sich stärker.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Außerdem reagiert er bei höherem Tempo empfindlicher auf Lenkimpulse, die spürbare Karosserieneigung beim Einlenken verstärkt das Gefühl, einen massigeren Wagen zu fahren. Nicht schlimm, nie unsicher – doch ein Wesensunterschied zum VW.
Dabei ist der ID.4 doch sogar das viel schwerere Auto. Nur der Vollständigkeit halber: Auch in der Stadt fühlt sich der VW dank seines geringeren Wendekreises verbindlicher an.

Die feinere Einrichtung hat der Hyundai

Zum guten Komfort beider Autos passen Raumangebot und Sitze. Im Hyundai geht es noch einen Hauch luftiger zu (subjektiv und auch nach Messwerten), die Vordersitze des VW dagegen schmiegen sich nochmals besser an, sind sogar mit einem Prädikat (besonders rückenschonend) ausgezeichnet.
Hyundai Ioniq 5 AWD 84 kWh
Besserer Arbeitsplatz: Der Ioniq 5 ist hochwertiger eingerichtet und bietet mehr Ausstattung – er lässt sich zudem noch leichter bedienen.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Unterm Strich attestieren wir jedoch dem Koreaner mehr Wohlfühlkompetenz. Weil er hochwertiger eingerichtet und leichter bedienbar ist. So legt Hyundai die Steuerung des Klimasystems auf ein eigenes Tastenfeld unterhalb des Zentralbildschirms – das ist weniger ablenkend und schneller erlernt als im VW. Außerdem sind eine Rückfahrkamera und der schlüssellose Zugang serienmäßig an Bord. So etwas lässt VW uns 1350 Euro Aufpreis kosten.

Mehr Fahrassistenz im ID.4 GTX

Dagegen legt VW die Messlatte in Sachen Fahrassistenz höher. So informiert der ID.4 den Fahrer über ein hervorragendes Head-up-Display mit guter Grafik und sauber sortierten Inhalten.
VW ID.4 GTX
Sichere Sache(n): Staufolgeassistent, Tempolimiterkennung und ein "echter" Notfallassistent arbeiten im VW ID.4 GTX sehr zuverlässig.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Zudem heftet sich der hilfreiche Staufolgeassistent im Stop-and-Go-Verkehr fehlerfrei an den Vordermann, die Tempolimiterkennung (und entsprechende Anpassung) arbeitet auch auf Landstraßen sehr fehlerarm, und ein "echter" Notfallassistent bringt das Auto nach plausibler Warnkaskade zuverlässig zum Stehen.

Platzierung

Platzierung
Punkte*
584
580
Platz
1
2
Fazit
Mehr Platz, mehr Tempo, bessere Ladetechnik, das Ganze sogar günstiger – so gewinnt man hier.
Im Volkswagen stecken geschliffenere Assistenz, mehr Fahrkomfort und das agilere Auto.
So macht VW auf den starken, luxuriösen und angenehmen Hyundai zwar wieder Boden gut. Für den Sieg reicht das allerdings nicht. Und da klingelt dann wieder was. Das war beim ersten Vergleich vor vier Jahren auch schon so.

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Hyundai Ioniq 5 AWD 84 kWh VW ID.4 GTX
Hyundai Ioniq 5 AWD 84 kWh
VW ID.4 GTX
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Hyundai Ioniq 5 gegen VW ID.4 GTX

Fazit

Vom nicht eingehaltenen Reichweitenversprechen mal abgesehen – beide Typen sind sehr angenehme Begleiter auf Reisen und im Alltag. Der Hyundai beherrscht das Ladethema besser und ist günstiger, dazu kommen fünf Jahre Garantie. Das macht ihn für uns zur klaren Empfehlung.