Heutzutage locken alle mit reichlich elektrischen Werten. Deshalb zählen Volt, Kilowatt, Kilometer Reichweite, kW in der Spitze oder auch PS-Dauerleistung sowie Ladeleistung, Akkukapazität und Stromverbrauch. Der AUTO BILD-Vergleichstest zwischen Hyundai Ioniq 5, MG Marvel R Performance, Skoda Enyaq und dem Mercedes EQB klärt die Feinheiten und ermittelt, wer in der mittleren SUV-Klasse das Sagen hat.

Vier Elektro-SUV im Test

#Getestete ProduktePreis
1.
Testsieger
Hyundai Ioniq 5 77,4 kWh AWD
Hyundai Ioniq 5 77,4 kWh AWD
UVP 51.900,00 EUR
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2.
Skoda Enyaq RS iV
Skoda Enyaq RS iV
UVP 63.300,00 EUR
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3.
Mercedes EQB 350 4Matic
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UVP 58.197,00 EUR
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4.
MG Marvel R Performance
MG Marvel R Performance
UVP 50.990,00 EUR
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Den Hyundai Ioniq 5 kennen wir als Seriensieger in Vergleichen, ein Hingucker mit viel Spannung (800 V) im System. Außerdem haben die Koreaner ihn soeben aufgefrischt – dadurch gibt's für den 5er künftig mehr Saft im Akku und zusätzliche Leistung. 325 PS stehen aktuell im Maximum bereit.

Als RS verspricht der Enyaq Dynamik

Daneben steht der 299 PS starke Skoda Enyaq RS. Ein Gewinnertyp – eng verwandt mit dem geschmeidigen VW ID.4 – mit angeblich besonders dynamischen Eigenschaften und soliden Eckdaten.
Skoda Enyaq RS iV
Wirklich sportlich? Ein Skoda mit RS im Namen verspricht besonders viel Dynamik. 299 PS sollten im Enyaq an sich dafür reichen.
Bild: Tom Salt

Mercedes steht in dieser Klasse mit dem EQB bereit. Er ist formal das eindeutigste SUV hier, im Wesen angenehm gelassen und im Umgang vielseitig. Er ist das einzige Modell, das noch Verwandte – also den technischen Unterbau – in der Verbrennerwelt hat. Seine E-Maschinen leisten in der Spitze 292 PS.

China mischt mit dem MG Marvel R mit

Klar, auch die Chinesen tummeln sich inzwischen in dieser beliebten Liga – mit dem MG Marvel R Performance. Der 288 PS starke Frischling in unserem Quartett wirft spritzige Fahrleistungen inklusive bester Höchstgeschwindigkeit, ein blitzsauberes Design und einen dicken Batzen Unterhaltungselektronik ins Rennen.
MG Marvel R Performance
Neuer Wettbewerber: Der MG Marvel kommt mit gefälligem Design zum Test – und schlägt die Konkurrenz beim Tempo.
Bild: Tom Salt

Also: welchen kaufen? Kommt darauf an. Wer den "elektrischen" Anteil am höchsten schätzt, sollte direkt zum Hyundai-Händler rennen. Denn bei diesem Thema liegt der Ioniq 5 ganz klar vorn. Höchste Kraft, das schnellste Ladesystem sowie die dicksten Akkus im Bodenfach zeichnen ihn aus. Da könnte man doch auch vermuten: ergo die beste Reichweite? Ganz und gar nicht.

Ioniq 5 bricht das Reichweitenversprechen

Von den für die Baureihe versprochenen maximal 507 Kilometer Reichweite ziehen wir ab: ein Stückchen für den Allrad (bleiben 481 km), etwas für die 20-Zoll-Bereifung (454 km sind übrig) sowie den geschönten Part der WLTP-Angaben. Heißt in der Praxis bei garstigen vier Grad Außentemperatur, dass dem Hyundai nach genau 300 Kilometer Fahrt die Puste ausgeht.
Hyundai Ioniq 5 77,4 kWh AWD
Laut WLTP soll der Ioniq 5 507 Kilometer mit einer Akkuladung schaffen. In unserem Test waren es exakt 300 Kilometer.
Bild: Tom Salt

Trost: So in etwa läuft das auch bei den Konkurrenten. Noch ein Trost: Diese 300 Kilometer bringt der Ioniq 5 sehr geschmeidig hinter sich. Der Federungskomfort ist brauchbar, allenfalls die harten Reifen rumoren kantig über Bitumenflicken. Auch gerät das Fahrwerk auf größeren Bodenwellen ans Limit: Unter Beladung staucht es die Federn bis zum Anschlagpuffer durch.
So etwas steckt zum Beispiel der Mercedes absolut klaglos weg. Der schnelle Hyundai zieht dafür sogar oberhalb der Autobahn-Richtgeschwindigkeit noch vehement ab, läuft sauber geradeaus, bremst besser als die Konkurrenten und lässt sich im dynamischen Fahrprogramm auch gern durch Kurven scheuchen.

Hyundai-Sitze mit Optimierungspotenzial

Bequeme Sitze, ein tolles Raumgefühl und pfiffige Spielereien wie die Liegesitze vorn oder die elektrisch verschiebbare Rückbank komplettieren das im Großen und Ganzen runde Bild. Nicht optimal dagegen: Genau diese Luxus-Rückbank neigt auf schlechten Straßen zum Klappern, der Lenkung täte eine definierte Mittellage gut, und den Vordersitzen stünde zusätzlicher Seitenhalt der Lehnen besser.

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Motor Bauart vorn 
Synchronelektromotor 
Asynchronelektromotor 
Synchronelektromotor 
Asynchronelektromotor 
Motor Bauart hinten 
Synchronelektromotor 
Synchronelektromotor 
zwei Synchronelektromotoren 
Synchronelektromotor 
Dauerleistung 
81 kW (110 PS) 
139 kW (188 PS) 
105 kW (143 PS) 
77 kW (105 PS) 
Spitzenleistung 
239 kW (325 PS) 
215 kW (292 PS) 
212 kW (288 PS) 
220 kW (299 PS) 
max. Drehmoment 
605 Nm 
520 Nm 
665 Nm 
460 Nm 
Vmax
185 km/h 
160 km/h 
200 km/h 
180 km/h 
Getriebe 
Einganggetriebe 
Einganggetriebe 
Zweiganggetriebe 
Einganggetriebe 
Antrieb 
Allradantrieb 
Allradantrieb 
Allradantrieb 
Allradantrieb 
Bremsen vorn/hinten 
Scheiben/Scheiben 
Scheiben/Scheiben 
Scheiben/Scheiben 
Scheiben/Trommel 
Testwagenbereifung 
255/45 R 20 W 
235/45 R 20 T 
235/45 R 19 W 
235/50–255/45 R 20 T 
Reifentyp 
Michelin Pilot Sport EV 
Pirelli P Zero Elect 
Michelin Primacy 4 
Hankook Ventus S1 Evo 3 EV 
Radgröße 
8,5 x 20" 
8,5 x 20" 
8,5 x 19" 
8–9 x 20" 
Reichweite* 
454 km 
411 km 
370 km 
512 km 
Verbrauch* 
19,1 kWh 
18,6 kWh 
20,9 kWh 
17,1 kWh 
Ladezeit (DC; 10-80 % Ladestand) 
18 Minuten 
32 Minuten 
43 Minuten (5-80 %) 
36 Minuten 
Batteriekapazität (nutzbar) 
77,4 kWh 
66,5 kWh 
70 kWh 
77 kWh 
Ladeleistung (AC/DC) 
11/240 kW 
11/100 kW 
11/92 kW 
11/135 kW 
Ladeanschluss 
hinten rechts 
hinten rechts 
hinten rechts 
hinten rechts 
Vorbeifahrgeräusch 
68 dB(A) 
66 dB(A) 
68 dB(A) 
67 dB(A) 
Anhängelast gebr./ungebr. 
1600/750 kg 
– 
750/750 kg 
1200/750 kg 
Stützlast 
100 kg 
– 
50 kg 
75 kg 
Fach unter der Frontklappe 
ja (24 l) 
nein 
nein 
nein 
Kofferraumvolumen 
527–1587 l 
495–1710 l 
357–1396 l 
585–1710 l 
Länge/Breite/Höhe 
4635/1890–2116**/1605 mm 
4684/1834–2020**/1667 mm 
4674/1919–k. A.**/1618 mm 
4653/1879–2147**/1605 mm 
Radstand 
3000 mm 
2889 mm 
2804 mm 
2768 mm 
Grundpreis (vor Förderung)
51.900 Euro
58.197 Euro
50.990 Euro
63.300 Euro
Testwagenpreis (wird gewertet)
65.500 Euro
64.385 Euro
50.990 Euro
63.660 Euro

Das meistert zum Beispiel der Skoda besser, speziell Fahrer- und Beifahrersitz stützen auch den Oberkörper mit festerer Faust – steht ja auch RS drauf. Das sportliche Kürzel ziert allerdings auch die Federung, entsprechend robuster geht es auf schlechten Straßen zu.

Skoda ist nur subjektiv am schnellsten

Kein Drama – der Skoda wirkt dennoch insgesamt angenehm satt und vollwertig, zieht subjektiv vor allem im Sportprogramm und aus dem Stand heraus mit diesem herrlichen Ruck inklusive Düsenjet-Startgefühl auf Tempo.
Skoda Enyaq RS iV
Subjektiv eine Rakete: Der Enyaq fühlt sich an, als wäre er der schnellste Sprinter. Die Messwerte sehen aber die Konkurrenten vorne.
Bild: Tom Salt

Achtung: Der Eindruck täuscht. Alle anderen drei Autos sprinten objektiv aktiver los. Und dann gibt's noch ein paar Schrullen: Die Anzeige direkt vor dem Fahrer ist winzig, das Bedienkonzept (nahezu ausschließlich) über den großen Berührbildschirm schrecklich ablenkend, das Pedalgefühl finden wir zu buttrig. Gegen die höchste Reichweite hier haben wir aber nichts einzuwenden.

Der Mercedes EQB hat keine Fehler

Kommen wir zum EQB. Tatsächlich hat der Mercedes keine Fehler. Er rollt sanft, federt kommod, lässt sich tadellos bedienen, fährt hervorragend sicher, wirkt trotz deftig-rigoroser ESP-Zügelung sogar wendiger als die Konkurrenten. So richtig Spaß bereitet sein friedfertiges Wesen jedoch nicht – Schwamm drüber. Wenn überhaupt, mäkeln wir an Besonderheiten im Fahrbetrieb herum.

Messwerte

Messwerte
Beschleunigung
0–50 km/h 
2,0 s 
2,3 s 
1,9 s 
2,6 s 
0–100 km/h 
5,2 s 
5,9 s 
4,9 s 
6,3 s 
0–130 km/h 
8,5 s 
9,4 s 
8,3 s 
9,8 s 
0–160 km/h 
13,6 s 
nicht messbar 
15,6 s 
15,1 s 
Zwischenspurt
60–100 km/h 
2,7 s 
3,1 s 
2,5 s 
3,2 s 
80–120 km/h 
3,7 s 
4,0 s 
3,4 s 
4,0 s 
Leergewicht/Zuladung 
2132/428 kg 
2107/473 kg 
1976/397 kg 
2218/532 kg 
Gewichtsverteilung v./h. 
50/50 % 
50/50 % 
48/52 % 
50/50 % 
Wendekreis links/rechts 
12,5/12,5 m 
11,4/11,5 m 
11,4/11,6 m 
11,5/11,5 m 
Sitzhöhe 
650 mm 
650 mm 
670 mm 
640 mm 
Bremsweg
aus 100 km/h kalt 
34,7 m 
35,8 m 
35,6 m 
36,7 m 
aus 100 km/h warm 
34,9 m 
35,9 m 
35,4 m 
35,1 m 
Innengeräusch
bei 50 km/h 
56 dB(A) 
57 dB(A) 
56 dB(A) 
56 dB(A) 
bei 100 km/h 
63 dB(A) 
64 dB(A) 
64 dB(A) 
62 dB(A) 
bei 130 km/h 
67 dB(A) 
68 dB(A) 
67 dB(A) 
67 dB(A) 
Verbrauch
Sparverbrauch 
19,8 kWh/100 km 
21,0 kWh/100 km 
20,0 kWh/100 km 
20,7 kWh/100 km 
Testverbrauch 
29,5 kWh/100 km 
28,9 kWh/100 km 
28,4 kWh/100 km 
30,1 kWh/100 km 
inklusive Ladeverlusten; wird gewertet (Abweichung zur WLTP-Angabe) 
(+54,5 %) 
(+55,4 %) 
(+35,9 %) 
(+76,0 %) 
Sportverbrauch 
34,8 kWh/100 km 
29,4 kWh/100 km 
30,0 kWh/100 km 
33,1 kWh/100 km 
CO2 (lokal) 
0 g/km 
0 g/km 
0 g/km 
0 g/km 
Reichweite 
300 km 
268 km 
292 km 
305 km 
So müssen Passagiere auf unebenen Straßen die typischen Aufbaubewegungen besonders hoher SUV "mitnehmen", die Polsterung der Vordersitze ist trotz toller Konturierung ungewöhnlich prall geraten, und bereits bei 160 km/h Geschwindigkeit regelt Mercedes die B-Klasse ab – da rennt ja heutzutage jeder Twingo schneller. 
Mercedes EQB 350 4Matic
Fehlerfrei: Dem Mercedes lässt sich kaum etwas ankreiden. Die Höchstgeschwindigkeit fällt mit 160 km/h allerdings dürftig aus.
Bild: Tom Salt
Und klar: Der Mercedes ist enger geschnitten als die größeren Konkurrenten – allen voran der Hyundai mit seinen drei Meter Radstand. Wie sich der Neuling MG Marvel R Performance in diesem Vergleich schlägt, erfahren Sie in der Bildergalerie.

Bildergalerie

Hyundai Ioniq 5 77,4 kWh AWD Mercedes EQB 350 4Matic MG Marvel R Performance Skoda Enyaq RS iV
Hyundai Ioniq 5 77,4 kWh AWD
Skoda Enyaq RS iV
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Vier Elektro-SUV im Test

Fazit

von

AUTO BILD
Der neue MG Marvel funktioniert als E-Auto sehr gut, wirkt ordentlich gemacht. Bei Fahrassistenz und Multimedia hakt es noch. Der Skoda macht es über schlaue Technik, der Hyundai über funktionales Können. Verbindlicher und komfortabler als bei Mercedes geht es nicht. Zählen wir zusammen, heißt das beste Angebot Ioniq 5.