Hyundai Santa Fe Hybrid, Hyundai Ioniq 9: Kaufberatung
Benzin oder Batterie – mit welchem großen Hyundai fährt man besser?

Wo fahren Familien im Alltag besser: im elektrischen Ioniq 9 oder im konventionell angetriebenen Santa Fe? Die AUTO BILD-Kaufberatung gibt die Antwort.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Früher machte man auf dicke Hose, heute heißt das flexen – beides meint den Hang zum Prahlen. Dem folgen seit Sommer 2025 auch die fünfte Auflage des Hyundai Santa Fe und sein neuer elektrischer Kompagnon Ioniq 9 – was hinter dem stattlichen Format und der markanten Optik steckt, klären wir in der Kaufberatung.
Zwei große Hyundai im Kostenvergleich
Der Santa Fe trifft als 239 PS starker Vollhybrid auf den Ioniq 9 mit strammen 428 Elektro-PS, beide als Allradler – anders waren die Korea-Kolosse nicht verfügbar.
Ioniq 9 bietet noch mehr Platz
Der Santa Fe ist gegenüber seinem Vorgänger zwar ordentlich gewachsen, tritt im Vergleich zum Ioniq 9 aber fast bescheiden auf. Mit 5,06 Meter Länge überragt der Stromer seinen Benziner-Bruder um 23 Zentimeter, macht sich zudem acht Zentimeter breiter und ragt sieben Zentimeter höher auf. Weil gleichzeitig auch der Radstand mit 3,13 zu 2,82 Metern klar für den Elektriker spricht, sitzen die Gäste der zweiten und dritten Reihe im Ioniq 9 noch luftiger.


Ioniq 9 und Santa Fe bedienen sich recht kantiger Formen, was einen stattlichen Auftritt bringt. Im Detail ist der Elektriker aber etwas runder als der Hybrid.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Und doch lässt sich auch im Santa Fe zu siebt noch auf Reisen gehen – wobei die kurzen, flach montierten Sitzflächen ganz hinten im Santa Fe für die Unterbringung von Kindern sprechen. Beim Kofferraum schluckt der Ioniq 9, der immer mit drei Sitzreihen vorfährt, bis zu 2,5 Kubikmeter; der Santa Fe, bei dem die letzte Sitzreihe 1200 Euro extra kostet, schluckt 545 Liter weniger. Und auch bei der Anhängelast liegt er mit 2,0 zu 2,5 Tonnen hinten.
Kaum Unterschiede beim Infotainment
Beim Multimedia nähern sich die beiden Koreaner dann wieder deutlich an. Beide fassen die Digitalinstrumente mit dem zentralen Touchbildschirm (jeweils 12,3 Zoll) zu einem Display zusammen.


Hochwertige Arbeitsplätze: Zwischen dem Ioniq 9 (links) und dem Santa Fe (rechts) gibt es beim Cockpit-Design kaum Unterschiede.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Kabelloses Koppeln und Laden von Handys gehört ebenso zum Serienumfang wie ein Navigationssystem und zahlreiche, ordentlich arbeitende Sicherheitsassistenten. Auch die umschaltbare manuelle Bedienleiste unterhalb des mittigen Monitors findet sich in beiden Autos.
In Fahrt überzeugt der Stromer mehr
Bei den Fahrleistungen geht die Sache aufgrund der Leistungsdifferenz sehr eindeutig zugunsten des Stromers aus. Er beschleunigt schneller, wirkt spritziger, schafft 200 km/h Spitze und bleibt akustisch stets gelassen. Der Hybrid muss sich da schon mehr mühen, klingt beim Ausdrehen auch mal angestrengt-knurrig und braucht bis zur Höchstgeschwindigkeit von 196 km/h dann ein bisschen Anlauf.

Das Foto täuscht: Sowohl im Sprint als auch bei der Höchstgeschwindigkeit liegt der Ioniq 9 vorne. Der Santa Fe gefällt dafür mit Sparsamkeit und Reichweite.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Dafür geizt er vorbildlich mit dem Sprit, liegt im Testmix fast auf WLTP-Wert und schafft so 930 Kilometer am Stück. Trotz milder 11 Grad Celsius benötigte der Ioniq 9 knapp 30 kWh für 100 Kilometer – nur seinem riesigen 110-kWh-Akku und starker Rekuperationsleistung (bis zum Stillstand) verdankt er eine noch ordentliche Reichweite von 433 Kilometern. Tröstlich: Dank 800-Volt-Technik geht Nachladen mit bis zu 233 kW (AC: 11 kW).
Fahrzeugdaten
Modell | Hyundai Ioniq 9 Performance | Hyundai Santa Fe Hybrid AWD |
|---|---|---|
Elektro | Benziner | |
Motor | zwei Elektromotoren | Vierzylinder, Turbo, Hybrid |
Leistung/Systemleistung | 315 kW (428 PS) | 176 kW (239 PS) |
Drehmoment | 700 Nm | 265/250 Nm (Verbrenner/E-Maschine) |
0-100 km/h | 5,2 s | 9,2 s |
Vmax | 200 km/h | 196 km/h |
Antrieb/Getriebe | Allrad/Einganggetriebe | Allrad/Sechsstufen-Automatik |
Verbrauch • Reichweite WLTP | 20,6 kWh/100 km • 600 km | 7,1 l S/100 km • k.A. |
Testverbrauch • Reichweite | 29,2 kWh/100 km • 433 km | 7,2 l S/100 km • 930 km |
Batteriekapazität/Tank | 110 kWh | 67 l |
Länge/Breite/Höhe | 5060/1980/1790 mm | 4830/1900/1720 mm |
Radstand | 3130 mm | 2815 mm |
Kofferraum | 338/908-2494 l | 628-1949 l |
Leergewicht/Zuladung | 2719/601 kg | 2039/631 kg |
Anhänge-/Stützlast | 2500/125 kg | 2000/100 kg |
Typklassen (HPF/TK/VK) | 21/28/29 | 21/28/31 |
Grundpreis | 88.100 Euro | 66.450 Euro |
Kraftstoff-/Stromkosten (60.000 km)* | 7708,80 Euro | 8640,00 Euro |
Wartung (4 Jahre) | 450,00 Euro | 1370,00 Euro |
Steuer (4 Jahre) | 0,00 Euro | 744,00 Euro |
Versicherung (HPF/VK 4 Jahre) | 13.318,68 Euro | 15.878,36 Euro |
Wertverlust (4 Jahre; 60.000km)** | 45.600,56 Euro | 28.600,08 Euro |
Gesamt | 67.078,04 Euro | 55.232,44 Euro |
Euro pro Kilometer | 1,12 Euro | 0,92 Euro |
Beim Federungskomfort kann der Stromer dann wieder punkten. Er bügelt angenehm unaufgeregt auch über wellige Pisten, lässt seine Gäste nur wenig von Asphaltverwerfungen spüren. Das gilt im Prinzip auch für den Santa Fe, der weich wogend antritt, aber auf kurzen Absätzen schon mal stolpert.
Hybrid mit großem Kostenvorteil
Den starken Stromer gibt es nur als Uniq mit Vollausstattung, was dann 88.100 Euro macht. Beim Hybrid mit Allrad und dritter Sitzreihe muss es die Top-Ausstattung Blackline sein, trotzdem stehen "nur" 66.450 Euro an. Zusammen mit der besseren Restwertprognose (Verlust nach 4 Jahren/60.000 km 43 Prozent; Ioniq: 52 Prozent) sichert er sich so 20 Cent Vorsprung bei den Kilometerkosten. Allerdings bietet der Stromer mehr Auto und mehr Komfort, ist damit ein klarer Fall für günstige Leasingangebote.
Service-Links
- Kfz-Versicherung
- Leasing-Tipps
- THG-Quote: So funktionierts
- THG-Quoten-Vergleich
- E-Auto oder Verbrenner?



























