Kaufberatung Hyundai Sante Fe

Hyundai Sante Fe: Kaufberatung

Sanfter Riese

Seit der Einstellung des ix55 im Jahr 2011 beansprucht der Santa Fe in seiner nunmehr vierten Generation die Position als Top-Modell bei Hyundai. Ob er diesem Anspruch gerecht wird, klärt unsere Kaufberatung.
Platziert ein Hersteller ein Modell als neues "Top-Modell", steigen die Ansprüche an dieses Fahrzeug um ein Vielfaches. Der springende Punkt: Früher oder später sollten all die Highlights, in welcher Form auch immer, an die anderen Modelle des Konzerns weitergereicht werden. Ist es gerade bei uns Deutschen traditionell die S-Klasse bei Mercedes, der 7er bei BMW oder der A8 bei Audi, positionieren die Verantwortlichen bei Hyundai den Santa Fe als ihre Speerspitze. Und so werfen wir einen ganz genauen Blick auf Generation Nummer vier, die seit 2018 bei den Händlern steht und weit hinter dem Skoda Kodiaq liegt.

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Mehr Spielraum bei der Konfiguration wäre wünschenswert

Das Head-up-Display (ab Style) lässt sich selbst bei starker Sonneneinstrahlung noch gut ablesen.

Wir schauen uns zuerst die Linien des Santa Fe an. Zur Auswahl stehen Select, Trend, Style und Premium. Um Ihnen gleich bei der Entscheidungsfindung zu helfen: Tendieren Sie eher zu den beiden höchsten Linien (ab 42.800 Euro), die bringen am Ende das meiste fürs Geld. Kein Bedarf? Kein Problem, auch die beiden Einsteiger-Linien bieten bereits eine solide Ausstattung. Assistenzseitig sind ein Adaptivtempomat sowie ein aktiver Spurhalte- und Notbremsassistent verbaut. Einen Querverkehrswarner mit Bremseingriff oder den überaus hilfreichen Totwinkelassistent mit Monitoranzeige im digitalen Kombiinstrument bietet Hyundai nur bei Style und Premium. Das System, das zum ersten Mal beim Nexo, Hyundais Brennstoffzellen-Auto, vorgestellt wurde, liefert ein Kamerabild unmittelbar ins Sichtfeld des Fahrers. Kostenpunkt für das Assistenz-Paket, das noch das Head-up-Display mitbringt: 2400 Euro für den Fünf- und 1700 Euro für den Siebensitzer. Gerade bei derart hilfreichen Systemen dürften die Südkoreaner mehr Spielraum bei der Konfiguration lassen. Zweites Beispiel: die angesichts der Fahrzeuggröße sehr nützliche 360-Grad-Kamera – ausschließlich im oben erwähnten Paket und für Modelle mit Automatikgetriebe zu bekommen. Bereits ab Trend erhältlich und sehr zu empfehlen: die 1070 Euro teuren LED-Scheinwerfer mit guter Lichtausbeute und gut funktionierendem Fernlichtassistenten. Die anderen Pakete lassen wir an dieser Stelle bewusst außen vor, da sie rein auf Komfortsteigerung abzielen.
Überblick: Alles zum Hyundai Sante Fe

Der Innenraum ist einwandfrei verarbeitet

Zum größten Teil detailverliebt – ab Style und Premium – zeigt sich Hyundai im Interieur des Santa Fe. Kunstleder auf dem Armaturenträger sowie in den Türarmlehen und in der Mittelkonsole steigern den Premium-Eindruck. Fraglich dagegen, warum die Finger in den Türtafeln rund um den Türgriff auf Hartplastik treffen. Das wirkt alles andere als stimmig. Abgesehen vom zusätzlich groben, aber verschmerzbaren Plastik im unteren Bereich des Armaturenträgers, präsentiert Hyundai einen sehr hochwertigen und einwandfrei verarbeiteten Innenraum. Tasten und Schalter geben allesamt gutes Feedback, die Auflösung aller Displays ist gestochen scharf. Die volldigitalen Instrumente mit Sieben-Zoll-Monitor finden Sie ab den Linien Style und Premium serienmäßig, bei Select und Trend sind es klassisch analoge, die Option auf die volldigitalen besteht nicht. Beim Infotainment hält es Hyundai klassisch asiatisch, heißt: alles in einem Paket. 1830 Euro bei Trend, darüber hinaus Serie, kommt das System mit Navi, acht Zoll großem Touchdisplay mit acht Kurzwahltasten und zwei Drehdrückstellern – hervorragend. Dazu gibt es Apple CarPlay, Android Auto und ein klanglich überzeugendes Audiosystem mit zehn Lautsprechern und Subwoofer von Krell aus den USA.

Die verstellbare Rückbank schafft Platz in Reihe drei

Mit umgeklappten Sitzen ergibt sich ein nahezu flacher Ladeboden. Das maximale Ladevolumen liegt bei 1695 Liter, 1625 beim Siebensitzer.

Großes Lob verdient der Santa Fe für seine bequemen Sitze, die, Sie lesen es nicht zum ersten Mal, ab Style und Premium mit feinem Leder und Steppung im Schulterbereich aufwarten. Sitzheizung vorn gibt es ab Trend, in beiden Reihen in den darauffolgenden Linien. Sitzlüftung steht bei Premium serienmäßig in der Liste, bei Style sind sie Teil des Komfort-Pakets (1450 Euro), das wir in jedem Fall empfehlen. Einmal beim Komfort: das Platzangebot. Vorn gibt es ohnehin keinen Grund zur Beanstandung, und in Reihe zwei bleibt, selbst mit einem auf Zwei-Meter-Körpergröße eingestellten Sitz, noch mehr als ausreichend Raum. Hilfreich zeigt sich ebenfalls die verschiebbare und in der Neigung verstellbare Rückbank, um größeren Personen in der dritten Sitzreihe etwas mehr Platz zu schaffen. Hier finden es auf Dauer maximal Kinder adäquat komfortabel, der Einstieg ist, wie bei allen Siebensitzern dieses Formats, nicht ganz einfach. Dafür passt die Größe des Fensters, damit kein höhlenartiges Raumgefühl aufkommt. Mitgedacht: Erkennt der Wagen von hinten sich nähernden Verkehr, blockiert der Ausstiegsassistent – erneut nur bei Style, hier sogar nur beim 7-Sitzer, und Premium – die Tür, sodass Kinder nicht einfach aussteigen können. Brauchen Sie die beiden Sitze nicht, lassen sich diese mit einem kurzen Zug an der Schlaufe – hinten an jedem Sitz – vom Kofferraum aus ganz leicht versenken. Zur Info: Das maximale Volumen sinkt von 1695 auf 1625 Liter. Pluspunkt für beide Varianten: Ganz vorn befindet sich ein Fach, das nicht nur Kleinkram, sondern auch das Gepäckrollo passgenau aufnimmt. Der Fünfsitzer bietet darüber hinaus ein zweites großes Fach unter dem Kofferraumboden. Echtes Manko beim Gepäckabteil: die sehr hohe Ladekante (78 cm), die sich mangels Luftfederung nicht verringern lässt.

Ein Artikel aus AUTO TEST

Nur mit großer Anstrengung bleibt der Verbrauch unter zehn Liter

Potenzial sehen wir beim Santa Fe in erster Linie bei den Antrieben. Den Einstieg bildet ein 2,4-Liter-Sauger ohne Turboaufladung, dafür mit Ottopartikelfilter und 185 PS. Angegeben mit kombinierten 9,3 Litern auf 100 Kilometern, mussten wir über die Testdauer von zwei Wochen feststellen, dass es schon enorme Anstrengung braucht, um unterhalb von zehn Litern zu bleiben. Wir empfehlen, sofern Sie den mindestens 1,7 Tonnen schweren 2.4 GDI präferieren, so vorausschauend wie möglich zu fahren, sonst stehen Sie selbst mit 71 Liter Tankvolumen häufig an der Zapfsäule. Gekoppelt ist der Benziner immer an eine Sechsstufen-Wandlerautomatik, die uns im Test nicht richtig überzeugen konnte. Bei den Selbstzündern, zwei an der Zahl, sieht die Sache wieder etwas anders aus. Hier offerieren die Südkoreaner einen 2,0-Liter-Vierzylinder mit 150 und einen 2,2-Liter-R4 mit 200 PS. Ersterer kommt ausschließlich mit Sechsgang-Handschaltung und Vorderradantrieb, während der stärkere die Option auf die Handschaltung, eine von Hyundai neu entwickelte Achtstufen-Wandlerautomatik sowie Allradantrieb besitzt.

Geräuschdämmung und Fahrverhalten haben sich verbessert

Die Doppelverglasung für eine bessere Geräuschdämmung im Innenraum kommt bereits ab Select.

Großes Kino: die Dämmung. Hyundai hat sich hörbar Mühe gegeben, Motor- und andere Geräusche von den Insassen abzuschirmen. Spezielle Air Curtains an der Frontschürze lenken die Luft laut Hyundai um die Vorderräder, sollen so die Akustik maßgeblich verbessern. Dazu kommt zusätzliches Dämmmaterial an Motor, Bodengruppe, Türen und Heckpartie zum Einsatz. Die Bemühungen haben sich gelohnt, so viel können wir sagen. Was das Fahrwerk betrifft, lässt der Santa Fe einige Punkte liegen, stolpert mit seinen 19-Zoll-Rädern in der Stadt recht unsanft über Querfugen und Gullydeckel, hier hätten wir mehr erwartet. Die Linien Select und Trend kommen stets mit 17-Zoll-Bereifung, Linie Trend mit 18 Zoll. Fragen Sie beim Händler, wenn Sie für Premium unterschreiben wollen, ob er bei den Alus und Reifen eine Nummer kleiner im Lager hat, das schont Geldbeutel sowie Kreuz und steigert den Alltagskomfort. Positiv auf der anderen Seite zeigt sich der Hyundai beim Fahrverhalten. Er wirkt nicht, wie frühere Modelle, nervös, sondern lebendig, punktet dazu mit gutem Geradeauslauf und leichtgängiger, aber trotzdem noch ausreichend präziser Lenkung. Wer sich mit dem SUV auch abseits befestigter Straßen bewegen will, den unterstützt der HTRAC genannte Allradantrieb. Die Hinterräder helfen erst dann, wenn die vorderen durchdrehen. In Verbindung mit der Wandlerautomatik, die gut dosiert kriecht, geht es ohne große Probleme bergauf.

Kaufberatung Hyundai Sante Fe

Hyundai Santa FeHyundai Santa FeHyundai Santa Fe

Modellpalette
2.4 GDI 4WD 2.0 CRDi 2.2 CRDi 2.2 CRDi 4WD 1)
Motor / Hubraum R4 / 2359 cm3 R4-Turbo / 1995 cm3 R4-Turbo / 2199 cm3 R4-Turbo / 2199 cm3
Getriebe (man. | autom.) – | 6-St.-Wandlerautomatik 6-Gang m. | - - | 8-St.-Wandlerautomatik 6-Gang m. | 8-St.-Wandlerautomat
kW (PS) bei 1/min 136 (185) / 6000 110 (150) / 4000 147 (200) / 3800 147 (200) / 3800
Nm bei 1/min 241 / 4000 400 / 1750-2500 440 / 1750-2750 440 / 1450-2750
Höchstgeschwindigkeit 195 km/h 190 km/h 205 km/h 205 km/h
0–100 km/h 10,4 s 10,3 s 9,3 s 9,5 / 9,4 s
Verbrauch (Mix) 9,3 l S 5,7 l D 6,0 l D 6,0 / 6,3 l D
Abgas CO2 • Norm 228 g/km • 6d-Temp 174 g/km • 6d-Temp 182 g/km • 6d-Temp 182 / 193 g/km • 6d-Temp
OPF • SCR-Kat.2) / AdBlue-Tankgröße ja • - - • ja, 18 Liter AdBlue - • ja, 18 Liter AdBlue - • ja, 18 Liter AdBlue
Grundpreis 3) 35.600 | 45.300 Euro 35.200 | 44.900 Euro 42.150 | 48.500 Euro 46.000 | 48.100 Euro
Fazit Der mangelnde Turbo fällt vor allem beim Beschleunigen mächtig auf, es dauert gefühlt ewig, dazu kommt ein relativ hoher Verbrauch. Einer von zwei verfügbaren Handschaltern. Die Laufruhe passt, nur beim Ausdrehen bemerkbar, dazu ein sparsamer Verbrauch. Durchzugsstarkes Aggregat mit ausreichend Drehmoment und gut abgestimmter Achtstufen-Wandlerautomatik sowie sparsamen Verbrauch. Gleicher Motor, etwas höherer Verbrauch aufgrund des Allradantriebs. Tipp: Wählen Sie den Handschalter für die maximale Anhängelast von 2,5 t.
Öktrend-Wertung 4+ 3- 4+ 4
1) Unterschiedliche Werte gelten für 6-Gang-Handschaltung und 8-Stufen-Wandlerautomatik; 2) SCR = Selective Catalytic Reduction: Stickoxide (NOX) werden in Stickstoff (N2) und Wasser (H2O) umgewandelt; 3) 5-Sitzer | 7-Sitzer

Stichworte:

Mittelklasse-SUV

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