Einfach mal im Duden nachschlagen – meist hilfreich, manchmal aber auch verwirrend. Wer etwa nach "Jeep" sucht, findet dazu als allgemeine Bedeutung: "... kleineres, meist offenes, geländegängiges Fahrzeug mit starkem Motor und Allradantrieb".

Fahrzeugempfehlung

Jeep Compass

Jeep

Compass 1.2 Hybrid

2,3
gut
  • Pro Iconvernünftiges Platzangebot
  • Pro Iconverhältnismäßig sparsam
  • Contra Iconeingeschränkter Komfort
  • Contra Iconteurer Unterhalt
Was einen recht alten und recht militärischen Gattungsbegriff meint und nicht den Markennamen. Was der Jeep Compass mit 1,2-Liter-Dreizylinder und Frontantrieb zwischen Alltag und Abenteuer also tatsächlich draufhat, verrät nur unser Test.

Optisch ganz klar ein Jeep

Optisch fährt beim Compass viel Jeepness mit. Markanter Seven-Slot-Kühlergrill, trapezförmige Radhäuser mit rustikalem Rempelschutz, kantige Karosserie – sieht schon verdammt nach Jeep aus.
Jeep Compass 1.2 Hybrid 48V
Familiengesicht: Der Compass trägt den typischen Jeep-Kühlergrill. Technisch ist er ein Bruder von Peugeot 3008 und Opel Grandland.
Bild: Thomas Starck / AUTO BILD
Technisch teilt sich der Compass die STLA-Medium-Plattform mit den Stellantis-Stiefgeschwistern Opel Grandland oder Peugeot 3008, gebaut wird er im ehemaligen Fiat-Werk Melfi.

Luftiges Raumgefühl auf allen Plätzen

Mit immerhin 4,55 Meter Außenlänge wildert der Jeep im beliebten und belebten Revier von Tiguan & Co. Vorn und hinten bietet der Compass ein durchaus luftiges Raumgefühl und ausreichend Platz auch für lange Beine.
Jeep Compass 1.2 Hybrid 48V
Erwachsenentauglich: Im Fond bietet der Compass auch großen Passagieren ausreichend Platz. Das Raumgefühl ist luftig.
Bild: Thomas Starck / AUTO BILD
Hier macht sich der mit 2,80 Metern üppige Radstand bemerkbar, im Tiguan stehen die Achsen nur 2,68 Meter auseinander. Weil aber auch Jeep nicht zaubern kann, fehlen beim Kofferraum rund 100 Liter auf den Wolfsburger Bestseller.

Ganz knisterfrei ist der Compass nicht

Das ordentlich verarbeitete, auf Kopfsteinpflaster aber nicht ganz knisterfreie Cockpit zeigt modernen Digi-Style. Das 10,25 Zoll große Fahrerdisplay wird von einem 16-Zoll-Touchscreen ergänzt. Während Ersterer Infos bis hin zur (kleinen) Navi-Karte bereithält, erfolgt die Bedienung im Wesentlichen und nicht ganz ablenkungsfrei über den Berührbildschirm. Audio, Klima und Sitzheizung lassen sich zusätzlich per Sprachbefehl (”Hey, Jeep”) steuern.
Jeep Compass 1.2 Hybrid 48V
Das Cockpit folgt aktueller Digital-Mode, der 7-Slot-Grill in der unteren Lenkradspeiche erinnert an den ersten zivilen Jeep von 1945.
Bild: Thomas Starck / AUTO BILD
Im Compass fährt nicht nur eine gute Komfortausstattung, sondern auch eine starke Sicherheits-Crew mit (u. a. LED-Scheinwerfer, adaptiver Geschwindigkeitsregler, autonomes Fahren Level 2). Einige Systeme stecken aber ausschließlich im Sicherheits-Paket für 1790 Euro (Head-up-Display, vorausschauender Tempomat, teilautomatisches Spurwechselsystem, Ausparkassistent, aktiver Toter-Winkel-Warner).

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Einbaulage
vorn quer
Ventile/Nockenwellen
4 pro Zylinder/2
Nockenwellenantrieb
Kette
Hubraum
1199 cm³
Systemleistung
106 kW (145 PS)
Drehmoment E-Motor/Ottomotor
155/230 Nm
Vmax
188 km/h
Getriebe
Sechsgang-Doppelkupplung
Antrieb
Vorderradantrieb
Bremsen vorn/hinten
Scheiben/Scheiben
Testwagenbereifung
225/60 R 18 V
Reifentyp
Michelin e.Primacy
Radgröße
7,5 x 18"
Abgas CO2
127 g/km
Verbrauch*
5,6 l/100 km
Tankinhalt
55 l
Kraftstoffsorte
Super
Partikelfilter
Serie
Vorbeifahrgeräusch
67 dB(A)
Anhängelast gebr./ungebr.
1150/600 kg
Stützlast
80 kg
Kofferraumvolumen
550–1561 l
Länge/Breite/Höhe
4552/1904–2115**/1562 mm
Radstand
2795 mm
Grundpreis
39.900 Euro
Testwagenpreis (wird gewertet)
48.270 Euro
Manchmal arbeiten die Kollegen tatsächlich etwas verschlafen, werden Kreisverkehre oder scharfe Kurven nicht zuverlässig erkannt. Hier lässt sich aber zumindest die Software dank Over-the-Air-Updates unkompliziert auffrischen.

Mildhybrid lässt es zurückhaltend angehen

Antriebsseitig fährt der Mildhybrid eher einen zurückhaltenden Kurs. Der Dreizylinder-Turbo schickt 136 PS an die Vorderräder, ein ins Doppelkupplungsgetriebe integrierter E-Motor steuert beim Anfahren, Rangieren oder Boosten weitere 28 PS dazu. So lässt sich auch segeln und Energie im kleinen 0,9-kWh-Akku zurückgewinnen.
Jeep Compass 1.2 Hybrid 48V
Reißt keine Bäume aus: Die 145 PS starke Antriebskombi aus Verbrenner und Elektromotor bringt den Compass in 10,2 Sekunden auf 100 km/h.
Bild: Thomas Starck / AUTO BILD
Jeep nennt 145 PS Systemleistung, die für eher beschauliche 188 km/h Spitze reichen sollen und im Test 10,2 Sekunden von null auf 100 km/h erlaubten, bis Tempo 160 aber schon fast eine halbe Minute benötigten (29,1 s).

Messwerte

Messwerte
Beschleunigung
0–50 km/h
3,6 s
0–100 km/h
10,2 s
0–130 km/h
16,9 s
0–160 km/h
29,1 s
Zwischenspurt
60–100 km/h
5,6 s
80–120 km/h
7,3 s
Leergewicht/Zuladung
1671/469 kg
Gewichtsverteilung v./h.
59/41 %
Wendekreis links/rechts
11,4/11,4 m
Sitzhöhe
710 mm
Bremsweg
aus 100 km/h kalt
34,4 m
aus 100 km/h warm
34,5 m
Innengeräusch
bei 50 km/h
58 dB(A)
bei 100 km/h
65 dB(A)
bei 130 km/h
69 dB(A)
Verbrauch
Sparverbrauch
4,8 l S/100 km
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde
(Abweichung zur WLTP-Angabe)
6,4 l S/100 km 
(+14 %)
Sportverbrauch
8,4 l S/100 km
CO2 (Testverbrauch)
152 g/km
Reichweite (Testverbrauch)
859 km
Dabei klingt der 1,2er mitunter recht angestrengt und empfiehlt auf der Autobahn eindeutig, sich an die Richtgeschwindigkeit zu halten. Auch ohne diese Sparmaßnahme bleibt der Compass aber genügsam, im Test rauschten 6,4 l/100 km durch die Einspritzdüsen, Sparfüchse kommen ganz locker unter fünf Liter.

Fahrdynamik ist dem Compass fremd

An der soliden Bremsleistung (34,5 m aus 100 km/h) und dem braven Fahrverhalten mit unkritischer Tendenz zum Untersteuern gibt es wenig zu bemängeln. Fahrdynamik bleibt dem Compass auch wegen der leichtgängigen, wenig Rückmeldung liefernden Lenkung allerdings weitgehend fremd.
Jeep Compass 1.2 Hybrid 48V
Eher unsportlich: Die leichtgängige, rückmeldungsarme Lenkung animiert nicht wirklich zum Kurvenräubern.
Bild: Thomas Starck / AUTO BILD
Die Federung gehört eher zur unausgewogenen Sorte. Kleine Schäden im Asphalt werden anständig gefiltert, grobe Fahrbahnfehler stoßen unangenehm auf.

Wertung Jeep Compass 1.2 Hybrid 48V

Wertung Jeep Compass 1.2 Hybrid 48V
Karosserie
Ordentliches Raumangebot, routinierte Verarbeitung, Variabilität und Anhängelast (1150 kg) gering.
3,5 / 5
Antrieb
Geringe Kraftreserven, Dreizylinder läuft rau, ordentlicher Doppelkuppler, Verbrauch im Rahmen.
3,5 / 5
Fahrdynamik
Braves, sicheres Fahrverhalten, wenig dynamisch, großer Wendekreis (11,4 m), gute Bremsen (34,5 m).
3,5 / 5
Connected Car
Navi mit Live Service, Apple CarPlay/Android Auto kabellos. Sprachsteuerung nicht perfekt.
3,5 / 5
Umwelt
Für einen Dreizylinder schon recht schwer, einfache Mildhybrid-Technik, kann sparsam.
2,5 / 5
Komfort
Sitze mit ausreichendem Komfort, gute Ausstattung, Federung eher unharmonisch.
3,5 / 5
Kosten
Nicht günstig, Restwert unterdurchschnittlich, Versicherung und Wartung teuer, drei Jahre Garantie.
3 / 5
AUTO BILD-Testnote
2,3

Preisliste beginnt bei 39.900 Euro

Einstieg in den Compass ab 39.900 Euro, Testwagen 48.270 Euro – da sehnt mancher einen staatlichen Zuschuss für Verbrenner herbei. Auch Versicherung, Wartung und Wertverlust liegen recht hoch, nur die Garantie von immerhin drei Jahren und der moderate Verbrauch trösten ein wenig.
Jeep Compass 1.2 Hybrid 48V
Für den Compass 1.2 Hybrid 48V verlangt Jeep mindestens 39.900 Euro. Unser Testwagen kostete am Ende stolze 48.270 Euro.
Bild: Thomas Starck / AUTO BILD
Wer jetzt ans Leasen denkt, bitte: Jeep verlangt für die Basis 299 Euro im Monat, ohne Anzahlung! Passt – egal, was der Duden sagt.

Bildergalerie

Jeep Compass 1.2 Hybrid 48V
Jeep Compass 1.2 Hybrid 48V
Jeep Compass 1.2 Hybrid 48V
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Jeep Compass 1.2 Hybrid 48V im Test

Fazit

von AUTO BILD
Echte Fans der Marke Jeep werden den Allrad vermissen, alle anderen freuen sich an der markanten Optik, dem guten Platzangebot und den erträglichen Verbräuchen. Ansonsten bietet der Compass viel Stellantis-Standard – und ist dafür eigentlich doch eine Spur zu teuer. AUTO BILD-Testnote: 2,3