Planverdeck, permanenter Allrad und das Abenteuer ständig im Visier. Die Assoziationen, die jeder von uns mit Jeep verknüpft, sitzen tief. Genauso ausgeprägt ist allerdings der Unterschied zur aktuellen Modellpalette. In Europa ist seit Jahren der Compass ein Bestseller im Programm. Ein Pragmatiker für die kleine Prise Abenteuer nach Feierabend. Kompakt, modern und (meistens) mit Frontantrieb. Kombiniert wird das Ganze mit rustikaler Optik und unübersehbaren Markenemblemen. Das kommt an.

Die Front des Compass erhält eine bulligere Optik

Jeep Compass 1.3l GSE T4
Neue Optik: Die Modellpflege ist außen gut zu erkennen, innen gewinnen Qualität und Bedienbarkeit.
Nach fünf Jahren Bauzeit gibt es für den mittlerweile im italienischen Melfi vom Band laufenden Compass eine Modellpflege. Äußerlich gut zu erkennen an der bulligeren Front mit integrierten Tagfahrlichtern, innen vor allem am neuen, bis zu 10,1 Zoll großen Zentraldisplay. Es rutschte höher als beim Vorgänger, hat einen fünfmal so schnellen Rechner und bietet mit dem UConnect-5-System jetzt auch kabellos Apple CarPlay und Android Auto. In Kombination mit dem neuen digitalen Instrumentendisplay soll so die Bedienung deutlich erleichtert werden. Ein guter Ansatz. Vorher war schon die Suche nach der Sitzheizung ein kleines Abenteuer. Ebenfalls zugelegt hat die Verarbeitung. Was bleibt, ist die etwas unharmonische Motorenpalette.

Mit der Automatik kann der 1,3-Liter nicht mehr überzeugen

Jeep Compass 1.3l GSE T4
Schade: In Kombination mit dem etwas eigenwilligen DSG verliert der an sich überzeugende 1,3-Liter.
Wir sind den 150 PS starken 1.3l GSE T4 gefahren. Ein aufgeweckter Motor mit guten Manieren und ausreichend Reserven. Sein Problem: Es gibt ihn nur mit Automatik. Das DSG-Getriebe führt ein spannendes Eigenleben, hält den Motor unnötig lange auf hoher Drehzahl und fühlt sich an wie frühere automatisierte Schaltgetriebe. Besser klappt es manuell im 130 PS starken Einstiegsmodell. Das etwas knochige Schaltgefühl kennen wir vom Fiat 500X, mit dem sich der Compass die Bodengruppe und weite Teile der Technik teilt. Ebenfalls 130 PS liefert der einzige Diesel mit 1,6 Litern, zum Leiden der Fans ist für ihn keine Automatik vorgesehen. Ausschließlich mit Wandlerautomatik ausgerüstet sind dagegen die 180 und 240 PS starken Plug-in-Topmodelle.
Mit einem Grundpreis von 47.600 Euro markiert der Trailhawk das obere Ende der Preisliste. Mit 28.000 Euro noch ziemlich fair eingepreist ist das Basismodell als einfacher Sport. Gegenüber der neueren Konkurrenz bleiben dem Compass also einige Eigenheiten erhalten. Aber damit zeigt er ja nur, dass er ein echter Jeep ist. (Unterhaltskosten berechnen? Zum Kfz-Versicherungsvergleich)
Das Fazit: Hölzernes Fahrwerk, kippelige Lenkung, unharmonische Antriebe – verglichen mit dem Wettbewerb hinkt der Compass etwas hinterher. Daran ändert auch die Modellpflege nichts. Was ihm keiner nehmen kann, ist seine Eigenständigkeit.
Technische Daten Jeep Compass 1.3l GSE T4 • Motor: Vierzylinder, Turbo, vorn quer • Hubraum: 1332 cm³ • Leistung: 110 kW (150 PS) bei 5500/min • max. Drehmoment: 270 Nm bei 1560/min • Antrieb: Vorderrad, Sechsgang-Doppelkupplung • Länge/Breite/Höhe: 4404/1819/1629 mm • Leergewicht: 1505 kg • Kofferraum: 438-1387 l • 0–100 km/h: 9,2 s • Vmax: 199 km/h • Verbrauch: 6,4 l S/100 km • Abgas CO2: 151 g/km • Preis ab 33.000 Euro.

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Jeep Compass 1.3l GSE T4
Jeep Compass 1.3l GSE T4
Jeep Compass 1.3l GSE T4
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Fahrbericht Jeep Compass
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