Modellwechsel sind nötig. Denn Sicherheits-Techniken werden besser, Antriebsaggregate moderner, das Design passt sich dem Zeitgeschmack an. Manchmal liegen die Gründe aber wesentlich flacher: Ein Modellwechsel bringt das Auto wieder ins Gespräch, heizt also die Nachfrage an. Und da die Abwrackprämie garantiert mal ausläuft, gilt die nachfolgende Momentaufnahme auch für künftige Modellwechsel. Bis zum Ende dieses Jahres heißt es: Tschüs, alte Astra, Polo, E-Klassen, Scénic, 147 und C3. Sie haben ihr Leben gelebt, müssen den Nachfolgern weichen. Obwohl es mit ihnen oftmals wie mit gutem Wein ist: Mit den Jahren wird er immer besser. Heißt beim Auto: Die (zum Glück immer selteneren) Kinderkrankheiten sind kuriert, die Werkstätten kennen mögliche Fehlerquellen. Und wer es unauffällig mag: Das Auto gehört schon zum Straßenbild, keiner gafft ihm mehr nach.

In der Bildergalerie: Welches Modell ist zu empfehlen, wie hoch die Ersparnis?

VW Polo
Da geht noch mehr: Bei Grauimporteuren lassen sich oft noch bessere Preise erzielen als die hier ermittelten.
Bild: Christian Bittmann
AUTO BILD suchte diesmal bei Markenhändlern nach Altbeständen und stellte fest, dass viele Autohäuser vom derzeitigen Prämien-Boom überfordert sind. Telefone bimmeln und bimmeln, die Zentralen kommen nicht nach, Endlosschleifenmusik nervt im Minutentakt. Wer im Internet dann die Durchwahl eines Verkäufers findet, der klingelt lange ins Leere, selten hebt einer sofort ab. Doch die Goldgräberstimmung wird sicher bald vorbei sein. Die also recht mühsam ermittelten Prozente können hier nur als Richtwerte gelten. Je nach Modell und Händler gibt es unterschiedliches Entgegenkommen. Bei Grauimporteuren sind sicher noch bessere Preise zu erzielen, doch da muss dann die Ausstattung penibel verglichen werden, gibt es doch viele ländertypische Unterschiede.

Fazit

von

Diether Rodatz
Eigentlich bin ich kein Centfuchser, aber der Preisvergleich ist doch riesig interessant. Ganz ohne Abwrack-Prämie noch zweistellige Nachlässe zu bekommen, ist die eine gute Seite. Die andere: Dafür ein nagelneues Auto in der Garage stehen zu haben. Mit Garantie und natürlich ganz ohne Kinderkrankheiten, weil gereift und im Detail ständig verbessert mit den Jahren. Bleibt der Wertverlust: Der ist bei einem Auslaufmodell in den ersten Jahren natürlich höher. Aber langfristig nähern sich die Verlustkurven einander an. Wer seinen Wagen selbst bezahlen muss, der denkt in längeren Zeiträumen. Und wer weiß, vielleicht gibt es wieder mal ein Konjunktur-Programm?