Fahrbericht Kia Carnival (2021)

Kia Carnival (2021): Test, Van, V6-Motor, Preis

Endlich wieder Carnival: Unterwegs in Kias großem Familien-Van

In den USA heißt der Van von Kia nun wieder Carnival – so, wie wir ihn auch kannten. Inzwischen ist das Familienauto ein echter Luxus-Raumgleiter.
"Was ist das für eine Marke?", fragt mich mein Nachbar Joseph und zeigt auf das Logo auf der Motorhaube. Kia, antworte ich. Kenn ich, sagt Joseph, aber ... Ja, der Carnival ist das erste Modell der Koreaner mit dem neuen Firmen-Logo. Carnival? Kommt bekannt vor. So hieß bis 2011 auch bei uns der Großraum-Van von Kia. Dann wurde er ohne Nachfolger eingestellt, als der Trend hin zu kompakteren Modellen und zu SUVs ging. Nicht so in den USA, wo alles auf den Straßen ein, zwei Nummern größer ist und der Carnival als Minivan gilt. Und wo er wieder umbenannt wurde: von Sedona zurück zu Carnival MPV. (Wichtige Tipps für den Neuwagenkauf im Internet)

Auf 5,15 Metern bietet der neue Carnival richtig viel Platz

Reichlich Raum für Kind und Kegel: Im neuen Kia Carnival haben es alle Passagiere luftig und bequem.

©Kia Corporation

Multi Purpose Vehicle heißt frei übersetzt Mehrzweckauto. Und das trifft es sehr gut. Denn Carnival bedeutet Kinder, Krimskrams – und auch Komfort. Für Familien vorab wichtig: der Preis. Der Carnival startet bei 32.100 Dollar netto, ich habe die Top-Version SX Prestige für 46.100 Dollar – ebenfalls plus Steuern – getestet. Der erste Eindruck: wenn Kombi auf SUV trifft. Im Vergleich zum Vorgänger ist der Carnival länger, und auch der Radstand wurde für mehr Platz im Innenraum vergrößert. Das Design ist eher massentauglich, große Fenster (auch zwei im Dach) erfreuen die Kinder; der Fahrer hat eh reichlich Kameras und Radar zur Verfügung (auch schon in der Basisversion). Die beiden Einzelsitze in der zweiten Reihe lassen sich verschieben und verstauen, die dritte Sitzreihe ist unter einem Teppich versteckt. Zwei Bildschirme (ab mittlerer Ausstattungslinie) sorgen für Unterhaltung für alle, die nicht rausschauen wollen.

Bis zum stärkeren Gaspedaltritt hört man den V6 kaum

Gut gedämmt: Der V6 ist bei niedrigen Drehzahlen so leise, dass man sich in einem E-Auto wähnt.

©Kia Corporation

Acht USB-Anschlüsse, Android Auto und Apple CarPlay sind mittlerweile fast selbstverständlich. Die Materialanmutung, die Verarbeitungalles top! Die Ledersitze sind beheizbar und zu kühlen (nicht in der Basis), jeder Platz individuell zu klimatisieren – sehr wichtig bei deutlich über 30 Grad Außentemperatur. Also rein und Motor an. Motor läuft? Ja, der neue V6 ist angesprungen, was man aber zunächst fast nicht spürt. Hört und fühlt sich auch beim Losrollen noch eher nach Elektroauto an als nach Sechszylinder. Die Dämmung ist beeindruckend, darauf legen die Amis Wert. Auf den miesen Straßen New Yorks ist es gut, dass die Fahrwerksabstimmung auf weich bis sehr weich getrimmt ist. Der lange Van ist gut ausbalanciert. Als die Familiengondel Fahrt aufnimmt und der Gasfuß es darauf anlegt, meldet sich der V6 plötzlich deutlich zu Wort. Dann klingt der Carnival auf einmal gar nicht mehr so zurückhaltend. Die 3,5-Liter-Maschine macht aus dem Carnival keinen Sportwagen, der 2,1-Tonnen-Van ist mit seinen 290 PS aber alles andere als untermotorisiert.
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Vier Fahrmodi stehen zur Wahl. Im Stadtverkehr reicht Eco, dann sinkt der Verbrauch auch deutlich unter zehn Liter. Neben Normal und Sport gibt es auch Smart, bei dem der Carnival meinen Fahrstil auswertet und selbst einen Fahrmodus auswählt. Spürbar war dies für mich weder beim Fahren noch (leider) beim Verbrauch.

Zahlreiche Assistenzsysteme sind immer serienmäßig

Sehr sicher: Notbrems- und Spurhalteassistent sowie ein  beeindruckender Totwinkelwarner sind Serie.

©Kia Corporation

Dass Kia für das Modell keine Allradversion anbietet, erstaunt – und enttäuscht etwas. Die Achtstufenautomatik hingegen schaltet so zuverlässig und unauffällig durch die Fahrstufen, dass Papa (oder Mama) sich auf den Verkehr konzentrieren kann. Dabei hilft das Auto kräftig mit. Immer wieder beeindruckend ist Kias Totwinkelwarner: Beim Blinken erscheinen die Bilder der Kamera in den digitalen Rundinstrumenten. Viele der Assistenten, die Kia "Drive Wise Driver Assist Technology" nennt, gibt es schon in der Basisversion, so etwa Notbrems- oder Spurhalteassistent. Meine Top-Version hat zusätzlich Hilfen wie Autobahnassistent und Fahrraderkennung an Bord. Mein Nachbar Joseph fährt selbst einen Van, einen alten, verbeulten Dodge Grand Caravan. "Yours looks great", sagt er in breitem Südstaaten-Akzent, denn er kam vor ein paar Jahren in seinem Dodge aus Alabama nach New York. Darin hatte Joe alles, was er brauchte, um neu anzufangen. Vans sind halt Mehrzweckautos. (Unterhaltskosten berechnen? Zum Kfz-Versicherungsvergleich)
Das Fazit: So schick und bezahlbar (Leasing ab umgerechnet 260 Euro) kann Großraum-Van sein. Aber mit V6 und zehn Liter Verbrauch ist er schon jetzt eine aussterbende Art. Wann kommt Kias E-MPV? AUTO BILD-Urteil: 2-
Technische Daten Kia Carnival • Motor: V6, vorn quer • Hubraum: 3470 cm³ • Leistung: 213 kW (290 PS) bei 6400/min • max. Drehmoment: 355 Nm bei 5000/min • Antrieb: Frontantrieb, Achtstufenautomatik • Länge/Breite/Höhe: 5156/1994/1740 mm • Leergewicht: 2106 kg • Kofferraum: 1132 l • 0-100 km/h: 7,0 s • Vmax: 189 km/h • Verbrauch: 10,7 l/100 km • Abgas CO2: 248 g/km • Preis ab 32.100 US-Dollar (netto).

Fahrbericht Kia Carnival (2021)

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Fotos: Kia Corporation

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