Diese beiden Plug-in-Hybride bevölkern die gleiche SUV-Größenklasse: Kia Sportage und Suzuki Across strecken sich auf rund 4,60 Meter Länge, sind mit 1,9 Tonnen reichlich schwer geraten – und unterscheiden sich technisch fundamental.

Zwei Kompakt-SUV mit Plug-in-Hybrid im Test

#Getestete ProduktePreis
1.
Testsieger
Kia Sportage 1.6 T-GDI PHEV
Kia Sportage 1.6 T-GDI PHEV
UVP 45.290,00 EUR
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Suzuki Across 2.5 PHEV
Suzuki Across 2.5 PHEV
UVP 58.190,00 EUR
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Beim Kia Sportage, primär ein Fronttriebler, sitzt der E-Motor im Getriebegehäuse, also am gleichen Antriebsstrang wie der Turbobenziner. Eine SUV-übliche Lamellenkupplung schaltet den Hinterachsantrieb automatisch zu, sobald Schlupf an den Vorderrädern auftritt. Ganz konventionell.

Der Suzuki Across ist ein Toyota RAV4

Der Suzuki Across setzt auf satte 2,5 Liter Hubraum statt Turbo und nutzt zwei Elektromotoren: Einer sitzt am elektronisch gesteuerten Planetenradgetriebe, einem Toyota-Patent. Zum Allradler macht ihn schlicht ein zweiter E-Motor mit 54 PS an der Hinterachse. Ein mechanischer Allradantrieb existiert nicht, das hier ist "AWD by Wire".
Suzuki Across 2.5 PHEV
Der kommt Ihnen bekannt vor? Kein Wunder, beim Suzuki Across handelt es sich um einen Toyota RAV4 mit anderer Front.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD

Suzuki hat keine eigenen Plug-in-Hybride im Portfolio und deshalb kurzerhand den RAV4 umgeflaggt. Grob vereinfacht, handelt es sich beim Suzuki Across um einen RAV4 mit Notrad, mit freundlicherem Kühlergrill, mit Schaltpaddeln – und ohne Navi.

Navigation nur über Handy-App

Man muss die Navi-App des Mobiltelefons nutzen, die spiegelt sich auf einem größeren 10,5-Zoll-Touchscreen und kabellos, sofern es sich um ein Apple-Gerät handelt, auch das ist neu. Ebenso das 12,3-Zoll-Digitalcockpit, das war's schon mit den wesentlichen Neuerungen.
Suzuki Across 2.5 PHEV
Unverständlich: Das Across-Infotainment kommt ohne Navi, braucht dafür ein Handy. Bei 58.190 Euro Grundpreis erwarten wir mehr.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD

(Nicht nur) unsere Hoffnung, dass das verbesserte neue Toyota-Infotainment Einzug halten könnte, erfüllte sich also nicht. Sich automatisch an Tempolimits haltende Tempomaten oder die Möglichkeiten aktueller Bordnavis wie dynamische Ladesäulenanzeige bleiben dem Suzuki also verschlossen, etwas bitter angesichts eines Preises von 58.190 Euro. Ansonsten versteht sich der Across als Komplettangebot inklusive Schlüssellos-Zugang, E-Heckklappe und Heizungen in Sitzen und Lenkrad. Sogar Metallic ist Serie.

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Motor Bauart/Zylinder 
Vierzylinder, Turbo, + E-Motor 
Vierzylinder + E-Motor 
Leistung Verbrennungsmotor 
132 kW (180 PS) bei 5500 1/min
136 kW (185 PS) bei 6000 1/min
Einbaulage/Hubraum 
vorn quer/1598 cm³
vorn quer/2487 cm³
Spitzenleistung Elektromotor(en) 
67 kW (91 PS)
v. 134 kW (182 PS)/h. 40 kW (54 PS) 
Systemleistung 
195 kW (265 PS) 
225 kW (306 PS) 
Systemdrehmoment 
350 Nm 
k. A. 
Vmax
191 km/h 
180 km/h 
Getriebe 
Sechsstufenautomatik 
Stufenloses Automatikgetriebe 
Antrieb 
Allradantrieb 
Allradantrieb 
Bremsen vorn/hinten 
Scheiben/Scheiben 
Scheiben/Scheiben 
Testwagenbereifung 
235/50 R 19 V 
235/55 R 19 V 
Reifentyp 
Michelin Primacy 4 S1 
Yokohama Avid GT 
Radgröße 
7,5 x 19" 
7,5 x 19" 
Abgas CO2 
26 g/km 
22 g/km 
Verbrauch* 
1,1 l/16,9 kWh/100 km 
1,0 l/16,6 kWh/100 km 
Tankinhalt/Batteriekapazität 
42 l/13,8 kWh 
55 l/18,1 kWh 
Tankdeckel/Ladeanschluss 
hinten links/hinten rechts 
hinten links/hinten rechts 
Kraftstoffsorte 
Super/elektrischer Strom 
Super/elektrischer Strom 
Ladeleistung 
7,2 kW 
6,6 kW 
Vorbeifahrgeräusch 
67 dB(A) 
64 dB(A) 
Anhängelast gebr./ungebr. 
1350/750 kg 
1500/750 kg 
Stützlast 
100 kg 
70 kg 
Kofferraumvolumen 
540–1750 l 
490–1604 l 
Länge/Breite/Höhe 
4515/1865–2080**/1650 mm 
4635/1855–k. A.**/1690 mm 
Radstand 
2680 mm 
2690 mm 
Grundpreis
45.290 Euro
58.190 Euro
Testwagenpreis (wird gewertet)
51.280 Euro
58.190 Euro

Wer in den Kia Sportage steigt, findet nicht zuletzt wegen der geringfügig größeren Fahrzeugbreite ein vorn wie hinten etwas üppigeres Platzangebot vor. Wobei der Fahrer hier mehr im Auto sitzt, nicht so obenauf wie im Across. Hinten behindert die ansteigende Fensterlinie des Kia den Ausblick, zudem besteht die Seitenverkleidung hinten auch oberhalb der Sichtlinie aus Hartplastik.

Bei der Bedienung überzeugt der Kia

Der Kia bietet vorne eine längere Sitzfläche – mit 50 Zentimetern allerdings auch nicht berauschend viel – und hinten zwei Zentimeter mehr Beinhöhe. Verstellbare Fondlehnen bieten beide, im Falle des Kia ist sie per Hebel seitlich an der Bank zu bedienen – ungewöhnlich und gut!
Kia Sportage 1.6 T-GDI PHEV
Gehorcht aufs Wort: Die Sprachbedienung des Sportage versteht auch frei formulierte Wünsche bestens und setzt sie prompt um.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD

Ein Vergnügen ist Kias Sprachbedienung: hellwach, versteht sie frei formulierte Anweisungen bestens und erhört neben Telefon-, Navi- und Audio- auch Raum- und Sitzheizungswünsche. Übrigens kann in diesem Vergleich nur der Kia ein Handy induktiv aufladen, serienmäßig. Serie ist auch Drei-Zonen-Klima.
Trotz des eingangs beschriebenen Facelifts ist der Suzuki Across ein alter Bekannter geblieben, der uns als Toyota RAV4 seit 2019 begleitet. Man kann ihn schon mögen mit seinen vielen echten Tasten, den schlanken Dachsäulen und den dicken Klimareglern, im Winter mit Fäustlingen bedienbar.

Suzuki mit ordentlich Platz im Fond

Wuchtig und solide fühlen sich Türen und Heckklappe an, nur ein paar Spaltmaße (etwa an der Heckklappe) und die windig wirkende E-Ladeklappe fallen negativ auf. Letztere übergroß und fast im DIN-A4-Format – angenehmerweise auf der rechten Seite, sodass sie beim Ladestopp längs der Straße nicht in die Fahrbahn ragt.
Suzuki Across 2.5 PHEV
Große Türausschnitte, tiefe Schweller: Was das Einsteigen in Reihe zwei angeht, profitiert der Across von den guten RAV4-Genen.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD

Vom RAV4 kennen wir große Türausschnitte und tiefe Schweller, sodass man beim Einsteigen das Bein nicht sonderlich hochheben muss. Komfortabel. Im Fond erfährt die Begeisterung über den Komfort einen leichten Dämpfer: Die Beinhöhe hinten ist keine Offenbarung; immerhin stimmt das Platzangebot. 
Der Laderaum des Suzuki ist bei identischer Maximaltiefe dank mehr Maximalbreite und vier Zentimeter mehr Höhe etwas größer. Zu loben sind die soliden Metall- Verzurrösen, verankert im Blech. Im Kia sind sie aus Plastik, befestigt nur an der Seitenverkleidung.
Für Konnektivitäts-Modernisten ist der Across das falsche Auto: Gegen die Echtzeit-Verkehrsnachrichten des Kia und sein Assistentenrudel mit Kreuzungsassistent, Staufolgeassistent, kamerabasierter Tempolimiterkennung mit Übernahme (zu bestätigen per Lenkradtaste) und mehr wirkt der Across altmodisch karg. Die Sprachbedienung ist schwerhöriger, kann im Wesentlichen Audio und Raumtemperatur.

Der Across punktet bei den Fahrleistungen

Aber schnell ist er: Die Systemleistung des Antriebs mit seinem Toyota-patentierten Planetenradgetriebe liegt bei imposanten 306 PS. Damit nimmt er dem Kia bei der Beschleunigung von 0 auf 100 km/h 1,7 Sekunden ab (6,1 s), auch den Zwischenspurt von 80 auf 120 km/h schafft er eine volle Sekunde schneller. Dafür ist er bei 180 km/h abgeregelt, während der Kia 191 km/h erklimmt.
Kia Sportage 1.6 T-GDI PHEV Suzuki Across 2.5 PHEV
Fährt vorweg: Im Sprint und beim Durchzug lässt der Across dem Sportage keine Chance. Aber er bremst deutlich schlechter.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
In den Kapiteln Ansprechen und Dosierbarkeit kann der Across überzeugen. Das hybridtypische Aufheulen des Antriebs und den Gummibandeffekt haben die Japaner weitgehend wegkonstruiert, höchstens bei leerem Akku – spätestens nach 74 Kilometern – ist davon noch etwas zu spüren. 
Dank größerem Akku (18,1 kWh) kommt der Across rein elektrisch weiter als der Kia, an der Wallbox braucht der Suzuki entsprechend länger: Mit viereinhalb Stunden ist an der 11-kW-Wallbox zu rechnen. Hervorzuheben ist die dieselartige Gesamtreichweite von über 900 Kilometern, auch dank des großzügig bemessenen 55-Liter-Tanks.

Messwerte

Messwerte
Beschleunigung
0–50 km/h
2,9 s 
2,4 s 
0–100 km/h 
7,7 s 
6,1 s 
0–130 km/h 
11,8 s 
9,4 s 
0–160 km/h 
17,6 s 
14,4 s 
0–180 km/h 
23,5 s 
18,8 s 
Zwischenspurt
60–100 km/h
4,0 s 
3,1 s 
80–120 km/h 
4,9 s 
3,8 s 
Leergewicht/Zuladung 
1904/511 kg 
1987/532 kg 
Gewichtsverteilung v./h. 
57/43 % 
55/45 % 
Wendekreis links/rechts 
11,5/11,6 m 
12,0/11,9 m 
Sitzhöhe 
690 mm 
690 mm 
Bremsweg
aus 100 km/h kalt
34,6 m 
39,4 m 
aus 100 km/h warm 
34,5 m 
41,4 m 
Innengeräusch
bei 50 km/h
55 dB(A) 
56 dB(A) 
bei 100 km/h 
63 dB(A) 
64 dB(A) 
bei 130 km/h 
68 dB(A) 
69 dB(A) 
Verbrauch
Stromverbrauch (hochgerechnet) 
20,9 kWh/100 km 
24,46 kWh/100 km 
Testverbrauch (60 % Hybrid-, 40 % E-Anteil)
4,3 l - 8,36 kWh 
3,8 l - 9,78 kWh 
Verbrauch mit leerer Batterie 
7,2 l/100 km 
6,4 l/100 km 
CO2 (Testverbrauch) 
171 g/km 
151 g/km 
Reichweite (Testverbrauch) 
583 km + 66 km elektrisch 
859 km + 74 km elektrisch 

Ist beim Sportage der 13,8-kWh-Akku geladen, was an unserer 11-kW-Wallbox knapp drei Stunden gedauert hat, lässt das Motoren-Duo das 1,9 Tonnen schwere Gefährt in 7,7 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h beschleunigen – schneller als vom Hersteller angegeben. Auch der Zwischenspurt von 80 auf 120 km/h in knapp fünf Sekunden hinterlässt einen souveränen Eindruck. Rein elektrisch kommt der Kia 66 Kilometer weit – die rein elektrisch möglichen 140 km/h (Suzuki: 135 km/h) sollte man dann allerdings nicht auskosten.
Weitere Details zum Test finden Sie in der Bildergalerie.

Bildergalerie

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Suzuki Across 2.5 PHEV
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Zwei SUV mit Plug-in-Hybrid im Test

Fazit

von

AUTO BILD
Diese Plug-ins können Sinn ergeben, wenn das Fahrprofil stimmt: viele Pendeltouren, wenig Langstrecke. Generell kranken beide an hohem Gewicht und ebensolchen Preisen. Letzteres gilt vor allem für den Suzuki: Via Handy zu navigieren, ist ja okay, aber das muss sich im Preis widerspiegeln!