Platz 1 mit 541 von 800 Punkten: Kia Sportage 1.6 T-GDI 48V AWD .
Top: Fahrverhalten und Komfort. Flop: unnötig hoher Verbrauch.
Preis: 37.990 Euro (Serie); Verbrauch: 9,2 l S/100 km; Zuladung: 570 kg
Kia Sportage mit Garantie im AUTO BILD-Gebrauchtwagenmarkt
Platz 2 mit 538 von 800 Punkten: Hyundai Tucson 1.6 T-GDI 48V AWD.

Top: siehe Kia. Flop: noch höherer Verbrauch, kürzere Garantie.
Preis: 39.100 Euro (Serie); Verbrauch: 9,5 l S/100 km; Zuladung: 518 kg
Hyundai Tucson mit Garantie im AUTO BILD-Gebrauchtwagenmarkt
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Drücken Sie gern? Dann kaufen Sie Hyundai. Sie sind eher ein Dreher, dann ist ein Kia etwas für Sie. Jedenfalls wenn es darum geht, beim neuen Sportage oder dem Tucson einen Gang einzulegen. Im Sportage wird das Getriebe über einen kleinen Drehregler in der Mittelkonsole bedient, beim Tucson bestimmen zwei Tasten, in welche Richtung die Automatik loslegt. Ähnlich auch bei der Klimatisierung oder beim Bedienen der Fahrprogramme – kleine Differenzen in der Ausführung der Tasten und bei der Anordnung der Symbole machen den Unterschied.

Sportage und Tucson mit Allrad und Mildhybrid

Alles nur Geschmackssache? Könnte man so sehen. Auch weil hinter Knöpfchen und Lämpchen in beiden Autos haargenau das Gleiche passiert. So sortiert in beiden Autos ein Siebenstufen- Doppelkupplungsgetriebe die Drehzahlen eines 1.6er-Turbobenziners. Ein 48-Volt-Mildhybridpaket soll dem Vierzylinder per Riemengenerator auf die Sprünge helfen. Und ein elektronisch geregeltes Allradsystem verteilt je nach Untergrund Antriebskraft auf beide Achsen. Die technische Architektur ist bei diesen beiden Koreanern also identisch. Klar, ist ja auch typisch Konzernbaukasten. Kia Sportage und Hyundai Tucson sind Zwillinge wie VW Tiguan und Skoda Kodiaq. Welcher von den beiden Asiaten besser fährt? Wir verraten es schon jetzt: Keiner, hier herrscht ein Unentschieden! Unser erster Vergleichstest hat nämlich gezeigt: Es gibt so gut wie keine nennenswerten Differenzen im Fahrbetrieb.
Kia Sportage 1.6 T-GDI 48V DCT AWD          Hyundai Tucson 1.6 T-GDI 48V DCT AWD
Hat die Nase vorn: der Kia Sportage gewinnt knapp vor dem Hyundai Tucson.
In beiden Autos arbeitet der 1.6er-Turbomotor unter leichter Last angenehm dezent, bei etwas erhöhter Anforderung knurrt er mechanisch hörbar vor sich hin. Bei Höchstleistung wirkt der Motor sehr angestrengt, typisches Vierzylinder-Brummen stört dann den Spaß am Ausdrehen. Auch die Getriebe der beiden könnten feiner ans Werk gehen. Schnelle Übergänge sind spürbar. Bei leichten Beschleunigungsmanövern – vor allem aus dem Stand heraus – sortieren die Doppelkuppler arg zurückhaltend die Gänge. Kickdown-Befehle setzen sowohl Sportage als auch Tucson verzögert um.
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Trotz nahezu gleicher Leermasse unterscheiden sich die beiden zumindest in einigen Fahrwerten. In der Beschleunigung beispielsweise hat der Kia Sportage (Test-Trim: GT-Line) das Nachsehen (wenige Zehntelsekunden). Beim Bremsen schneidet der Hyundai etwas schlechter ab. Für den Verbrauch gilt: bei beiden hoch, der Kia trotz identischer Reifen und ähnlichem Leergewicht minimal sparsamer. Die Lenkung der beiden wirkt verbindlich, Hyundai (Ausstattungslinie: Prime) und Kia haben das Servosystem gut zu Gewichtsklasse und Liga passend abgestimmt.
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Weiches Fahrwerk und reichlich Assistenzsysteme

Fehlerfrei bringen beide SUVs zudem ihre Kraft auf die Straße. Per Taste lässt sich dann noch das Mitteldifferenzial sperren - für eine starre 50:50-Kraftverteilung an die Achsen. Sowohl Sportage als auch Tucson geraten dank angenehm weicher Federn und adaptiver Stoßdämpfer auch bei kantigen Absätzen nicht ins Stocken. Allenfalls die breiten (und flachen) Reifen rollen spröde ab. Um schnelle Kurven geht es mit spürbarer Seitenneigung. Dennoch wirken beide Autos recht zielgenau und nicht schwammig. Bei reichlich Schwung und unter Beladung schlägt die Federung auf Bodenwellen gelegentlich durch. In beiden SUV erleichtert reichlich Fahrassistenz den Alltag. Vorbildlich simpel und effektiv arbeitet dabei der Totwinkelwarner. Über Kameras in den Außenspiegeln gibt er Bilder im Cockpit wieder. Die kleinen Anzeigen (mit unter anderem Tacho und Drehzahlmesser) lassen sich variieren.

Bildergalerie

Hyundai Tucson 1.6 T-GDI 48V DCT AWD               Kia Sportage 1.6 T-GDI 48V DCT AWD
Kia Sportage 1.6 T-GDI 48V DCT AWD
Hyundai Tucson 1.6 T-GDI 48V DCT AWD
Kamera
Kompakte SUVs aus Korea: Kia Sportage und Hyundai Tucson
Während im Kia eine sehr technische Darstellung zur Verfügung steht, scheint dem Fahrer im Hyundai eine eher blumige Grafik entgegen – gut ablesbar sind letztlich beide Anzeigenmodule. Ebenfalls minimal unterschiedlich: Kia belegt eine Touch-Leiste doppelt, hier muss der Fahrer zwischen Klimabedienfeld und Multimedia-Tastenreihe wählen. Bei Hyundai ist das übersichtlicher, weil konventionell gelöst. Auch bei der Gepäckfrage herrscht weitgehend Einigkeit. Bis zu 562 Liter schluckt der Laderaum des Sportage, in den Hyundai passen rund 15 Liter mehr hinein. Beim Kia ein kleines Plus in Sachen Zuladung: Das gibt im Wertungskapitel aber nur einen Punkt mehr. Unter der stabilen Bodenplatte (siehe Bildergalerie) befinden sich jeweils tiefe Extrafächer, robuste Zurrösen fixieren schwere Ladung. Das Zünglein an der Waage ist am Ende der. Auch wenn der Kia mit relevanter Testausstattung teurer kommt, gibt’s in der Sportage-Basis mehr Auto fürs Geld. Und zudem bietet Kia sieben Jahre Garantie, Hyundai dagegen „nur“ fünf.

Fazit

von

AUTO BILD
Sie fahren sich quasi identisch, sind beide sehr sicher, unterscheiden sich im Alltag nur minimal. In wenigen Details – unter anderem Bedienung – haben wir Kleinigkeiten ausgemacht, die auch als Geschmackssache durchgehen. Ganz streng in Punkte gefasst sehen wir im Kia den Sieger.

Von

Dennis Heinemann